Wie man ein Riese wird: Der Tobu World Square

Vorletztes Wochenende haben mein Mann und ich uns das Auto* geschnappt und sind nach Tochigi (栃木) gefahren. Eigentlich war der Plan zum Onsen zu fahren, aber ich hatte mich pünktlich zum Wochenende erkältet. Ich sollte den Blog in “Der Blog von diesem Mädchen, das ständig erkältet ist” umbenennen, denn auch im Moment habe ich wieder eine Erkältung. Es ist ja nicht mal durchgehend, ich fühle mich auch immer mal zwei Tage lang fit – bevor mich wieder eine Rotznase ansteckt.

* Wir machen jetzt Carsharing. Total gut. Schreibe ich demnächst mal drüber.

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New York!

Auf jeden Fall, Tochigi! In Tochigi befindet sich nicht nur der Touristenmagnet Nikkō (日光), sondern auch der Tōbu World Square (東武ワールドスクエア), ein Park voller berühmter Bauwerke im Maßstab 1:25.

Als wir nach ein wenig Gewarte im Stau endlich angekommen waren, überraschte uns der recht hohe Preis, 2,500Yen (25€). Die Modelle zu bauen und in Stand zu halten ist sicher eher teuer, und man kann dort gut Zeit verbringen, aber wir hätten mit einem geringeren Eintrittspreis gerechnet.

Der Park beginnt mit tokyoter Gebäuden, um dann über die USA und Ägypten nach Europa, Asien und letztendlich wieder Japan zu führen. Es ist ganz witzig berühmte Bauwerke mal näher sehen zu können, vor allem auch im Maßstab. Mein Mann, der Architektur studiert hat, war natürlich noch etwas interessierter, zumal ich ja die Kränkelnde mit steifem Hals war. Übrigens steht im World-Square-New-York das World Trade Center noch…

Es lohnt sich um mal ein paar Bauwerke “hautnah” zu sehen und witzige Fotos zu machen. Oder so zu tun, als ob man im Ausland gewesen wäre 😉 In Verbindung mit Onsen und Essen gehen lohnt sich auch der “weite” Weg nach Tochigi dann auch.

Ups.

Wo sind denn die ganzen Einträge, die ich schreiben wollte? Habe ich seit letztem Dienstag nichts mehr veröffentlicht*?

Ähm, ja. Erst habe ich mich mit einer Freundin getroffen, dann hatte mein Mann von Donnerstag bis heute (Montag) Urlaub, ich am Donnerstag Koreanischunterricht (auf den ich mich vorher auch vorbereiten musste), am Freitag mussten wir dringendst jetzt und sofort ein neues Handy kaufen (wir haben vier Stunden im Laden gewartet, haben jetzt aber beide ein Samsung Galaxy S3) und das Wochenende haben wir mit tollen Dingen verbracht. Heute habe ich Geburtstag (23 Jährchen!), und ausnahmsweise den Tag nicht vorm PC verbummelt. Es ist halt immer so, wenn man viel Zeit hat, hat man wenig zu erzählen, wenn man viel erlebt, kommt man gar nicht dazu es aufzuschreiben. Schrecklich! Zumal ich versuche mich nicht zu sehr zu wiederholen, ich war in der Zwischenzeit zum Beispiel noch zwei weitere Male im Katzen-Café, wollte darüber aber nicht je einen neuen Eintrag verfassen**. Seit letztem Dezember war ich auch schon acht Mal im Disney Resort (Disney Land/Disney Sea). Egal. Demnächst. Neue Einträge! Mit Glitzer (das ist eine Lüge) und süßem Essen (das ist keine Lüge)!

Auf dass ich nie wieder einen Entschuldigungspost schreiben muss, der so komplett ausartet.

* Ich will es ja nicht zu laut sagen, aber der Dienstagspost war schon ein wenig faul. Irgendwelche sehr kurzen Anekdoten habe ich nämlich immer. Die hier zum Beispiel:

Sind mein Mann und ich im Café. Wir reden untereinander ausschließlich Japanisch. Setzten sich zwei alte Männer an den Tisch neben uns, einer fängt an alles, was ihm einfällt, auf Englisch zu sagen. Schließlich spricht er meinen Mann an und lobt ihn ob seiner guten Englischkenntnisse, weil er mit mir kommunizieren kann. Weil es ja komplett abwegig ist, dass das Gespräch, dass er grad gehört haben müsste, auf Japanisch abgelaufen ist. Da war sicher nur etwas faul mit seinen Ohren…
** Beispiel-Katzen-Café-Eintrag:

Ich war heute in einem Katzen-Café. Mal wieder. Katzen sind super. Seht euch diesen süßen Maunzer an!

Nachdem ich letztes Mal im Katzen-Café war, habe ich nach Wohnungen gesucht, in denen wir eine Katze halten könnten. Mein Mann hat sogar mitgeholfen, obwohl er eher ein Hunde-Mensch ist. Bilanz: Wohnen, in denen man Haustiere halten darf, sind entweder sehr teuer, sehr alt oder sehr weit weg vom Schuss. Katzen bekommt man aber kostenlos hinterhergeworfen, quasi.

Kinderwelt.

Letzten Freitag waren wir mit den Kindern im Zoo. Das war ziemlich anstrengend, aber auch keine schlechte Abwechslung zum gewöhnlichen Unterricht.

Natürlich waren wir nicht allein, sondern andere Schulklassen kreuzten mit ihren verschiedenfarbigen Mützen unseren Weg. Im Streichelzoo stießen wir aufeinander.

Kleiner Junge: Die reden nur Englisch, da versteh ich gar nichts!

Kleines Mädchen: Kommt ihr aus Amerika?

Ich: Ich komme aus Deutschland und sie (meine Mitarbeiterin) kommt aus England.

Kleiner Junge: Was ist denn Deutschland?

Ich: BierAuto-Land. Volkswagen und BMW und so.

Kleines Mädchen: Was macht ihr in Japan?

Wir: Wir arbeiten hier.

Kleines Mädchen: Wie kommt ihr nach Hause (in dem Fall Deutschland oder England)? Mit dem Auto? Mit der Bahn?

Ich: Mit dem Flugzeug!

Kleines Mädchen: Ihr fliegt mit dem Flugzeug? Warum?

Ich: Weil Japan eine Insel ist, ohne Flugzeug kommt man nicht ins Ausland.

Kleines Mädchen starrt mich ungläubig an.

An dem Punkt mussten wir dann aber wieder unsere Kinder einsammeln. Sehr interessant, das Gespräch. Unsere Kiddies wissen natürlich woher wir kommen und dass die Welt ein wenig größer ist, andere Kinder aus japanischen Kindergärten scheinen sich da nicht ganz so sicher zu sein. 😉

Hokuriku Tag 4: Fukui.

An unserem letzten Tag in Hokuriku fing es schon am Vormittag an zu schütten, weswegen wir mit dem Auto von Noto aus in die Präfektur Fukui (福井県) fuhren. Dort gibt es nicht besonders viel, vor allem nicht für Regentage, aber weder mein Mann und ich waren vorher in Fukui gewesen, und wollten die Präfektur einfach abhaken.

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Wir haben uns ins Dinosauriermuseum Fukui (福井県立恐竜博物館) begeben, dem wohl drittgrößten Dinosauriermuseum der Welt. Das war soweit recht spannend, ich wusste zum Beispiel nicht, dass in Japan Dinosaurierknochen gefunden wurden (bei genauerer Überlegung stellt sich natürlich die Frage “Warum eigentlich nicht?”), und Dinosaurier sind generell immer spannend. Es gibt im Museum wirklich viel zu sehen und zu bestaunen, an einem regnerischen Sonntag ist es aber recht voll. Was mich am Museum wirklich gestört hat war die Akkustik. Die Decke überträgt Stimmen dermaßen gut, dass man sich ständig in einem Stimmengewirr wiederfindet, und ich mag viele Geräusche auf einmal nicht.

Im Museum finden sich nicht nur Dinosaurier sondern auch andere urzeitliche Tiere.

Der Eintritt war mit 500Yen (ca. 5€) nicht allzu teuer, wenn man Zeit oder Kinder im richtigen Alter hat, kann man es sich auf jeden Fall anschauen.

Weil wir bis zu unserem Flug* noch ewig viel Zeit hatten fuhren wir zu einem Onsen, hinterher war der Uhrzeiger leider noch immer nicht signifikant vorgerückt. Nach dem Essen noch immer nicht. Wir dachten uns also “Dann fahren wir doch schon zum Flughafen, kaufen was zu lesen und setzen uns in die ANA-Lounge.” Super Idee. ANA-Lounge befand sich im Urlaub und der Flughafen Komatsu ist so klein und fitzelig, dass es genau einen Zeitschriftenladen gibt, der nur uninteressante Zeitschriften im Angebot hatte. Kann halt nicht über Tokyo Haneda / Narita sein. Wir quälten uns durch die Stunden, sahen uns Prospekte für Reisen ins Tokyo Disney Land an und stiegen irgendwann in unser natürlich verspätetes Flugzeug.

So ist das eben manchmal im Urlaub. Drei tolle Tage, dann einer ein wenig “Naja”. Urlaub Ende!

* Mein Mann hatte beim Buchen einfach nach dem letzten Flug von Komatsu nach Tokyo gefragt. So rächt sich das dann.