Ein Tag am Meer.

Der Herbst ist da.

Also zumindest laut Kalender, denn am 23. September war Herbstbeginn, in Japan ein Feiertag (秋分の日 Shūbun no Hi). Das Thermometer verzeichnete dennoch schweißtreibende 32°C.

Ich hatte uns mit meiner Freundin Hanna (@daydreamtokyo) und ihrer kleinen Familie für einen Tag am Strand verabredet.

“Tag” ist natürlich ein wenig übertrieben, Hannas Tochter ist erst zehn Monate alt, da sind bereits drei Stunden ziemlich viel. Wir hatten auch großes Glück, dass Bocchan sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg die meiste Zeit im Auto gepennt hat, sonst wäre das für ihn wahrscheinlich doch zu anstrengend gewesen.

Unser erster Halt war der Morito-Schrein (森戸大明神), der direkt am Meer gelegen ist und von dessen Gelände aus man den Fuji sehen kann. Also, wenn die Luft klarer ist. Eigentlich hatten wir auch geplant direkt an diesem Schrein zu parken, aber genau an diesem Tag war Inu no Hi (戌の日), der Tag des Hundes, an dem traditionell Zeremonien für eine sichere Geburt abgehalten werden. Der Parkplatz war also für das Fußvolk geschlossen und wir mussten mit einem weiter entfernten Supermarktparkplatz vorliebnehmen.

Mehr: Sichere Geburt dank der Götter.

Die meisten Schreine haben ein paar Themengebiete, die ihre Gottheiten hauptsächlich abdecken. Beim Morito-Schrein sind das unter anderem Empfängnis und eine sichere Geburt, was sicher erklärt, warum am Tag des Hundes so viel los war.

Direkt hinter dem Schrein erstreckt sich der Pazifik.

Beide Fotos via Hanna 🙂

Wegen Corona sind auch in diesem Sommer die Hauptanlässe um Yukata zu tragen, Sommerfeste und Feuerwerke, ausgefallen. Wir hatten uns entschlossen, stattdessen dann eben an diesem Tag Yukata zu tragen – konnte ja keiner ahnen, wie heiß es werden würde. 😀

Wir hatten zufällig beide dieselbe Art, den Obi zu binden gewählt. Karuta-Musubi (カルタ結び) ist zwar nicht besonders schön, dafür aber einfach und vor allem unzerstörbar. Wenn ich weiß, dass ich längere Zeit im Auto verbringen werde, ist das immer meine erste Wahl.

Nachdem wir ein paar Fotos geschossen hatten und ich meinen Goshuin-Schrein-Stempel abgeholt hatte ging es direkt zum nahegelegenen Strand. Für Bocchan eine Premiere, er war vorher noch nie am Meer gewesen.

Natürlich würde ich euch gern berichten, dass er sich freudig in die Wellen geworfen hat und wie ein Delfin geschwommen sei, die Realität sah aber anders aus. Zum Anschauen war das Wasser schön und gut, aber Planschen war für ihn dann doch etwas zu viel des Guten. Dafür fand er den Sandstrand super. So einen großen Sandkasten hatte er noch nie gesehen.

Übrigens, ein kleiner Zwischenstand zu Bocchan: Mit seinen 15 Monaten isst er gut und vor allem viel, läuft wie ein Weltmeister und brabbelt fröhlich vor sich hin, aber Worte sind noch nicht zu erkennen.


Insgesamt war es ein wirklich schöner Ausflug, und nachdem ich letztes Jahr den Herbst und Winter in Deutschland erleben durfte ärgere ich mich nicht mehr über die heißen Tage Ende September in Japan. Man muss genießen, was man hat und ich freue mich auf die Jahreszeit, zu der wir wirklich viel draußen unternehmen können. 🙂

4 Gedanken zu „Ein Tag am Meer.

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