Sonne, scheine!

Wir machen morgen auf Arbeit kleine てるてる坊主 (Teruteru Bôzu), und weil ich dafür schon einen zuhause vorgebastelt habe, wollte ich kurz drüber schreiben.

Teruteru Bôzu ist eine kleine Figur, die aussieht wie ein Geist, und die für gutes Wetter sorgen soll. “Teru” heißt “scheinen” und ein Bôzu ist ein Mönch (oder auch nur jemand, der kurzgeschorene Haare hat).

Eigentlich ist der Teruteru Bôzu weiß und aus Papier, aber wir werden sie morgen in gelb und blau produzieren. Das hat auch, aber nicht nur, damit zu tun, dass es das Material nicht in weiß gab… 😉

Auch wenn im oben verlinkten Wikipedia-Artikel steht, dass ein Teruteru Bôzu mit Gesicht Regen bringt, habe ich hier im Gegenteil kaum mal welche ohne Gesicht gesehen – das wäre einfach nicht niedlich genug.

Es gibt natürlich auch ein Teruteru Bôzu-Lied, von dem die meisten aber nur die ersten zwei Zeilen kennen.

てるてる坊主 てる坊主 (Teruteru Bôzu, Teru Bôzu)
あした天気に しておくれ  (Ashita tenki ni shiteokure; Mach dass das Wetter morgen gut ist)
いつかの夢の 空のよに 晴れたら (itsuka no yume no sora no yô ni haretara; Wenn die Sonne so sehr scheint, wie in meinen Träumen)
金の鈴あげよ (kane no suzu ageyo; Gebe ich dir ein goldenes Glöckchen)

Die ersten beiden Zeilen werden in den nächsten zwei Strophen beigehalten und nur durch entweder

私の願いを 聞いたなら (Watashi no negai wo kiitara; Wenn du meinen Wunsch hörst/erfüllst)
あまいお酒を たんと飲ましょ (Amai osake wo tanto nomasho; gebe ich dir viel süßen Alkohol zu trinken)

oder

それでも曇って 泣いてたら (sore demo kumotte naitetara; Wenn es trotzdem wolkig und regnerisch* sein sollte)
そなたの首を チョンと切るぞ (Sonata no kubi wo chinto kiruzo; schneide ich dir den Hals durch)

ergänzt.
Jaja, die friedlebenden Japaner…

* 泣いてたら (naitetara) heißt eigentlich “wenn (jemand) weint”, ich bin mir nicht sicher, ob es darum geht, dass “die Wolken weinen” (und ich weiß gar nicht, ob diese Ausdrucksweise im Japanischen gebräuchlich ist), oder dass der Sprecher weint. Regen erschien mir logischer.

Glaub mir doch!

Ich: Ich habe bei MUJI eine Kiste für meine Wintersachen gekauft.

Er: Und wo bringst du die unter?

Ich: In unserem Wandschrank oben.

Er: Die passt da bestimmt nicht rein.

Ich: Doch, die passt.

Er: Niemals!

Ich: Und ob die passt!

Er: Aber da oben ist doch kaum noch Platz.

Ich: Aber sie passt trotzdem rein.

Er: Und woher weißt du das?

Ich: Weil sie schon oben drin ist.

Er: Oh.

Aber erstmal diskutieren. Männer!

Die Existenz dieser Box erleichtert es mir natürlich ungemein, neue Klamotten zu kaufen, ist ja wieder Platz in meinem normalen Schrank. 😉

Adidas CP 80S MITA 「Japan Exclusive」 halten Einzug.

Er hat es schon wieder getan. Nachdem wir erst letzten Oktober ein Paar der limitierten CP80S MTA (in Navy) gekauft hatten, haben wir am Sonntag, beinahe anlässlich des Geburtstags des Göttergatten (der ist am Samstag 24 geworden, juche!), ein Paar CP 80S MITA in Burgundy gekauft.

Wir sind mal wieder nur durch Zufall drauf gestoßen, dass es die Schuhe überhaupt gibt. Beim Einkaufen lächelten sie uns plötzlich entgegen und schrien “Kaufe uns!”, mein Mann hielt sich aber noch zurück. Bis wir wieder zuhause waren. Zu dem Zeitpunkt waren die Schuhe in der Monstergröße, die der Mann braucht (29.5; entspricht der deutschen Größe 46) natürlich auf der Website von Mita Sneakers schon ausverkauft. Also sind wir zu Beauty & Youth-Läden gefahren, weil wir die Schuhe dort schon gesehen hatten.

Im Laden wurde uns aber gesagt, dass die Schuhe nur bis Größe 28.5 an die Firma geliefert wurden. In denen war es den Monsterfüßen zwar zu eng, doch wir hatten das Glück, dass der Shinjuku Adidas Original Store gleich um die Ecke war – und dort gab es dann auch die begehrten Schuhe in der richtigen Größe. Von der 10%-Rabatt-Aktion für Newsletter-Abonnenten waren die Schuhe leider ausgenommen, und so mussten wir die gesamten 14,700Yen (ca. 147€) hinblättern.

Einige der Ladenmitarbeiter hatten selbst ein Paar und wussten zu berichten, dass die Einlegesohle, die einzige wirkliche Änderung im Vergleich zur Version vom letzten Jahr, sich an den Fuß anpasst und dann superbequem ist. Den Schuhen lagen drei verschiedene Paare rote Schnürsenkel bei, die wir aber durch weiße ersetzt haben, weil mein Mann das so lieber mag.

Und so gelangte das fünfte Paar Adidas Campus in unseren Haushalt…

Hoch hinaus: Auf den Tokyo Skytree!

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(Dieser Eintrag entstand, als der Skytree noch ganz neu war.)

Seit dem 22. Mai ist der Tokyo Skytree, mit 634 Metern Höhe der höchste Fernsehturm der Erde, für Besucher geöffnet. Im Moment muss man die Tickets noch online vorbestellen, und oft sind sie ausverkauft. Ab dem elften Juli kann man auch Tickets für den gleichen Tag kaufen.

Meine Schwiegermutter hatte vor zwei Wochen Tickets reserviert, und gefragt, ob ich nicht mitkommen wolle. Natürlich! Wenn Tickets schon mal da sind! Der Mann war nicht interessiert, er sieht den Sky Tree jeden Tag von der Arbeit aus, und hat geschworen ihn nie zu besuchen. Mal sehen, wie lange er das durchhält.

Bis zum fünften Stockwerk kommt man per Rolltreppe nach oben, danach geht es in einen Aufzug auf 350 Meter. Dort hat man einen 360°-Blick über Tokyo, wir haben uns aber nicht lang damit aufgehalten, sondern sind mit einem weiteren Ticket (Kostenpunkt 1,000 Yen) zur TEMBO Gallery (450 Meter!) gefahren und haben auf den Sonnenuntergang gewartet.

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Der wurde auch angesagt, von Mitarbeiterinnen in den hässlichsten Uniformen, die sie designen konnten. Natürlich hatten sich alle schon schöne Plätze zum Fotografieren reserviert, und die japanische Höflichkeit litt im Angesicht des Sonnenuntergangs erheblich… Kein Problem, latsch mir ruhig auf den Fuß und hau mir deine Tasche in’s Gesicht.

Außerdem haben ganz viele schlaue mit Blitz fotografiert, was nicht nur kaum etwas bringt sondern auch für alle anderen schöne Reflektionen auf die Scheiben zauberte. Dass der Sky Tree im Vergleich zum Tokyo Tower eher hässlich ist vergisst man auch, wenn man oben drauf steht. Trotz dessen und des Smogs über der Stadt hatten wir einen wunderschönen Ausblick! Es hat sich also absolut gelohnt. Wenn die Luft und das Wetter gut ist (also im Winter), kann man bis zum Fuji sehen, und hat sicher ein noch tolleres Erlebnis.

Unter dem Skytree ist ein Einkaufszentrum namens Solamachi und das Sumida Aquarium, man kann also ohne Probleme seinen gesamten Tag dort verbringen.