Wieder zurück.

Wir sind am Freitag schon wieder in Tokyo angekommen, aber meine Erkältung ist durch -18°C in Seoul nicht unbedingt besser geworden. Deswegen heute noch kein Eintrag, nur eine kleine Vorwarnung, falls die folgenden Seoul-Einträge zu negativ klingen sollten:

IMGP5376Wir waren wahrscheinlich an den drei kältesten Tagen des Jahres in Seoul und hatten nie Temperaturen über -7°C. Das mag für echte Teutonen noch funktionieren, aber für uns an den tokyoter Winter gewöhnten Frostbeulen, war es hart. Wir konnten nicht halb so viel sehen wie wir wollten, weil wir nicht lange draußen laufen konnten ohne dass unsere Füße uns androhten einfach abzufallen.

Außerdem waren wir mit dem Hotel zu geizig. Korea ist eben nicht Japan, und so waren wir in einem Hotel, dass extremst hellhörig und mit den härtesten Matratzen aller Zeiten ausgestattet war. Außerdem gab es Fußbodenheizung, was natürlich erstmal sehr angenehm ist – bis man versucht zu schlafen und feststellt, dass eben diese Fußbodenheizung nicht regelbar ist. Wir hatten dann teils die Klimaanlage laufen.

Auf dem Flug nach Seoul habe ich mir auch gleich noch den Magen verdorben (wir sind mit JAL geflogen, war also ein japanischer Fehler) und nach der verrückten Fahrweise des Fahrers, der uns zum Hotel brachte, ging es mir nicht unbedingt besser. Am ersten Tag in Seoul waren wir also komplett fertig.
Es war also eine “Wäre”/”Hätte”-Reise. “Hätten wir doch nur mehr Geld fürs Hotel bezahlt…” “Wären wir doch nur zu einer anderen Jahreszeit gekommen…” Als wir letzten Sommer in Taiwan waren, war das auch nicht die beste Jahreszeit, aber Hitze ist für uns erträglicher als Kälte.Wir haben uns also noch nicht so ganz erholt. Der Mann hustet, ich war heute mal wieder beim Arzt (kommt total gut, den ersten Tag nach zwei Wochen Urlaub freizunehmen), und ihr müsst auf den Seoul-Bericht noch etwas warten.

Wir sind dann mal weg.

Auf die Reise!Am Montag durfte ich, weil mein Mann sich ganz plötzlich eine Erkältung mit 39,5°C Fieber eingefangen hatte, alleine die letzten Besorgungen für unsere Reise machen: Gastgeschenke, warme Klamotten und Medizin, falls uns die koreanische Küche auf den Magen schlagen sollten. Zum Abend ging es dem Herrn plötzlich wieder gut, was ganz gut so ist, denn sonst wäre der Urlaub ins Wasser gefallen.

Mein Mann und ich sitzen nun also mit vom Neujahrsessen gewölbten Bäuchen auf gepackten Koffern und werden morgen sehr früh aufstehen um um fünf Uhr in den Bus zum Flughafen zu steigen und dann mit dem Flieger einen kleinen Sprung zu machen.

Keine Einträge bis zum 7.1., danach dann ein paar über Seoul!

Großreinemachen.

Kurz vor Neujahr wird in den meisten Familien aufgeräumt. Das nennt sich 大掃除 (Ôsôji, Großsaubermachen) und gibt uns die Möglichkeit die Wohnung endlich mal wieder auf Vordermann zu bringen und Dinge, die wir nicht brauchen oder verwenden loszuwerden.

Jetzt ist alles blitzerein, zwei oder drei Mülltüten haben wir herausgetragen, vieles umsortiert und waren gestern noch bei IKEA um ein paar Dinge zu kaufen. Natürlich waren wir nicht die einzigen, die genau jetzt auf diese Idee kamen, und so war es ziemlich voll. Trotzdem haben wir alles gefunden und wurden von einem echten Schweden abkassiert. In Japan im IKEA. Auch spannend.

Die letzten Fotos der Wohnung sind schon etwas älter, deswegen mal ein kleiner Rundgang. 🙂 Aufs Foto klicken für eine größere Ansicht.

Wir teilen das Steuer.

Der Göttergatte liebt Autos. Würden wir ein Auto kaufen, würde das fünf Tage in der Woche auf dem, monatlich zu bezahlenden, Parkplatz stehen, teuren Sprit schlucken und außerdem müssten wir damit zum TÜV*.

Weil wir zu viel verreisen um für ein Auto Geld über zu haben, haben wir uns vor einigen Monaten bei einer Carsharing-Firma angemeldet. Beim Carsharing teilen sich mehrere Leute ein Auto und zahlen nur für die gefahrene Zeit oder die gefahrenen Kilometer Geld.

* In Japan gibt es wie in Deutschland einen TÜV, der heißt hier nur 車検 (Shaken)

Wir sind bei Times Plus. Times ist Betreiber vieler Parkplätze (in Japan am Straßenrand parken? Niemals!), in direkter Laufentfernung haben wir mindestens zehn Times-Parkplätze. Auf einer Handvoll davon stehen Autos, die man per Carsharing mieten kann.

Das Ausleihen ist ganz einfach und über PC oder Handy mit Internet machbar. Wir ditschen dann unsere Mitgliedskarte ans Fenster des Autos, woraufhin sich die Tür öffnet und wir den Schlüssel aus dem Handschuhfach fischen. Bis zu einem bestimmten Zeitrahmen (ich glaube acht Stunden) zahlen wir nicht für’s Tanken**, ansonsten zahlt man pro Kilometer noch einen Spritzuschlag. Wenn wir ein Auto mieten würden, müssten wir es immer mit vollem Tank zurückbringen. Sobald das Auto wieder auf dem Ausgangsparkplatz steht und wir uns “abgemeldet” haben, bekommt mein Mann eine E-Mail mit sämtlichen Fahrtinformationen (Zeit, gefahrene Kilometer und Gesamtpreis) auf’s Handy.

** Wenn man tanken muss gibt es eine Karte, die man bei der Tankstelle abgibt und über die das beim Betreiber abgebucht wird.

Bei uns in der Nähe stehen nur japanische Autos, Nissan, Mazda, Honda und Toyota, in anderen Gegenden stehen aber auch “ausländische” Autos. Wenn wir Abends einfach mal für drei, vier Stunden irgendwohin fahren wollen, nehmen wir jetzt also das Auto – das ist faul und schlecht für die Umwelt, aber teils günstiger als mit der Bahn zu fahren.

Außerdem darf mein Mann endlich wieder ans Steuer! Wenn man einmal das Gesicht meines Manns in Vorfreude auf’s Autofahren gesehen hat, weiß man, wie Glück aussieht. Oder so.