Die die Kunst mit sich herumtragen.

Mein Mann lernt derzeit Lokalpräpositionen. Das ist gar nicht so einfach, denn vieles gibt es zwar auch sowohl im Englischen als auch im Japanischen, wird aber anders verwendet. „Aus“ ist so ein Wort, das wir im Deutschen viel verwenden. In solchen Fällen haue ich meinem Mann so lange Beispielsätze an den Kopf, bis einer hoffentlich hängen bleibt.

Ich: „Ich gehe aus dem Haus. Ich nehme die Wäsche aus der Waschmaschine. Ich nehme das Portemonnaie aus der Tasche.“

Er schaut mich fragend an.

Er: „Moment. Portemonnaie?“

Ich: „Portemonnaie. Ich nehme das Portemonnaie aus der Tasche.“

Er: „Was ist ein Portemonnaie?“

Ich: „Das sagen wir zu „Geldbörse“. Das ist sehr elegant Französisch.“

Er (auf Japanisch): „Oh, ich dachte du meinst ein Bild! Einen Monet! Da habe ich mir schon überlegt, was für eine große Tasche das sein muss!“

Und dann witzelten wir noch ein bisschen über Claude Monet, dessen wunderschöne Wasserlilienbilder wir Ende Januar in Hakone bestaunen durften. Stellt euch das mal vor: Jemand, der in der U1 plötzlich einen echten Monet aus seiner riesigen Tasche zerrt – Obwohl, bei der BVG weiß man ja nie, was einen erwartet.

Solche Situationen mag ich beim Lernen am liebsten, das macht nämlich nicht nur riesigen Spaß, sondern mein Mann wird sich jetzt auch das Wort Portemonnaie merken. Vielleicht bleibt auch „aus“ hängen. 🙂

Habt ihr lustige Geschichten vom Sprachenlernen? Immer her damit.

6 Gedanken zu „Die die Kunst mit sich herumtragen.

  1. Isabella sagt:

    Du hast Recht, die verrücktesten Fehler kann man sich im Endeffekt am besten merken 😉
    Ich habe ein Zeit lang in Norwegen gelebt und dort Norwegisch gelernt. Irgendwann zu Beginn meines Aufenthalts habe ich das norwegische Wort „flott“ aufgeschnappt und dachte, es hätte die gleiche Bedeutung wie im Deutschen. Irgendwann habe ich zu einer anderen Person, die an dem Tag besonders schnell unterwegs war gesagt: Du bist aber „flott“ heute! Es stellte sich heraus, dass flott im Norwegischen nicht schnell, sondern „toll“ oder „gutaussehend“ bedeutet. So schnell verteilt man ungewollt Komplimente 😉

  2. Leo sagt:

    Hallo Claudia,
    ich habe mich die letzten Tage einmal von hinten nach vorne durch deinen Blog gelesen.

    Ich muss dir wirklich ein unglaublich großes Kompliment machen, dein Blog hat mich zeitweise so gefesselt, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte und sogar die ein oder andere Bahnstation verpasst habe… (ist ja Gott sei dank in Berlin nicht ganz so tragisch)

    Ich bin, 3x darfst du raten, über deinen Beitrag: Schimpfwörter imJapanischen auf deinen Blog gestoßen.
    Großen Respekt vor deiner/eurer Offenheit und Transparenz, herzlichen Glückwunsch zur Festanstellung und natürlich alles gute aus Berlin.

    Mach weiter so!
    Mit freundlichen Grüßen
    Leo

  3. Lennart sagt:

    Rührend wie sich dein Mann trotz aller zusätzlichen Arbeit bemüht, deine Sprache zu lernen. Das ist bewundernswert, denn du sprichst Japanisch und ihr lebt und arbeitetet beide dort.

    Lustige Geschichten vom Sprachenlernen? Puh, wo soll ich da anfangen? Bei uns wird Deutsch, Englisch und allmählich auch mehr Hindi gesprochen – was ist da nicht lustig? V.a. wenn meine Freundin anfängt, neue Wörter im Deutschen zu erfinden (die oft passender klingen) oder durch die Präfixe verwirrt wird.
    Und Indien selbst bietet allerorten Rechtschreibfehler im Englischen, da es hier nur darum geht „ungefähr die Botschaft rüberzubringen“.
    Viel Spaß beim Erklären so zentraler Worte wie „mal“ und „gerade“…

    • Claudia sagt:

      Ich habe mich ja auch bemüht, seine Sprache zu lernen. Ausgleichende Gerechtigkeit. 😉

      „Gerade“ geht noch, „mal“ kann er nur in festen Redewendungen. Sind aber auch schwer, unsere Füllwörter. 🙂

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