Ich habe mich mit dem ZOZOSUIT selbst vermessen.

ZOZO ist der größte Online-Marktplatz für Bekleidung in Japan. Der Besitzer der Plattform  ist die Nummer 18 auf Forbes‘ Liste der reichsten Japaner und wird der erste Mensch auf einem kommerziellen Weltraumflug um den Mond sein.

In Japan und inzwischen auch Deutschland verschickt ZOZO für sehr wenig Geld den Zozo Suit, eine zweiteilige Bekleidung, die es ermöglichen soll, den eigenen Körper akkurat zu vermessen. An sich ist es Werbung für ZOZOs eigene Bekleidung, die es in den verschiedensten Größen gibt. Nachdem mir eine Freundin davon erzählt hatte, war klar, dass ich das unbedingt einmal ausprobieren wollte.

 

©️ZOZO

Der Anzug erinnert ein wenig an die Motion Capture-Anzüge, die für Filme verwendet werden. Eine schwarze Leggins, ein schwarzer Rollkragenpullover, und beide mit Punkten bedruckt. Nachdem man den Anzug angezogen hat, lässt man sich von der ZOZO-App zwölfmal fotografieren und erhält dann ein 3D-Modell des eigenen Körpers, mit Maßen. Die Maße habe ich für diesen Blog mal ausgeblendet, aber so sieht das bei mir aus:

100% akkurat ist das nicht, laut der Messung ist mein linker Oberarm ganze drei Zentimeter schlanker als mein rechter, aber für einen von den Versandkosten abgesehen kostenlosen Bodysuit und eine kostenlose App finde ich das Ergebnis wirklich gut.

Eine Funktionalität der App habe ich aber nicht so ganz verstanden: Man kann sich mit Menschen mit derselben Körpergröße und demselben Gewicht vergleichen. Falls ihr euer Ego mal ein wenig stutzen wollt. Tatsächlich schaffen es Japanerinnen durchschnittlich bei gleichem Gewicht fast überall weniger Umfang zu haben…

Habt ihr eigentlich Probleme, die richtige Größe zu finden?

So richtig einheitlich ist das ja schließlich nicht.

Zehn Feiertage, die Japan möglicherweise in den Untergang stürzen werden.

Nächstes Jahr wird etwas historisches passieren: Der derzeitige japanische Kaiser dankt ab, sein Sohn wird den Thron besteigen. Eine solche Thronübergabe ist allein deswegen schon etwas Besonderes, weil die japanischen Kaiser bisher nicht abdanken konnten, sie mussten das Amt bis zu ihrem Tod ausführen. Offenbar hat der derzeitige Kaiser, Akihito (Mitglieder der kaiserlichen Familie haben keine Nachnamen), keine Lust darauf, auf dem Thron zu sterben, und die japanische Regierung hat sich dazu durchgerungen, das Gesetz zu ändern – für genau einen Tag. Nicht, dass der nächste Kaiser auch gleich abdankt!

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Ein Ausflug nach Tochigi: Sukkansawa.

Weil wir in Tokyo ständig von Menschen umgeben sind, versuchen wir zumindest am Wochenende irgendwo zu sein, wo wir nicht so viele Menschen sehen. Meist ist das zuhause, manchmal fahren wir aber auch aufs Land.

Letzten Sonntag stiegen wir am frühen Morgen ins Auto, um nach Sukkansawa (スッカン沢) in Tochigi zu fahren. Dass Sukkansawa etwa drei Stunden von unserem Haus entfernt ist, bedeutete, dass ich im Auto noch ein wenig schlafen durfte während mein Mann so gut wie möglich versuchte, die Stadt hinter sich zu lassen, bevor sich ein Stau bilden konnte.

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Spirituelles Japan: Von Ikigai, Shinrinyoku und dem Wa.

Bei meinem Deutschlandbesuch in Berlin machte ich einen Abstecher zum Bücherkaufhaus Dussmann und fand dort einen ganzen Tisch voller Bücher über die japanische Praxis des Waldbadens oder Shinrinyoku (森林浴).

Im Internet findet man lange ausladende Berichte über den Ikigai (生き甲斐), den angeblichen geheimen Weg zu einem langen und erfüllten Leben und eine Suche auf Amazon.de zeigt, dass auch darüber viele Bücher veröffentlicht wurden.

Und letztendlich wurde ich vor kurzem von einer Leserin gefragt, wie man in Japan das Wa (和) im täglichen Leben mitbekommt.

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