Nakano Broadway: Ein Paradies für alle Anime-Fans.

Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Hochzeit der Anime im deutschen Privatfernsehen. Damals liefen im Nachmittagsprogramm Sailor Moon, Pokémon, Digimon, Dragon Ball, Ranma 1/2 und Konsorten, Serien, die auch noch heute latente Nostalgie auslösen.

Was aber, wenn man in Akihabara steht und plötzlich feststellen muss, dass von den Helden der eigenen Kindheit nicht viel zu sehen ist? Einfach wieder in den Zug steigen und 25 Minuten bis nach Nakano fahren.

Wenn man den Nordausgang des Bahnhofs Nakano verlässt, sieht man direkt vor sich eine überdachte Einkaufsstraße. Läuft man diese bis zum Ende, steht man direkt vorm Nakano Broadway.

Was in den 60er Jahren als ganz normales Einkaufszentrum begann, ist heute ein Mekka für Fans von alten und neuen Anime und Videospielen. Dazwischen findet man aber noch immer alte Cafés, Restaurants, etc. und inzwischen siedeln sich auch trendige Läden wieder in dem alten Einkaufszentrum an. Da es sich hier um ein Einkaufszentrum handelt, ist der Besuch auch bei schlechtem Wetter zu empfehlen, denn natürlich ist alles komplett überdacht.

Während Nakano Broadway vor einigen Jahren vielleicht noch ein Geheimtipp war, sind heute viele Läden auf die Touristen aus Übersee eingestellt und das Einkaufszentrum selbst hat auch eine englische Website.

Die meisten der Läden sind eher klein, eng und verkaufen gebrauchte Figuren. Abgesehen davon gibt es auf den vier Stockwerken Geschäfte für Erstausgaben von Manga, Animation Cels und alles, was man sich vorstellen kann.

Tatsächlich sind Cels auch das einzige, wofür ich persönlich so richtig Geld lockermachen würde. 😀 Beim Animieren wurden damals die beweglichen Teile einer Szene, also meist die Figuren, auf eine durchsichtige Folie gemalt und dann über den Hintergrund gelegt um den Arbeitsaufwand zu verringern. Das ist, warum man bei alten Animes immer genau sehen konnte, wo sich gleich etwas bewegt. 🙂 Für einen Film werden etwa 10.000 solcher Cels produziert und die von bekannten Szenen gehen für viel Geld über die Ladentische. Bei Serien gibt es natürlich viel mehr Cels, weswegen die Preise auch niedriger sind. Falls ihr also schon immer mal ein Originalstück eures Lieblingsanimes haben wolltet, ist ein Laden mit Cels ein guter Anlaufpunkt.

Apropos Cels!

Im Ghibli-Museum in Mitaka findet derzeit und bis voraussichtlich Ende November 2019 unter dem Titel „Eiga wo nuru Shigoto“ oder „Die Arbeit einen Film zu malen“, eine Ausstellung über die Farbgestaltung und die Produktion von Cels statt.

© Studio Ghibli © Museo d’Arte Ghibli

Die Ausstellung ist wirklich interessant, und einem wird bewusst, wie viel Arbeit in die Farbgestaltung eines Films gesteckt wird, damit er für uns realistisch aussieht. Auf dem Poster seht ihr z.B., wie sich die Farben des Katzenbusses je nach Tageszeit ändern.


Einen kleinen Abstecher ist der Nakano Broadway auf jeden Fall wert. Auch wenn das Gebäude natürlich kleiner ist als Akihabara, gibt es doch wirklich viel zu sehen, vor allem für die, die sich noch immer für die alten Serien begeistern können. 🙂 Nur wenn man etwas spezielles sucht muss man ein wenig Geduld mitbringen, weil die Schätze über die verschiedensten abstellraumgroßen Läden verteilt sind.

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