Schwanger in Japan: Schwere Geburt.

In 40 Schwangerschaftswochen hatte ich den tatsächlichen Akt der Geburt immer ausgeblendet. Während der Bauch immer größer wurde, gab es in meinem Kopf nur „schwanger“ und „Kind ist da“, aber kein „gebärend“. Natürlich hatte ich einen Geburtsplan, aber es wirkte für mich immer ein wenig wie etwas, das ich für jemand anders planen würde.

Im Nachhinein war es vielleicht gar nicht so schlecht, dass ich mich gar nicht erst auf irgendeine Idealvorstellung von Geburt festlegen konnte. Schließlich kommt sowieso erstens alles anders, und zweitens als man denkt.

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Corona-Update: Notstand.

Japan hat inzwischen über 4000 bestätigte Corona-Fälle, davon etwa ein Viertel in Tokyo. Das allein überrascht eigentlich niemanden, aber die Tatsache, dass die Fälle direkt nach der Verlegung der olympischen Spiele aufs nächste Jahr plötzlich rapide anstiegen, lässt einige Leute (mich eingeschlossen) etwas zynisch auf die Zahlen blicken.

Derweil spaltet sich die Meinung über die Lage in Japan in zwei Lager: Auf der einen Seite die, die Corona noch immer nicht ganz so schlimm finden und glauben, dass Japan wegen seines inhärenten Japanischseins verschont bleiben wird, auf der anderen Seite die, die mehr Tests und stärkere Einschränkungen fordern. Einen ersten Schritt in letztere Richtung hat man nun endlich unternommen: Es wurde der Notstand ausgerufen.

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Kinderwunsch.

Ich bin letztes Jahr 30 geworden. Inzwischen bin ich seit 8 1/2 Jahren mit meinem Mann verheiratet und wir sind seit 11 Jahren ein Paar.

Auch wenn mir keiner meiner Leser diese Frage je direkt gestellt hat, ihr seid alle zu gut erzogen, fragen sich vielleicht einige, warum wir keine Kinder haben.

Es ist nicht etwa so, dass wir uns einfach für Katzen statt Kindern entschieden hätten. Die Wahrheit ist, dass es einfach aus verschiedenen Gründen nicht geklappt hat.

Kleine Warnung: Es geht um Unfruchtbarkeit.

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Blinddarm und Dämonen raus?

krankenhausAm Freitag Morgen war es das mit dieser Errungenschaft des Homo Sapiens, dem „aufrecht gehen“. Nun bin ich wahrlich kein Neuling in Sachen Magenschmerzen und Blinddarmentzündung, meldete mich also für den Tag krank und lief zu meiner Ärztin. Eigentlich war der Plan, dass ich mir einfach Medikamente abhole und den Rest des Tages auf der Couch verbringe, doch Pustekuchen: Ich wurde ins Krankenhaus überwiesen.

Dort angekommen, musste ich feststellen, dass es auch die gesamte Ü-60-Bevölkerung unseres Städtchens an diesem schönen Tag dorthin verschlagen hatte. Entsprechend lange durfte ich warten, und dank Schlafmangels konnte ich mir nicht einmal mit einem Buch die Zeit vertreiben. Mir fielen einfach ständig die Augen zu.

Nach einem Gespräch mit der Ärztin wurde ein CT gemacht (Welch Überraschung, mein Blinddarm war entzündet.), dann ging es zurück zur Ärztin, die mich an die nächste Station überwies. Dort wurde mir gesagt, dass ich mir durchaus mal überlegen könnte, ob ich meinen Blinddarm nicht rausnehmen lassen wolle. Ganz ehrlich: Es ist in den letzten Jahren durchaus besser geworden, und scheinbar hat der Blinddarm durchaus einen Zweck, also bleibt der drin. Dann bekam ich noch einen Tropf angehangen.

Sechs Stunden nachdem ich mich auf den Weg gemacht hatte und fast 15,000 Yen (ca. 120€) ärmer, hier darf man nämlich 30% seiner Kosten selbst tragen, war ich wieder zuhause. Dieser ganze Stress war wirklich schlimmer als die Schmerzen.

Am Abend kam meine Schwiegermutter mit Bohnen vorbei. 🙂 Der 3.2. ist 節分 (Setsubun), der Frühlingsanfang des alten japanischen Kalenders. Früher war Setsubun der Beginn des neuen Jahres, deswegen ist er auch nah am chinesischen Neujahr. Was macht man an Neujahr? Dämonen vertreiben. In Deutschland und China passiert das mit Feuerwerk. Japanische Dämonen haben offensichtlich ein Problem mit Bohnen. 😉 Wir warfen also brav Bohnen und kauften, übrigens so gar nicht traditionell, Setsubun-Süßigkeiten.

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Ich hoffe ihr hattet ein schönes Wochenende! 🙂