Die Japaner und ihre Haustiere.

Da in etwa zwei Wochen die Heisei-Ära mit der Abdankung des derzeitigen Kaisers vorbei sein wird, gibt es derzeit viele Artikel und Sendungen darüber, wie sich die Dinge in diesen dreißig Jahren verändert haben.

Letztens war in meiner Zeitung ein spannender Artikel zu Haustieren, und da wir uns hier im Internet befinden und Hunde und Katzen immer gut funktionieren, möchte ich euch die wichtigsten Punkte nicht vorenthalten.

Mitte der 90er Jahre, die Zahlen stammen von 1994, gab es in Japan etwas mehr als 1,6 Millionen Haustiere, wobei es knapp 200.000 mehr Hunde als Katzen gab. Inzwischen sind die Katzen in Führung, während deren Zahl nämlich stetig weiter gestiegen ist, gab es letztes Jahr weniger Hunde als noch vor 24 Jahren. Das hat wahrscheinlich nicht nur etwas mit Katzenvideos auf YouTube zu tun, sondern auch damit, dass die Familienkonstellation sich verändert hat. Soll heißen: Hunde brauchen einfach viel mehr Aufmerksamkeit, was schwierig ist, wenn beide arbeiten und keine Familie in der unmittelbaren Umgebung haben, die sich regelmäßig um den Hund kümmern möchte.

Tatsächlich gibt es Hunde, die kaum Gassi gehen. Stattdessen erleichtern sie sich auf spezielle Matten oder tragen gleich Windeln. Ja, es gibt gute Gründe für Hundewindeln, der Schwiegerhund ist inzwischen mit ihren 15 Jahren auch ziemlich inkontinent, aber es sollte bei gesunden Tieren nicht die Regel sein.

Sowieso: Hunde für Leute, die nicht Gassi gehen wollen, nennt man Katzen.

Während die Zahl der Hunde insgesamt gesunken ist, ist die Zahl der Rassehunde gestiegen. Wurden 1989 noch etwa 237.000 Rassehunde beim Japan Kennel Club, dem Dachverband der Hundezüchter, registriert, waren es zur Boomzeit, 2003, über 575.000. Letztes Jahr ist die Zahl der Neuanmeldungen wieder auf 292.000 gesunken. Die Beliebtheit bestimmter Hunderassen wird oft von den Medien beeinflusst, etwa weil sie in Filmen und der Werbung vorkommen, oder weil japanische Fernsehpersönlichkeiten ihre Haustiere zeigen.

Je beliebter Rassehunde werden um so mehr Pet Shops gibt es und je mehr Pet Shops es gibt, umso mehr Leute möchten auch gern so einen kleinen süßen Hund haben. Ein Perpetuum Mobile des Hundehandels. Um die eklatanten Mängel in diesem Gewerbe einzudämmen wurde das japanische Tierschutzrecht in den letzten dreißig Jahren bereits dreimal verschärft, und auch 2019 möchte man es ausweiten.

Bei Katzen hieß es lange noch: Wir brauchen keine Rassekatze, ein Mischling tut es auch. Doch auch hier steigen nicht zuletzt dank des Fernsehens und Instagrams die Zahlen der Rassekatzen, vor allem Scottish Folds sieht man oft.

Früher wurden sowohl Hunde als auch Katzen oft draußen gehalten, inzwischen sieht man das nur noch recht selten. Hunde sind für viele inzwischen Teil der Familie und dürfen selbstverständlich drinnen schlafen. Für Katzen wird in Japan die komplette Innenhaltung empfohlen, einfach damit sie nicht verschwinden oder sich mit einer Straßenkatze streiten und verletzt werden.

Yuzu darf immerhin nach draußen gucken. 😉

Für das Wohlergehen ihrer Vierbeiner machen die Japaner übrigens einiges an Geld locker, pro Hund gibt eine japanische Familie im Monat im Durchschnitt 11,480¥ (ca. 91€) aus, pro Katze sind es 7,521¥ (ca. 60€) und wahrscheinlich der regelmäßige Neukauf von Vorhängen. Auch für Tierärzte wird immer mehr Geld ausgegeben, denn natürlich möchte man für ein vierbeiniges Familienmitglied nur das Beste.

Und für irgendetwas muss das Geld ja auch verwendet werden: Inzwischen gibt es mehr Haustiere als Kinder unter 15 Jahren in Japan.

Ein Gedanke zu „Die Japaner und ihre Haustiere.

  1. Anika sagt:

    Dann mag ich die Reihe doch mal so beginnen:
    Ein Kind das nicht wiedersprechen kann und dessen Ausbildung einen nicht arm macht nennt man Hund. Und ein Hund den man nicht Gassi führen muss nennt man Katze. Richtig?
    Und eine Katze, die keine Vorhänge kaputt macht (meistens zumindest) nennt man Kaninchen.
    Oder so…
    Ich will ein Erdbebensicheres Aquarium :/

    Ich bin gespannt auf die kommenden Verschärfungen..

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