Der japanische Impf-Plan fürs erste Lebensjahr.

Im Moment sind Impfungen wegen des Corona-Virus in aller Munde. Diesmal soll es aber um die Impfungen, die Bocchan bereits bekommen hat oder in den nächsten Monaten noch bekommen wird, gehen.

Impfungen sind eine der größten Errungenschaften der Neuzeit. Wenn ihr über den Sinn oder Unsinn von Impfungen an sich diskutieren wollt, sucht euch bitte ein anderes Forum. 🙂

Der Impfplan unterscheidet sich nur leicht vom deutschen.

Die ersten Impfungen bekam Bocchan im Alter von zwei Monaten: Neben der Hib-Impfung wurde er auch gegen Pneumokokken, Hepatitis B und das Rotavirus geimpft. All diese Impfungen wurden im Monat darauf wiederholt.

Zusätzlich wurde im Alter von drei Monaten noch der Kombinations-Wirkstoff DPT-IPV gegen Diphterie, Keuchhusten, Tetanus und Kinderlähmung gespritzt.

Einen Monat später, das Baby ist jetzt vier Monate alt, werden alle bisher genannten Impfungen außer der gegen Hepatitis B und teilweise Rotavirus (ist vom Impfstoff abhängig) erneut gegeben.

Bis zum ersten Geburtstag wird dann noch einmal der DPT-IPV-Impfstoff (Diphterie, Keuchhusten, Tetanus und Kinderlähmung) und der Impfstoff gegen Hepatitis B verabreicht.

Eine Impfung, die es so in Deutschland nicht gibt, und die einige Eltern mit Sorge betrachten, ist die BCG-Impfung gegen Tuberkulose. In Japan erkranken noch immer jedes Jahr etwa 18,000 Menschen an Tuberkulose, was auch erklärt, warum beim alljährlichen von den Firmen gesponserten Gesundheitscheck die Lunge geröntgt wird.

Der BCG-Impfstoff wird über eine Stempel-Spritze verabreicht. Der Imfpstoff befindet sich auf neun kreisförmig angeordneten Nadeln, die gleichzeitig in den Arm gedrückt werden. Die an den Einstichstellen entstehenden Narben sind oft noch lange zu sehen und werden deswegen manchmal auch (von in Japan lebenden Ausländern) als “Made in Japan”-Stempel bezeichnet.

Manche Eltern bitten die Ärzte darum, auf der Innenseite statt der Außenseite des Oberarms zu impfen, damit es nicht so sichtbar ist. Wir haben für Bocchan keine Ambitionen einer Supermodel-Karriere und haben die Ärztin einfach machen lassen.

Übrigens: Würde man die Impfung über eine einzige Nadel spritzen, wäre die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Narbenkeloid bilden würde, recht hoch. Deswegen wird mit dem Stempel gespritzt.

Wenn man all diese Impfungen durch hat, ist man bis zum ersten Geburtstag des Kindes erst einmal fertig. Allerdings wurden wir darauf hingewiesen, dass bereits ab einem Alter von sechs Monaten gegen japanische Enzephalitis geimpft werden kann. Regulär steht es nach dem dritten Geburtstag auf dem Impfplan, aber wenn man im Sommer auf dem Land unterwegs ist, sollte man es in Betracht ziehen, die Impfung vorzuziehen.

Ich glaube abgesehen von Tuberkulose und japanischer Enzephalitis wird in Deutschland gegen das gleiche geimpft, nur vom Zeitpunkt her ist es etwas anders. Zumindest bei uns sind Impfungen nicht teil der Vorsorgeuntersuchungen, womit der Zeitplan unabhängig von diesen ist.

Foto der Stempel-Impfung https://commons.wikimedia.org/wiki/File:BCG_apparatus_ja1.jpg – GFDL and CC-by-SA 2.5, 2.0, 1.0

4 Gedanken zu „Der japanische Impf-Plan fürs erste Lebensjahr.

  1. Idgie sagt:

    Bei uns in Deutschland gibt’s mit einem und ich meine 1,5 Jahren noch Masern, Mumps, Röteln.
    Die kann man auch schon etwas eher geben wenn das Kind in die Kita geht, aber ab einem Jahr ist das geplant für alle.
    Rota ist zumindest in NRW freiwillig und könnten wir selbst entscheiden, der Rest ist auch freiwillig, wird aber sehr empfohlen.
    Ich bin mit gerade nicht sicher, meine aber dass Hepatitis B auch Recht früh gegeben wird hier.
    Tetanus und Enzephalitis haben wir nicht fest.

    • seemaedel sagt:

      Stimmt, TBC ist nicht mehr standardmäßig dabei. Ich habe die Impfung als Baby noch bekommen. War meine allererste Impfung im Alter von nicht mal einem Monat 🙂

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