Yubaba treffen: Die Toshio Suzuki und Ghibli-Ausstellung in Tokyo.

Gleich neben dem bekannten Kanda Myōjin (神田明神) zwischen den Bahnstationen Akihabara und Ochanomizu befindet sich seit neustem die Kulturhalle Edocco. Dort kann man traditionelles essen, sehen und selber machen.

Ich war gestern dort, weil dort noch bis zum 12.5. etwas ganz besonderes gezeigt wird: Die Toshio Suzuki und Ghibli-Ausstellung (鈴木敏夫とジブリ展).

Vielleicht muss ich erst einmal erklären, wer dieser Toshio Suzuki ist. Es handelt sich hierbei um den Produzenten beinahe sämtlicher Ghibli-Filme und ganz nebenbei auch um den Menschen, der die Titel für viele Filme geschrieben und die Werbeslogans entwickelt hat. Es geht bei dieser Ausstellung also um Kalligraphie und Worte.

Auch am Montag Morgen war es ziemlich voll, aber für Tokyoter Verhältnisse noch erträglich. Da habe ich schon schlimmere Ausstellungen erlebt.

In der Ausstellung gibt es drei Räume, in denen man fotografieren darf und die ihr natürlich alle in diesem Eintrag sehen könnt: Die mit Kalligraphie von Filmzitaten überlegten Bilder, die ihr im Titel sehen könnt; das Yubaba/Zeniba-Orakel; das Modell des Badehauses aus dem Film „Chihiros Reise ins Zauberland“.

Tatsächlich ist die Reise ins Zauberland in der Ausstellung am stärksten vertreten, aber für den Liebhaber von fast jedem Ghibli-Film sollte sich etwas finden. Ich meine, es gab sogar Informationen zu „Der Mohnblumenberg“, meinem absoluten Lieblingsfilm des Studios, der sonst immer schmächlich ignoriert wird.

Neben Kalligraphie von Filmzitaten werden auch andere Schrifstücke ausgestellt, die Einblick in die Produktion der Fernsehwerbung für die Filme und die Entstehung der prägnanten Schriftzüge für die Filmtitel geben.

Gegen Ende der Ausstellung trifft man, wie oben schon angedeutet, auf das Yubaba und Zeniba-Omikuji-Orakel. Yubaba sagt einem das Schicksal für die Liebe voraus, Zeniba das für generelles Glück. Wenn man selbst dran ist, zieht man an einem im Mund befestigten Holztafeln, die an jene aus dem Film erinnern. Auf den Tafeln sind Nummern angegeben, aus dem Schubfach mit der gleichen Nummer bekommt man dann sein Schicksal zusammen mit einem Filmzitat und ein wenig Hintergrundinformationen.

Auf der Rückseite befindet sich Yubaba

Eine kleine Warnung für Leute, die kein Japanisch lesen können: Es ist so gut wie alles auf Japanisch. Ihr müsst es euch wie eine Kalligraphie-Ausstellung mit Ghibli-Bezug vorstellen, mit viel Kalligraphie und viel Text. Als ich aus der Ausstellung herauskam sah ich einige westliche Touristen und fragte mich, ob sie genauso viel Spaß wie ich haben würden.

Zum Schluss musste ich aber natürlich durch den Souvenirladen. Dort gibt es einige Dinge, die exklusiv für die Ausstellung produziert wurden und andere Sachen, die man sonst nur im Ghibli-Museum in Mitaka bekommt.

Mehr: Das Ghibli-Museum in Mitaka.

Hier meine ausstellungsspezifischen Mitbringsel:

Das oben links ist ein Handtuch

Aber auch wenn man nicht in die Ausstellung geht, kann man Sachen kaufen. Im Erdgeschoss des Edocco gibt es Souvenirs, die es im Museumshop nicht gibt und bei dem Stand für Glücksbringer (Omamori) und Wunschplaketten (Ema) kann man sich auch eindecken.

Auf dem Weg zur Arbeit, ich hatte mir nur den Vormittag freigenommen, tat ich dann etwas, was ich sonst nicht mache: Ich nahm an einer Stamp Rally teil. Dafür besucht man bestimmte Bahnhöfe, in diesem Fall Shin-Ochanomizu (in der Nähe des Schreins), Tameikesannō (da muss ich eh immer vorbei) und Mitsukoshi-mae und drückt die dort ausliegenden Stempel auf einen dafür vorgesehenen Vordruck. Wer alle drei Stempel zusammenbekommt, kann sich am Ausstellungsort eine Klarsichthülle mit Aufdruck abholen. 😀

Für den Rest der Freistellen muss man traditionelle Läden besuchen

Mir hat die Ausstellung viel Spaß gemacht, auch weil es mal etwas anderes war. Wer keine Lust auf Tokyo hat oder erst im Sommer nach Japan kommt, kann sich die Ausstellung vom 13. Juli bis 23. September im Huis Ten Bosch in Nagasaki ansehen.

Jetzt hoffe ich nur noch, dass die Ghibli-Architekturausstellung mal wieder nach Tokyo kommt…

Die Ausstellung ist vom 20. April 2019 bis zum 12. Mai 2019 jeden Tag von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

3 Gedanken zu „Yubaba treffen: Die Toshio Suzuki und Ghibli-Ausstellung in Tokyo.

  1. Anika sagt:

    Hach… Ich vermisse es so sich einfach mal ohne triftigen Grund (=Krankheit) freinehmen zu können…

    Und ich habe jetzt erst gesehen, dass wir das selbe WP Theme verwenden? Zumindest irgendwo habe ich auch Sela

    • Claudia sagt:

      Das ist bei mir auf Arbeit zum Glück äußerst kulant geregelt. Tatsächlich muss ich noch ein wenig mehr freinehmen, damit ich meinen Obon-Urlaub bekomme.

  2. Nadin sagt:

    Ich bin lange nicht zum Lesen gekommen. Aber jetzt habe ich bemerkt, dass wir den selben Lieblingsfilm vom Studio Ghibli haben. Drr Mohnblumenberg ist aber auch ein toller Film.
    Grüße von einer Berlinerin die Japan liebt. Hoffentlich können mein Mann und ich (und unsere kleine Tochter die aktuell 2 Monate ist) bald mal wieder nach Japan fliegen.

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