Zu Ostern durch die Massen.

Letzten Sonntag verließ ich das Haus um elf Uhr morgens, um mich im Yoyogi-Park mit Freundinnen zu treffen. Wir hatten letztes Jahr schon ein Oster-Picknick veranstaltet, und damit sich Traditionen entwickeln, muss man sie pflegen.

Anders als Weihnachten wird Ostern in Japan gar nicht gefeiert. Die meisten haben schon eimal etwas davon gehört, wissen aber weder um die Traditionen (Ostereier!) noch die Charaktere (Osterhase!)* Bescheid. Damit wir unsere Schokoladenhasen nicht alleine zuhause essen müssen, treffen wir uns also.

* Ich bin in einem nichtreligiösen Haushalt aufgewachsen.

Mit der Bahn fuhr ich ganz entspannt bis Harajuku. Natürlich hatte ich mich am falschen Ende der Bahn positioniert, so dass ich die gesamte Länge des Bahnsteigs ablaufen musste, und an der Rolltreppe nach oben traf mich fast der Schlag: Menschen über Menschen, und die Ansage, dass die Ausgänge verstopft seien. Tatsächlich ist der Bahnhof Harajuku mit seinen zwei winzigen Ausgängen absolut nicht für den Besucheransturm gewappnet. Die Touristenzahlen sind in den letzten Jahren immer weiter gestiegen, das Frühjahr ist Hauptsaison und dann war es auch erst das zweite so richtig warme Wochenende.

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Es wollten also alle nach Harajuku, und viele von denen in den Yoyogi-Park. Nachdem ich mich durch die (langsam laufenden) Massen gekämpft hatte, versuchte ich mich im Park an den Leuten vorbeizuschlängeln, um vielleicht noch am selben Tag meine Freundinnen zu finden. Diese hatten zwar angegeben, wo im Park sie sich befanden, aber um sie herum saß gefühlt die gesamte Bevölkerung Tokyos, und so wurde ich nur auf sie aufmerksam, weil sie meinen Namen riefen.

Nachdem ich es geschafft hatte, hatte ich aber viel Spaß. Hinter uns spielten Leute irische Folk Music, auf der einen Seite wurde geturnt und auf der anderen hatte eine Gruppe Frauen Anime-Plüschfiguren mitgebracht und spielte mit denen. Ein wenig eigenartig, aber das ist ja das Schöne am Yoyogi-Park. Er ist einer der größten Parks in Tokyo, der Eintritt ist kostenlos und man darf dort viel machen, was in anderen Parks verboten ist. Also sieht man viele verschiedene Leute, die ihren Hobbys nachgehen. 🙂

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Nach einigen Ostereiern, Salat, Pfannkuchen, ein klein wenig Alkohol und netten Gesprächen, machte ich mich auf den Weg nach Hause, als es ein wenig kälter wurde. Schließlich war es Sonntag und am Montag muss ich leider arbeiten.

Also verabschiedete ich mich, lief in Slalomlinien um die langsam laufenden Besucher aus dem Park, und wollte schnurstracks zum Bahnhof laufen. Dummerweise stauten sich die Leute extremst. Es war kein Durchkommen, und ich machte, was man als Berliner in so einer Situation halt macht: Hüpfte über die Absperrung zur Straße und lief die zehn Meter auf der Bordsteinkante. (Thug Life!)

Dummerweise sah der Bahnhof dann so aus:

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Fazit daraus: Freunde treffen ist wunderbar, aber vielleicht nächstes Mal irgendwo, wo es nicht ganz so furchtbar voll ist.

Es ist inzwischen schon ein wenig her, aber ich hoffe, ihr hattet ein schönes Osterfest!

6 Gedanken zu „Zu Ostern durch die Massen.

  1. Peter-J. Alexander sagt:

    Liebe Claudia,

    das kennen wir nur zu gut. Wir sind daher immer zur Omote Sandou Station gelaufen. Das war überschaubarer…

    Herzliche Grüße

    Peter-J. Alexander

    • Claudia sagt:

      Bei uns gibt es leider gar keine schönen Parks in der Nähe, nur den Fluss. Dort ist es zwar auch nett, aber es ist einfach nicht dasselbe.

      • Maike sagt:

        Huhu
        Letztendlich sind wir dann doch im richtigen Kanazawa gelandet
        Leider ist es hier sehr kalt (vorhin hat es geschneit ). Na gut. Steckt man nicht drin. Wir überlegen abzubrechen und zurück nach Tokyo zu fahren.
        Lg , Maike

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