Der japanische Kalender: Yayoi.

Wer heutzutage Japanisch lernt, weiß, dass das Monatssystem in Japan furchtbar einfach ist: Statt Namen zu haben, sind die Monate einfach durchnummeriert. Doch das war nicht immer so, weswegen ich euch dieses Jahr an jedem ersten eines Monats den alten Monatsnamen und die traditionellen Feste, die in diesem Monat anstehen, vorstellen möchte.

März: 弥生 (Yayoi)

Der Monatsname ist recht einfach zu erklären und kommt aus der Natur: Der März ist der Monat, in dem das Gras „endlich“ (弥 いよよ) „sprießt“ (生い茂る おいしげる).

Natürlich wird auch im März ein Fest gefeiert und zwar das Hinamatsuri (ひな祭り) oder Puppenfest. Oft wird es auch einfach Mädchenfest genannt. Es soll dafür sorgen, dass die Tochter einer Familie gesund aufwächst und findet am 3.3. statt.

Vor dem Mädchenfest wird ein Aufsteller mit Puppen in den Gewändern eines Hofstaats aus dem 9. Jahrhundert auf sieben Stufen aufgestellt: Ganz oben Kaiser und Kaiserin, darunter drei Palastdamen, darunter fünf männliche Musiker, darunter zwei Minister, darunter drei betrunkene Helferchen. Unter dieser fünften Stufe befinden sich noch zwei Stufen mit Möbeln etc.

Kaiser wird man nur mit coolem Hut

In vielen Familien begnügt man sich aber mit nur zwei Puppen, der Kaiserin und dem Kaiser.

Diese werden nach dem 3.3. übrigens schleunigst weggeräumt, denn wer dabei tranig ist, dessen Tochter wird erst spät heiraten. Was ein Graus. 😉

Wie zu fast jedem Fest gibt es auch zum Mädchenfest etwas besonderes zu essen. Wahrscheinlich aufgrund der schönen Farben relativ bekannt sind die dreifarbigen Dango, Bällchen aus Klebreismehl. Die Farben sind immer gleich, immer in der gleichen Reihenfolge und sollen an den Frühling erinnern: Pink für die Kirschblüte, weiß für den Sake, den man traditionell am 3.3. trank, und grün für die Pflanzen, die endlich wieder sprießen. (Es gibt auch andere Theorien)

Außerdem gibt es ein Sushi, das es so in Deutschland eher nicht zu essen gibt: Chirashizushi. Dabei wird Sushireis nich in mundgerechte Stücke aufgeteilt, sondern in einer Box mit verschiedenen Zutaten bestreut. Chirashizushi gibt es das ganze Jahr über, ich esse es auch immer mal auf Arbeit, gehört aber zumindest in unseren Breiten auch unabdingbar zum Mädchentag.

Einen Jungstag gibt es natürlich auch, aber über den erzähle ich euch in zwei Monaten mehr. 🙂

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