Japanisch kochen: Tōnyūnabe.

Ich hatte schon einmal geschrieben, dass es in Tokyo derzeit ziemlich frisch ist. Natürlich nicht zu vergleichen mit wirklich kalten Orten, aber ich bin dennoch sehr glücklich darüber, mir letztes Jahr endlich einen vernünftigen Mantel gekauft zu haben. Heute Morgen schneite es sogar! Das zweite Mal in diesem Jahr,  damit ist die KPI* bereits zu 200% erfüllt.

* KPI ist Firmenlingo für „Key Performance Indicator“ und beschreibt ein Leistungsziel.

Im Winter gibt es bei uns viel Nabe (鍋) oder Eintopf. Diesen hier machen wir derzeit etwa einmal die Woche, und er ist nicht nur super lecker, sondern auch noch gesund. 🙂 Mit der geballten Kraft von Sojamilch, Tofu und Hühnchen geht es warm durch die kalte Jahreszeit.

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Japanisch kochen: Nikujaga.

Als mein Mann und ich kurz nach unserer Hochzeit anfangs zusammen wohnten, bevor ich anfing zu arbeiten, wünschte er sich eines Tages Nikujaga (肉じゃが). Ich hatte es vorher noch nie gekocht, und es misslang mir komplett. Seitdem hatte ich es nicht wieder versucht.

Letztes Wochenende raffte sich dafür mein Mann auf, und beschloss, es selbst zu kochen. Und da es wirklich gut wurde und typische japanische Hausmannskost ist, habe ich euch das Rezept übersetzt. 🙂

肉じゃが Nikujaga (für vier Personen)

400g feingeschnittenes Rind- oder Schweinefleisch
6 große Kartoffeln
1 große Karotte1 große Zwiebel
(1 Packung Shirataki)
★ 400ml Wasser
★ je 4 große Löffel Sojasauce, Zucker und Mirin
★ 1 großer Löffel Dashi

(Shirataki, Dashi und Mirin findet ihr im Asialaden. Wenn es keine Shirataki gibt, ist das auch nicht tragisch.)

  1. Fleisch, Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln kleinschneiden. Shirataki waschen und kleinschneiden.
  2. In einem großen Topf (Wok oder etwas in der Form) das Fleisch mit etwas Öl anbraten, bis sich die Farbe ändert. Dann das Gemüse aus 1. hinzugeben und leicht braten lassen.
  3. Alle mit ★ gekennzeichneten Zugaben hinzugeben und aufkochen lassen. Den Abschaum abschöpfen. Die Shirataki hinzugeben, den Topfinhalt mit einem Teller oder Alufolie (mit Löchern!) abdecken und auf mittlerer Flamme köcheln lassen.
  4. Nach 10 Minuten einmal durchmischen, dann wieder abdecken. Bitte darauf achten, wie sehr das Wasser schon weggeköchelt ist. Das Ziel ist es, letztendlich nur wenig Flüssigkeit übrig zu haben.
  5. Wenn die Flüssigkeit sich weitgehend verflüchtigt hat den Herd ausschalten und das Essen noch 10 Minuten abgedeckt stehen lassen. 完成!(Fertig!)

 

Japanisch kochen: Einfache Ramensuppe.

Auch wenn ich bekanntlich nicht der beste Nudelschlürfer bin, liebe ich Rāmen (ラーメン). Ursprünglich kommt das Gericht aus China, auch heute wird es mit chinesischen Nudeln gekocht. Es wurde für den japanischen Gaumen modifiziert, und heute ist Ramen durch und durch Japanisch. Bis auf die Nudeln halt.

In Deutschland findet man Ramen oft in getrockneter Form in Tüten. Die gibt es hier zwar auch, aber so richtig gern isst das keiner. 😉 Ich kaufe immer Ramen mit „frischen“ Nudeln und Suppenmix.

Da ich aber über Facebook gefragt wurde, ob es nicht ein einfaches Rezept für die Suppe gäbe, habe ich mich auf die Suche gemacht. 🙂

醤油ラーメンスープ Shōyu Rāmen Sūpu (Sojasaucen-Ramen-Suppe)

350ml heißes Wasser
1EL Sojasauce (achtet darauf japanische Sojasauce zu verwenden)
1EL Mentsuyu*
1TL Austernsauce
1TL Hühnerbrühe (Pulver)
1/2TL Sesamöl
ein wenig geriebener Knoblauch
ein wenig Salz und Pfeffer

* Mentsuyu kann man sich selbst mischen: 70ml Wasser, je 1EL Sojasauce, Kochsake und Mirin, und ein wenig Dashi.

塩ラーメンスープ Shio Rāmen Sūpu (Salz-Ramen-Suppe)

400ml heißes Wasser
1EL Hühnerbrühe (Pulver)
1TL Sojasauce (japanische Sojasauce)
1TL Salz
ein wenig geriebener Knoblauch
nach Belieben Lauch

味噌ラーメンスープ Miso Rāmen Sūpu (Miso-Ramen-Suppe)

400ml heißes Wasser
1 1/2 EL Miso
2EL Mentsuyu*
2TL Hühnerbrühe (Pulver)
1/2TL Zucker
nach Belieben geriebener Ingwer
nach Belieben geriebener Knoblauch
ein wenig Sesamöl

* Mentsuyu kann man sich selbst mischen: 70ml Wasser, je 1EL Sojasauce, Kochsake und Mirin, und ein wenig Dashi.

Drei einfache Suppen. 🙂

Was ihr sonst noch in eure Ramen packt ist euch natürlich selbst überlassen, aber bei uns gibt es immer gekochte Eier, gebratenes Schweinefleisch und Nori (gerösteten Seetang) dazu.

Japanisch kochen: Curry-Resteverwertung

Seit der Erfindung des japanischen Currys hat noch nie jemand genau so viel Curry gemacht, wie er in einer Sitzung essen konnte. Es ist irgendwie immer zu viel.

Zum Glück gibt es genug Möglichkeiten, den Kochtopf zu leeren ohne jeden Tag Curry-Reis essen zu müssen. 😉 Hier zeige ich euch ein paar Möglichkeiten dem Rest-Curry noch einmal ein wenig Leben einzuhauchen. 🙂

Curry Doria (カレードリア)

Wie Curry Doria aussieht, seht ihr im Titelbild. 🙂 Doria bezeichnet einenen Auflauf mit einer Basis aus Reis. Falls ihr also auch noch Reis übrig haben solltet – Doria ist perfekt! Bedeckt den Boden einer Auflaufform mit Reis, gebt wenn ihr wollt Béchamelsauce darüber, darüber dann das Curry und oben drauf ganz viel Käse. 🙂 Im Süden des Landes macht man übrigens vor dem Backen eine kleine Kuhle und gibt ein rohes Ei hinein. Uns schmeckte das mit dem Ei letztens sehr gut, aber ich weiß nicht wie ihr alle zu rohen oder halbrohen Eiern steht.

currydoria

Curry Udon (カレーうどん)

Curry Udon mag mein Mann sehr gern. Die Standardversion ist super einfach gemacht, einfach das Curry mit Mentsuyu (めんつゆ) vermischen und Udon-Nudeln rein. Mentsuyu gibt es im Supermarkt zu kaufen (vorsichtig, viele Sorten müssen verdünnt werden), oder man macht ihn selbst.

Ein wirklich einfaches Rezept für Tsuyu ist Soja-Sauce, Mirin und Dashi-Puder im Verhältnis 10:10:1.

Curry Udon

Käse-Curry-Reis-Kroketten (チーズカレーライスコロッケ)

Kroketten sind etwas aufwändiger, aber auch lecker. Etwa zwei Schalen Reis mit einer Portion Curry vermischen. In Kugeln formen und geriebenen Käse in die Mitte geben. In einer Mischung aus Mehl, Semmelbröseln und Ei herumrollen und dann entweder braten oder frittieren. 🙂

Es gibt natürlich noch viel mehr, aber das sind die Sachen, die wir zuhause schon gemacht haben. Curry Udon und Doria gehen einfach auch super schnell und einfach.

Habt ihr ein anderes Lieblings-Curry-Verwertungsrezept oder kennt weitere Rezepte zur Resteverwertung (nicht nur von Curry)? Schreibt sie in die Kommentare! 🙂