Japan öffnet die Pforten. Ein bisschen.

Bis zum Frühjahr 2020 stieg die Zahl der ausländischen Touristen in Japan immer weiter an. In einigen Gegenden klagte man über die schiere Zahl der Touristen, Kyoto wurde von Japanern gemieden, doch die Regierung blieb auf ihrem Kurs und wollte den Tourismus weiter ankurbeln.

März 2019: Warum ich nicht nach Kyoto fahre.

Und dann kam Corona.

Geschlossenes Land 2.0

Japan machte sehr früh die Schotten dicht, und wenn das Land der aufgehenden Sonne etwas kann, dann sich abriegeln. Für etwa ein halbes Jahr wäre es sogar mir unglaublich schwer gemacht worden, das Land wieder zu betreten, wenn ich es verlassen hätte. Praktisch war ich im Land gefangen. Touristen durften natürlich nicht rein.

August 2020: Für immer nur zu Gast?

Ab September durfte man dann als in Japan ansässiger Ausländer wieder einreisen. Für andere Ausländer bestand aber keine Chance. Japan hatte sich zu einem der Länder mit den strengsten Einreisebestimmungen entwickelt. Im Winter 2020 flog ich mit dem kleinen Bocchan nach Berlin, die Rückreise nach Japan war unglaublich aufwendig und anstrengend.

Januar 2021: In Corona-Zeiten mit Baby von Berlin nach Tokyo.

Im März erzählte mir dann eine Freundin, dass endlich Visa für Angehörige von japanischen Staatsbürgern vergeben würden. Kurzerhand trugen wir all die Dokumente zusammen, um die Verwandtschaft zwischen meinem Mann und mir und somit auch meinen Eltern und meiner Schwester und meinem Mann zu beweisen. Innerhalb einer Woche hielten sie ihr Visum in der Hand und Ende April kamen sie nach Japan. In Zeiten von sich ständig ändernden Regeln lernt man, schnell zu sein.

Nachdem sie innerhalb von 72 Stunde vor Abflug in Berlin einen Corona-Test gemacht hatten, mussten sie sich auch in Tokyo noch einmal testen lassen. Der ganze Vorgang dauerte von Ankunft des Flugzeugs bis wir sie in Empfang nehmen konnten geschlagene drei Stunden. Genau was man am Ende eines langen Fluges braucht. Aber immerhin durften sie ins Land. Touristen seit zwei Jahren nicht mehr.

Ein Lichtblick

Dann kam plötzlich die große Überraschung: Premier Kishida versprach, die Einreiseregeln denen der anderen G7 Staaten anzunähern. Was das konkret bedeutet ist noch unklar. Eine Überlegung ist, im Juni erst einmal nur Gruppenreisende ins Land zu lassen. Das würde die Zahl der Einreisenden einfacher kontrollierbar machen.

Der Zeitpunkt passt auch: Derzeit ist der Yen sehr günstig. Für Touristen ist es also die perfekte Zeit, um ein wenig über die Stränge zu schlagen und die japanische Wirtschaft ein wenig anzukurbeln. 😉

Mal schauen, wie die Öffnung des Landes genau gehändelt wird, aber für eines muss man die japanische Regierung schon jetzt loben: Als Japan sich das letzte Mal von der Welt abgeschottet hatte, dauerte es bis zur erneuten Öffnung 264 Jahre.

2 Gedanken zu „Japan öffnet die Pforten. Ein bisschen.

    • Lennart sagt:

      Das ist natürlich krass, wenn dadurch Familien getrennt werden!

      Ich hoffe auch auf baldige Öffnung – schließlich will ich von dem günstigen Yen Gebrauch machen!

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