Glücksbringer mit Haltbarkeitsdatum.

Wer in Japan mal bei einem Schrein war, hat sie sicher gesehen: Omamori (お守り) oder Glücksbringer in Form von kleinen Stofftäschchen. Es gibt sie meist in verschiedenen Versionen, ob für die Liebe (えんむすび oder 縁結び), Sicherheit im Verkehr (交通安全), Gesundheit (健康御守) oder etwas anderes.

Ich habe zuhause auch so einige, weil wir auf Reisen immer mal Schreine besuchen und wenn man schon mal dort ist… 🙂

Allerdings bringt es nichts, die Glücksbringer zu horten, denn sie haben ein Haltbarkeitsdatum.

Omamori sind nur für ein Jahr oder bis sich der Wunsch erfüllt hat, je nachdem was früher kommt, „gültig“, danach sollten sie zurückgegeben werden. Wer sie länger herumliegen lässt läuft Gefahr, dass das Gegenteil von dem, was der Glücksbringer eigentlich bewirken sollte, passiert. Hier kommt es natürlich darauf an, wie sehr man daran glaubt.

Links: Vom Naikū in Mie; Mitte: Vom Kameido Suimangū in Tokyo; Rechts: Vom Konpirasan in Kagawa

Wir hatten um ehrlich zu sein noch ziemlich alte Omamori herumliegen und beschlossen, sie alle auf einmal zurückzugeben. Am effektivsten ist es natürlich, jeden einzelnen Glücksbringer dorthin zurückzubringen, wo man ihn bekommen hat. Da wir aber nicht einfach so nach Mie oder Kagawa fahren können, haben wir einfach alles beim Kanda-Myōjin in der Nähe von Akihabara abgegeben.

In den Schreinen gibt es eigene Boxen für die alten Glücksbringer und ähnliches, auf denen 古札納所, 古神札納所, 古神符納所 oder zumindest etwas mit 古 (alt) und 納 (abliefern) steht.

Hier die Box des Izumo-Taisha in Shimane

Wenn man Glücksbringer aus anderen Schreinen abgeben möchte, sollte man aber vorher nachfragen, ob das okay ist. In manchen Schreinen wird es wohl nicht gern gesehen.

Außerdem sollte man nach Möglichkeit Glücksbringer aus Schreinen (Shintoismus) und Tempeln (Buddhismus) getrennt jeweils bei einem Schrein oder Tempel abgeben.

Wenn man keine Lust hat extra zum Schrein zu gehen, kann man die Glücksbringer auch in den brennbaren Müll schmeißen. Das würde mir allerdings ziemlich schwerfallen und irgendwie hätte ich auch Sorge, dass die Götter das gar nicht lustig fänden.

Zwar bin ich nicht gläubig, halte das aber wie die Japaner: Lieber richtig machen, falls doch etwas dran ist.

Habt ihr schon einmal einen Omamori gekauft? Und liegt er noch nach Jahren bei euch zuhause rum? 😉

8 Gedanken zu „Glücksbringer mit Haltbarkeitsdatum.

  1. Tim sagt:

    Oh haha, ich wusste garnicht, dass man die Omamori(s) wieder zurückgeben muss. Also wenn man an die Wirkung glaubt. Ich habe auch noch ganz viele bei mir liegen, weil ich mir welche als Andenken gekauft habe. Aber zum Glück ist die gegenteilige Wirkung bei mir (noch) nicht eingetreten. ^^

    • Claudia sagt:

      Da Omamori und alles ringsherum sowieso hauptsächlich Aberglaube ist (ich hoffe ich werde jetzt nicht vom Blitz getroffen 😉 ) kann man die Glücksbringer natürlich auch einfach aufbewahren. Bei uns sammelt sich das nur so schnell an…

  2. Dommie sagt:

    Also bei mir gibt’s meistens nur einen Glücksbringer, da es ja auch nicht „gut“ ist verschiedene Glücksbringer von verschiedenen Göttern mit sich zu tragen.
    Gebe das dann auch meistens zu Neujahr direkt wieder ab.

  3. Anna sagt:

    Ich hab einen von meinem japanischen Professor als Mitbringsel bekommen, als ich mein Auslandssemester in Japan gemacht habe. Den hab ich daher behalten und hab auch nicht vor den weg zu werfen xD
    Aber ich glaube auch nicht wirklich dran.

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