Ein Vorfreude-Eintrag.

Auf Arbeit habe ich drei Telefonnummern: Meine zwei persönlichen (Festnetz und Handy) und eine für die gesamte Abteilung. Heute bekam ich eine Email mit der Frage, von wann bis wann jeder Anrufer der Abteilungsnummer die Ansage hören soll, dass wir uns im Sommerurlaub befinden. Ich las die Email mit einem riesigen Lächeln im Gesicht.

Dieses Jahr bin ich von Anfang August für 18 Tage weg, in Berlin, und ich freue mich riesig darauf. Mein Mann bleibt für immerhin zehn Tage.

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Schmerzlich vermisst: Motivation.

Alle guten Dinge gehen zuende, so auch die Golden Week. Nachdem ich eine Woche zuhause war (davon habe ich aber 1.5 Tage gearbeitet – nur halt vom Sofa aus), musste ich am Montag Morgen wieder in die Bahn steigen und zur Arbeit fahren.

Scheinbar hatte nicht nur ich die Müdigkeit in den Knochen, denn die Bahn tuckerte langsam vor sich hin und verspätete sich weit mehr, als allgemein als „Morgenverkehrstandardverspätung“ gewertet werden kann. Zum Glück gibt es Podcasts, sonst würden mich solche Verspätungen noch mehr nach unten ziehen (derzeit höre ich „The Habitat“ und „Caliphate„).

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Von zuhause aus.

Seit einigen Wochen arbeite ich jeden Donnerstag von zuhause aus. Das ist durch eine Initiative meiner Firma, die sich „Choose your Working Place“ nennt, bis zu drei Tage die Woche möglich. Für mich ist erst einmal ein Tag die Woche ausreichend. 🙂

Ich liebe die Tage, an denen ich nicht ins Büro fahren muss. Arbeiten muss ich natürlich trotzdem, aber ich verrate mich hoffentlich nicht, wenn ich sage, dass ich an diesen Tagen weniger zu tun habe. Einerseits versuche ich am Mittwoch nichts liegen zu lassen, so dass ich am Donnerstag keine riesigen Aufgaben mehr stemmen muss. Andererseits habe ich im Büro oft zu tun, weil Leute zu meinem Platz im Büro kommen, und mich Dinge fragen, Dinge organisiert bekommen wollen, usw. usf. Zwar habe ich ein Arbeitshandy und bin somit erreichbar, aber da ruft nur im Notfall jemand an.

Außerdem muss ich an diesen Donnerstagen natürlich nicht mit der Bahn fahren. Die lange Fahrt zur Arbeit ist tatsächlich der anstrengendste Teil meines Arbeitstages und ich verzichte gern darauf.

Mehr:   Tokyoter Berufsverkehr und das Märchen von der sich nie verspätenden Bahn.

Wenn ich an einem Tag nicht fast zwei Stunden in der Bahn festhänge, sind das natürlich auch zwei Stunden mehr Freizeit. An Donnerstagen fange ich an zu arbeiten, wenn ich an anderen Tagen erst aus dem Haus gehen würde, um kurz nach acht. Durch Super Flex Time (oder halt auch „Gleitzeit“) bin ich dafür früher mit der Arbeit fertig, oder horte Überstunden, die ich woanders abbauen kann.

Donnerstage sind also meine liebsten Tage. Wenn es, wie heute, sonnig ist, wasche ich zwei Ladungen Wäsche, reiße die Fenster auf und lasse mir die Sonne auf die Nasenspitze scheinen und mich vom leichten Wind umwehen. Das funktioniert im Hochhaus nicht so gut, vor allem, weil unsere Fenster dort sich gar nicht öffnen lassen. 😉 Den Donnerstag habe ich mir übrigens ausgesucht, weil ich an dem Tag am seltensten Meetings habe, und ich einen Tag mit etwas Entspannung nach drei Tagen im Büro perfekt finde.

Was für Möglichkeiten eure Arbeit einzuteilen habt ihr?

Ich denke, in Europa seid ihr da schon ein wenig weiter als bei uns. 😀 Von zuhause aus arbeiten zu dürfen, ist in Japan noch etwas Besonderes.

Japanische Regeln: In der Bahn.

Japanische Bahnen sind voll. Das weiß jeder, viele Leute haben auch das Bild von den Herren mit den weißen Handschuhen, die Passagiere in die Bahnen quetschen, im Kopf.

Was viele Besucher nicht sofort mitbekommen, sind die vielen Regeln. Das ist für Touristen absolut verzeihlich, wird aber wirklich peinlich, wenn man länger hier lebt. Wie sagt der Engländer so schön? When in Rome, do as the Romans do.

Hier also die einfachsten Regeln, um nicht den bösen Blick abzubekommen. Ihr wisst, welchen ich meine. 😉

Handy auf lautlos

Tatsächlich mache ich mir gar nicht die Mühe, den Klingelton meiner Handys (Arbeit und Privat) von den Voreinstellungen zu ändern. Warum auch? Ich höre ihn ja eh nie. Wer in Japan Videos ohne Kopfhörer schaut, wird übrigens direkt ausgewiesen. 😉 Spaß, aber das macht man nun wirklich nicht.

Nicht telefonieren

In der Bahn wird nicht telefoniert. Höchstens kurz rangehen, sagen, dass man in der Bahn ist und später zurückrufen wird. Mal ganz im Ernst, Telefonieren ist sowas von 2010, und keines unserer Telefonate ist so wichtig, dass es nicht warten kann. Notfälle sind Notfälle. 🙂

Den Rucksack nach vorne nehmen

Die meisten Rucksackträger haben leider kein Auge im Hinterkopf und können deswegen nicht sehen, wenn sie einem anderen Passagier ihren Rucksack ins Gesicht drücken. Da hilft es, den Rucksack einfach Känguruh-Style nach vorne zu nehmen oder ihn auf die Gepäckablage zu verfrachten. Ihn auf den Boden zu stellen kommt schlecht, weil in einer wirklich vollen Bahn keiner wirklich den Boden sehen kann, und dann gerne mal Leute darüber stolpern. Apropos Gepäck: In einer fast vollen Bahn braucht euer Gepäck keinen eigenen Sitzplatz. Wirklich, dem gefällt es auch auf eurem Schoß super gut.

Das sind die drei Dinge, die mir immer mal wieder auffallen, den Rest macht eigentlich kaum jemand falsch. Für Pluspunkte gebt ihr älteren Herrschaften und schwangeren Frauen (erkennbar durch diesen Anhänger) euren Sitz, auch wenn ihr nicht auf einem der Priority Seats sitzt. Kommt immer gut. 🙂

Aber die Japaner…!

Manche Leute scheren sich nicht um die Regeln, das ist in Japan nicht anders als in Deutschland. Man kann sich ja trotzdem bemühen. 🙂 Make Gegenseitige Rücksichtnahme Great Again!

Was würdet ihr euch in euren Bahnen wünschen? Oder ist schon alles perfekt?