Kagawa im Winter: Naoshima und teamLab.

Man kann Kagawa natürlich besuchen, ohne einen Fuß auf die Insel Naoshima zu setzen. Ist dann halt nur schade, denn Naoshima hat sich dank verschiedener Museen und Kunstinstallationen in wunderschöner Landschaft zu einem echten Besuchermagneten verwandelt.

An unserem zweiten Tag in Kagawa hatte sich der Wind etwas beruhigt, und so konnten wir schön warm im Sonnenschein am Hafen von Takamatsu auf unser Schiff warten.

Mit der günstigsten Option, der Fähre, ist man zwar eine knappe Stunde unterwegs, aber bei starkem Wellengang ist ein großes Wassergefährt wirklich zu empfehlen. Wenn das Wetter, wie in unserem Fall, mitspielt, kann man auch mit einem der kleineren Schiffe mitfahren und spart fast die Hälfte der Zeit ein.

Bei unserem letzten Besuch Naoshimas hatten wir Fahrräder ausgeliehen, aber schwanger wäre das etwas anstrengend gewesen. Wir kurvten also in einem kleinen Leihwagen über die Insel.

Anfang Februar war auf Naoshima zwar mehr los als auf Teshima am Vortag, aber insgesamt war es sehr ruhig und wir hatten an keiner Stelle das Gefühl, dass wir etwas wegen der vielen Besucher nicht komplett genießen könnten. Sogar der gelbe Kürbis von Yayoi Kusama, das wahrscheinlich beliebteste Fotomotiv auf der ganzen Insel, hatten wir für uns allein.

Im Vorfeld hatten wir Tickets für das Chichu Art Museum (Chichūbijutsukan 地中美術館) reserviert. Vor zwei Jahren konnte man dort noch ohne Reservierung hereinspazieren, inzwischen muss man entweder online zeitgebundene Tickets vorbestellen oder darauf hoffen, dass an dem Tag noch nicht alle Tickets ausverkauft sind.

Das in den Boden gebaute Museum, von dem man leider nur an der unten fotografierten Stelle Fotos machen darf, ist ein Kunstwerk in sich selbst und gleichzeitig Heimat von drei Dauerausstellungen, auf die es architektonisch komplett abgestimmt ist.

Diesmal ganz besonders schön war der Raum, in dem man den Wandel von sechs großen Seerosenbildern von Claude Monet unter dem wechselnden natürlichen Licht von draußen beobachten kann.

Insgesamt verbrachten wir etwa zweieinhalb Stunden dort, und hätten wahrscheinlich auch noch länger dort bleiben können. Für mich ist das Chichu Art Museum das Highlight der ganzen Insel.

Da sowohl wir als auch meine Schwiegereltern Naoshima schon einmal besucht hatten, beschränkten wir uns diesmal auf einen kleinen Teil der Insel, aber in den letzten zwei Jahren hat sich da nicht viel geändert:

Mehr: Kagawa, Teil 1: Naoshima (2018)

Bevor wir wieder nach Takamatsu fuhren, machten wir lediglich einen kleinen Abstecher zum Kunstbadehaus I❤︎湯 (I Love Yu, wobei Yu heißes Wasser ist). Dort kann man während eines heißen Bads Kunst genießen. Leider ist ein Besuch ohne zu Baden nur während der besucherreichsten Monate möglich, und während der Schwangerschaft soll man nicht heiß baden.

Wir haben den beiden älteren Herrschaften an der Kasse aber versprochen, dass wir dann mit Baby wiederkommen. 😉

Für uns ging es mit der Fähre zurück nach Takamatsu, wo wir vor dem letzten Programmpunkt des Tages noch Abendessen essen wollten. Vor zwei Jahren waren wir schon einmal auf Empfehlung im Laden Ofukuro gewesen. Dort gibt es Hausmannskost zu niedrigen Preisen.

Leider hat sich das Restaurant in den letzten zwei Jahren von einem Geheimtipp in das beliebteste Restaurant auf Trip Advisor verwandelt. Die Betreiber scheinen nicht ganz mit den vielen Gästen klarzukommen, und so hat sich die Atmosphäre stark verändert. Die Angestellten sind oft sehr gehetzt und machen viele Fehler. Das Essen ist aber noch immer hervorragend. (Wir waren sehr früh da, deswegen ist es auf dem Foto so leer.)

しるのお店おふくろ Shiru no Omise Ofukuro
香川県高松市瓦町1丁目11−12
Kawaramachi 1-11-12, Takamatsu, Kagawa
Montag bis Samstag von 17 bis 23 Uhr geöffnet, Sonntag geschlossen

Als es draußen dunkel wurde packten wir unsere Sachen zusammen und fuhren mit dem Taxi zum Ritsurin-Garten (Ritsurin-Kōen 栗林公園). Dort befindet sich noch bis zum 8. März 2020 eine große Installation der Produktionsfirma teamLab. TeamLab betreibt auch in Tokyo eine große Installation, die wir bereits besucht haben.

Mehr: MORI Building Digital Art Museum: Epson TeamLab Borderless

Im Ritsurin-Garten ist die gesamte Installation unter freiem Himmel zu bestaunen. Das Thema ist „Digitalisierte Natur“ und anders als in Tokyo wird hauptsächlich mit Licht statt mit Projection Mapping gearbeitet.

Besonders auffällig bei dieser Installation sind die vielen leuchtenden Ballons, die auf Berührung und die Ballons um sie herum reagieren und ihre Farbe ändern. Damit zu spielen hat sowohl Erwachsenen als auch Kindern unglaublich viel Spaß bereitet. Hat man ja auch nicht jeden Tag, dass man mit großen leuchtenden Objekten interagieren darf.

Der Ritsurin-Garten ist nicht auf große Menschenmassen ausgelegt, an der ein oder anderen Stelle wurde es also sehr eng.

Ein Problem ist natürlich auch, dass es in der Natur der Installationen von teamLab liegt, unglaublich fotogen zu sein. Egal wie viele Aufpasser darum bitten, an den Engstellen nicht zu fotografieren – es fotografieren doch alle. Damit muss man bei so einer Aktion einfach rechnen und dann vielleicht lieber die Besucherzahl begrenzen.

Insgesamt war es aber wirklich eine schöne Erfahrung und hat sicher viele Leute zu einer Jahreszeit, in der der Ritsurin-Garten sonst nicht sonderlich ausgelastet ist, zu ihm gelockt. Er ist aber auch ohne ein aufwändiges Event immer einen Besuch wert. 🙂

Mehr: Kagawa, Teil 2: Der Ritsurin-Garten (2018)

2 Gedanken zu „Kagawa im Winter: Naoshima und teamLab.

  1. Anika sagt:

    Haha, ja, Onsen ist auch wieder so ein Streitpunkt in der Schwangerschaft. Genau wie Sushi
    Mit Baby ohne dass man baden muss ist ja aber auch schön 🙂

    Und jetzt bin ich am überlegen ob ich zu viel Geld ausgebe um in den Ritsurin Koen zu fahren, aber ich will ja auch Fotos vom Tag ohne Lichtballons..

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