Offene Türen auf Arbeit.

Am Freitag ist auf Arbeit der Tag, an dem die Eltern sich unseren Unterricht mal ganz aus der Nähe anschauen können. In meinem Fall kommen sie nach 13 Uhr hinein und nehmen ihre Kinder um zwei dann mit nach Hause.

Das große Problem: Meine Kinder sind zwei bis drei Jahre alt. Sobald die ihre Eltern sehen ist’s vorbei. Wie ich da zeigen soll, dass ich ihnen überhaupt etwas beigebracht habe, ist mir noch ein wenig schleierhaft. Die Kinder können für die drei Monate, die sie in meiner Klasse sind, schon recht viel, aber wenn sie nur nach Mama rufen, kann ich das nicht beweisen. Wir werden’s versuchen, und für die Zeit danach werde ich über die Woche eine kleine Bastelei vorbereiten, und mit Eltern und Kindern kleine Insekten basteln.

Insgesamt haben wir für die Nursery 16 Kinder und 23 Eltern in dieser einen Stunde, wie die alle in den Raum passen sollen, ist mir auch nicht ganz klar. Ojee… Zum Glück nur einmal im Jahr.

Gabel und Löffel.

Es gibt einige Dinge, bei denen ich mit den Kindern auf Arbeit streng bin. Was mich am meisten stört ist, wenn jemand mit den Händen isst. Natürlich habe ich da aber auch so meine Banausen, bei denen man genau gucken muss, dass sie Löffel und Gabel wirklich verwenden. Einer dieser Banausen hat heute gar nicht erst Besteck ausgepackt.

Ich: Kind, wo sind Gabel und Löffel?

Er guckt mich fragend an.

Er hebt die linke Hand, setzt sie ab, hebt die rechte Hand, setzt sie ab und schaut mich an, als würde das alles erklären.

Er: Gabel. Löffel.

Ich: (lachend) Wir essen nicht mit den Händen. Los, pack aus.

Und so geschah es.

Aber ein netter Versuch. 😉

Vorsicht, Regelbruch!

Im Juni und Juli haben viel zu viele Leute Geburtstag, und einigen davon werde ich sogar etwas schenken. An ihrem Geburtstag.

Mein Mann hat übernächsten Samstag Geburtstag, aber sein Geburtstagsgeschenk (eine neue Brille von Ray Ban) schon bekommen und das Geburtstagsessen hinter sich. Für mich, die immer im glauben “Wenn du jemandem vorzeitig alles Gute zum Geburtstag wünschst passiert etwas Schreckliches!” erzogen wurde, ist das irgendwie absurd. Ich wusste vielleicht schon vorher was es zum Geburtstag, zu Weihnachten oder, als ich kleiner war, Ostern geben würde, aber bekommen habe ich es nie vorzeitig (soweit ich mich erinnere). Das ging auch gar nicht und es war meinen Eltern physisch und psychisch unmöglich ein Geschenk, dass wir vielleicht sogar zusammen augesucht hatten, auszuhändigen, denn es war schließlich ein Geburtstags-/Weinachts-/Ostergeschenk, und bis Geburtstag/Weihnachten/Ostern musste noch einige Zeit vergehen.

Deswegen ging ich auch absolut selbstverständlich davon aus, dass meine Schwiegereltern die neue Brille zwar aussuchen lassen und kaufen, aber dann direkt mit nach Hause nehmen und bis zum Geburtstag verstecken würden. Weit gefehlt. Die wurde ihm ausgehändigt! Einfach so! Na wenn da nicht bis zum Geburtstag etwas Schlimmes passiert, und wenn es dann passiert ist, weiß ich, wessen Schuld es ist. Mit den Geburtstags-/Weinachts-/Ostergeschenk-Regeln ist nicht zu spaßen.

(Eine Lektion in “Dinge, an die ich aus irgendwelchen, mir unbekannten, Gründen glaube”. Mein Mann glaubt übrigens, dass die Geister wütend werden, wenn man auf Kopfkissen tritt.)

Der Regen.

Was vielen Menschen in Deutschland vielleicht gar nicht so bewusst ist, ist, dass es in Japan eine Regenzeit gibt. Die nennt sich 梅雨 (Tsuyu; Pflaumenregen), und hat gerade angefangen.

Regional ist sie zeitlich natürlich unterschiedlich, bei uns regnet es aber den ganzen Juni durch. Die Luftfeuchtigkeit ist ständig hoch, und am Ende des Abends klebt meine Haut besser als Tesa. Nicht so schön. Heute kam ich zum zweiten Mal diese Woche zu einem Gewitter nach Hause. Während draußen am Arbeitsplatz die Sonne schien, war es am Heimatbahnhof apokalyptisch dunkel, und nach dem Einkaufen (im Bahnhof) wollte ich nach Hause gehen, als ich feststellen musste, dass es aus Eimern schüttete.

Zum Glück gibt es in Japan sobald es anfängt zu regnen Schirme zu kaufen. Das sind dann entweder die charakteristischen durchsichtigen Plastikschirme oder auch andere Billigmodelle, die ab 350 Yen (3,50€) verkauft werden. Praktisch, wenn man seinen Schirm vergessen hat, und wenn einer von denen kaputt geht ist es kein großer Verlust.

Regenschuhe kaufe ich mir dieses Jahr trotzdem.