20 Tage.

Es sind noch 20 Tage bis zum errechneten Geburtstermin. Das heißt, dass der Kleine jetzt jederzeit kommen könnte, er ist weit genug entwickelt um nicht mehr als Frühgeburt zu gelten.

Nachdem ich ihn jetzt schon ein paar Monate mit mir herumschleppe, vor allem in den letzten paar Monaten ist es doch etwas beschwerlich geworden, bin ich absolut für seine Ankunft bereit. Motto: Komm schnell raus da.

Das Corona-Virus beschert mir derweil einen unglaublich langweiligen Mutterschaftsurlaub. Die meisten meiner Tage bestehen daraus, ein wenig Haushalt zu machen, etwas zu lesen, kurz um den Block zu laufen und sonst auf YouTube und Konsorten zu versumpfen.

Obwohl die Geschäfte seit dieser Woche wieder offen haben und auch sehr gut besucht sind, ist die Kauflaune bei mir noch nicht so richtig wieder da. Zwar sind die ca. 1680 € finanzielle Unterstützung vom Staat (100.000 ¥ pro Person) inzwischen auf dem Konto eingetrudelt, aber da ich den Einkommensersatz für den Zeitraum des Mutterschutzes wahrscheinlich erst im September bekommen werde und bis dahin komplett ohne eigenes Einkommen dastehe, hält sich die Freude in Grenzen.

Mehr: Schwanger in Japan: Mutterschutz und Erziehungsurlaub

So gleichen die Tage seit Monaten einander, auch wenn wir versuchen, dem etwas entgegenzusetzen. Dann fahren wir kurz weg, in einen Park, Schrein oder Tempel. Als ich letztens las, dass mein liebster Matcha-Parfait-Laden, Gion Tsujiri, wieder geöffnet hat, habe ich meinen Mann so lange bearbeitet, bis wir hingefahren sind. Er hatte Bedenken, ob das nicht ein zu großes Risiko sei.

Aber man ist gewappnet: Am Eingang des Kaufhauses gibt es Hinweisschilder, dass man es nur mit Maske betreten darf. Dann muss sich jeder die Hände desinfizieren und die Körpertemperatur wird mit einer Wärmebildkamera gemessen. Im Café selbst ist jeder zweite Tisch abgesperrt und man wird gebeten, die Maske nur beim Essen abzusetzen. Die Bedienung trägt Maske und Plastik-Visier.

Natürlich ist das alles etwas ungewohnt, aber ganz ehrlich: Wenn es das braucht, damit ich ein kleines Stück Alltag wiederbekomme, stört es mich nicht. Das Parfait war es auf jeden Fall wert. 🙂

6 Gedanken zu „20 Tage.

  1. Silvia sagt:

    Moin, also hast du die Kündigung fürs 1raum arpartment ausgesprochen.
    Je wärmer es wird, je anstrengender wird es auch die Kugel rumzuschleppen.
    LG Silvia

    • Claudia sagt:

      Wenn die Kündigung ignoriert wird, gibt’s eine Räumungsklage. 😉 Hier kommt der Sommer mit großen Schritten, und langsam wird es wirklich beschwerlich.

  2. Anika sagt:

    Hauptsache deiner ist nicht so drauf wie meiner 😉
    Oh ja.. die ewig öden gleichen Tage kenne..
    Das hatte ich 5 Monate lang nach der Geburt. Ab dann wurde es besser, auch weil 2 Monate später die Arbeit wieder los ging

  3. Gabriele sagt:

    Liebe Claudia, ich freue mich, dass du dir die lange Wartezeit mit so einem schönen Erlebnis verschönern konntest. Sieht gut aus euer
    Parfait. Ich wünsche dir noch eine entspannte Wartezeit und alles Gute für das große Ereignis. Liebe Grüße

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