Kurz eingeschoben: Coronavirus.

Ich bezweifle, dass der Coronavirus (COVID-19) an irgendjemandem vorbeigegangen ist. Seit Wochen beherrscht er die Schlagzeilen, inzwischen sind über 60 000 Fälle bestätigt und die Anzahl der Toten übertrifft die von SARS.

Dank des starken Luftverkehrs zwischen China und dem Rest der Welt breitet der Virus sich zwar weltweit aus, aber Japan ist natürlich näher an China als Deutschland. Hier also kurz die Situation in Japan insgesamt und bei mir ganz besonders.

In Japan: Über 30 Erkrankte, eine Tote

Gestern wurde vermeldet, dass die erste Japanerin innerhalb Japans an den Folgen des Coronavirus verstorben ist. Die Frau war 80 Jahre alt, was in das bisherige Schema der Verstorbenen auch in anderen Ländern passt. Noch ist nicht ganz genau geklärt, wie sie sich angesteckt hat, aber sie war vor der Erkrankung nicht in China.

Unter den Japanern und Angehörigen von Japanern, die aus der Gegend um Wuhan evakuiert wurden, waren 12 Erkrankte. Außerdem wurde der Virus in dem Quarantäneoffizier, der für das vor Yokohama ankernde Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ zuständig war, festgestellt. Der Rest der in Japan Erkrankten setzt sich aus Touristen aus China und in Japan Angesteckten zusammen.

Die inzwischen 218 Infizierten auf der „Diamond Princess“ würde ich nicht unbedingt zu „Erkrankungen in Japan“ zählen, weil sie sich in ihrem persönlichen abgeschirmten Albtraum befinden. Man überlegt derzeit bestimmte Passagiere vom Schiff aufs Festland zu lassen, nachdem sie negativ getestet wurden.

Man muss natürlich davon ausgehen, dass noch viel mehr Menschen infiziert sind, als bisher festgestellt wurde. Der Virus konnte auch in Menschen ohne Symptome nachgewiesen werden. Im Nachhinein muss man bei manchen Erkrankten auch sagen, dass sie vielleicht nicht ganz so verantwortungsvoll gehandelt haben: Ein Arzt in der Präfektur Wakayama hat statt zuhause zu bleiben fiebersenkende Medikamente eingenommen und weitergearbeitet. Angesichts der japanischen Arbeitskultur, vor allem im medizinischen Sektor, ist das zwar verständliches Verhalten, begünstigt die Ausbreitung aber enorm.

Glücklicherweise haben wir in Japan aber ein gut funktionierendes Gesundheitssystem und mit besseren Testmethoden sollte es bald möglich sein, Erkrankungen schnell zu erfassen und die Ausbreitung einzudämmen. Panik zu schieben, bringt nichts.

Japan lässt Personen aus den Provinzen Wuhan und Zhejiang nicht mehr einreisen, sträubt sich aber noch, den Einreisestopp auf ganz China auszuweiten.

Persönliche Auswirkungen

Wie viele Leser wissen, bin ich schwanger. Schwangere haben ein geschwächtes Immunsystem und sind somit für sämtliche Krankheiten anfälliger. Obwohl ich weiß, dass es nicht ganz so viel bringt, trage ich seit Monaten jeden Tag zumindest in der Bahn eine Gesichtsmaske.

Das Problem derzeit: Masken sind überall ausverkauft. Die Firmen kommen einfach mit der Produktion nicht hinterher und wenn es ein paar Packungen in die Läden schaffen, sind sie sofort weg. Derzeit schaue ich also bei jedem Conbini, den ich betrete, erst einmal nach, ob es dort vielleicht noch Masken gibt. Manchmal habe ich Glück, aber meist hängt dort lediglich ein Schild, auf dem sich für die Unanehmlichkeiten entschuldigt wird.

Zum Glück sind Masken nicht die wichtigste Vorsorgemaßnahme. Schnödes Händewaschen hilft da viel mehr, außerdem sollte man darauf achten sein Gesicht nicht anzufassen. Dabei hilft aber natürlich eine Maske sehr.

Insgesamt habe ich keine größere Angst vor dem neuen Coronavirus als vor allem, was in den tokyoter Bahnen sonst noch so herumfliegt. Bei einer weiteren Ausbreitung des Virus hätte ich die Möglichkeit, komplett von zuhause zu arbeiten, aber im Moment erscheint mir das doch als ein wenig zu drastisch.

Also: Hände waschen und hoffen, dass der Spuk bald vorbei ist.

4 Gedanken zu „Kurz eingeschoben: Coronavirus.

  1. Danny sagt:

    Soll nicht auch ein Taxifahrer positiv getestet wurden sein? Kam gestern bei NHK.
    Die Frage ist auch ob die 0815 Masken überhaupt etwas bewirken. Die ganz einfachen sind viel mehr dazu da um andere Leute vor den eigenen Tröpfchen zu schützen. Die sollten schon komplett abdichten (also um die Nase) und FFP2 besser FFP3 (N95/99?) Standard erfüllen. Und dann sind Augen und Ohren noch ungeschützt…
    Letzten endes kann man nur das beste hoffen und sich wenigstens etwas vorbereiten.

    • Claudia sagt:

      Ja, in Tokyo wurde ein Taxifahrer positiv getestet. Gegen Corona helfen die schnurznormalen Masken eher nicht, aber ich denke mir dann „besser als nichts“. Am besten also große Menschenansammlungen vermeiden und wie gesagt Hände waschen nicht vergessen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.