Yuzu.

Auf der Facebook-Seite zum Blog habe ich es schon bekanntgegeben, jetzt auch noch einmal hier: Wir teilen unsere Wohnung seit letzter Woche mit einer Katze, Yuzu.

Für uns war klar gewesen, dass wir eine Katze aus dem Tierheim wollten. Als ich die Benachrichtigung bekam, dass mein Mann nicht gegen Katzen allergisch ist, rief ich also direkt an und fragte, ob die Katze in die wir uns online so verliebt hatten denn noch zu haben sei.

Einen kleinen Großeinkauf später saß ich mit einer Transportbox in einem Taxi, denn das Tierheim liegt in einem Industriegebiet auf aufgeschüttetem Land am Meer, fernab von jedem Bahnhof.

Im Tierheim

Das Tierheim war viel kleiner, als ich es mir vorgestellt hatte. Trotzdem wirkten die Räume sehr leer und unbenutzt, in einer Ecke standen alte Transportboxen, in einer anderen eine Reihe Tische mit Stühlen. Von draußen hörte man das Bellen der Hunde, die auf alte und neue Halter warteten. Die drei Mitarbeiter im Büro waren offensichtlich sehr überrascht überhaupt jemanden zu sehen.

Nachdem ich mein Vorhaben klargemacht hatte, wurde ich von einem Pfleger in einen der hinteren Räume geführt, in dem drei Katzen in Käfigen standen. Zwei der Katzen warteten auf Adoptierwillige, die dritte wartete wohl auf ihren Halter. Katzenkäfige sind in Japan leider nicht ungewöhnlich, einige Katzen werden in so einen gesperrt während keiner zuhause ist. Käfige für Hunde gibt es übrigens auch.

Nachdem mir der Pfleger unsere neue Katze erklärt hatte und mehrmals nachfragte, ob ich wirklich kein Problem mit einer sehr scheuen Katze hätte, wurde Yuzu in die Transportbox verfrachtet und ich füllte ein paar Formulare aus. So einfach kann man eine kostenlose Katze bekommen.

Hier die Fragen, die mir gestellt wurden:

  1. Sind Haustiere in Ihrer Wohnung erlaubt?
  2. Sind alle Familienmitglieder einverstanden, eine Katze zu halten?
  3. Wer wird sich hauptsächlich um die Katze kümmern?
  4. Haben sie bereits andere Haustiere?
  5. Sind Sie bereit sämtliche zukünftige Arztrechnungen zu bezahlen?
  6. Werden Sie die Katze ausschließlich drinnen halten?

Nach etwa einer halben Stunde stand ich also mit einer Katze in der Transportbox im Industriegebiet und versuchte ohne Erfolg ein Taxi zu rufen. Letztendlich gondelten Yuzu und ich fast eine Stunde zu Fuß, im Bus und in der Bahn nach Hause.

Mit der Katze zuhause

Kurz nachdem ich die Transportbox geöffnet hatte, rettete Yuzu sich schon an einen sicheren Ort und grummelte und fauchte, wenn ihr jemand zu nahe kam. Sie ist eben eine kleine Angstkatze.

Die ersten Tage war Yuzu wie ein Geist: Obwohl sie sich uns nicht zeigte war der Futternapf leer. Wir suchten jeden Morgen nach dem Aufstehen nach ihr und lernten schnell ihre Lieblingsplätze kennen: Hinter dem Vorhang, die Lücke zwischen Bücherregal und Fenster, das Katzenklo. Eben überall, wo man sich gut verstecken kann.

Dass Yuzu so ängstlich ist hat aber keinen von uns überrascht. Sie stammt von einer streunenden Katze ab und wurde im Alter von etwa zwei Monaten halb tot aufgefunden. Im Tierheim wurde sie aufgepäppelt, war aber meist im Käfig, bevor wir sie fast drei Monate später zu uns holten. Ihre Erfahrungen auf dieser Welt sind bisher einfach nicht sonderlich positiv.

Inzwischen wissen wir, dass sie es liebt gestreichelt zu werden und zu spielen. Aber auch wenn sie sich im Spiel verliert, kommt immer recht schnell der Punkt, an dem sie sich wieder verstecken will. Wenn wir sie überraschen, ob gewollt oder nicht, faucht sie. Sie traut sich noch nicht so ganz durch die Wohnung zu laufen, wenn wir zuhause sind. Aber es wird langsam besser.

Kurz noch zu Yuzu…

Wir haben sie nach einer grapefruitartigen Frucht benannt, die in Ostasien recht beliebt ist. Grundsätzlich hatten wir nach Lebensmittelnahmen gesucht und Yuzu passte einfach am besten.

Sie ist eine ganz normale Straßenkatze, dadurch lässt sich auch ihr kurzer Schwanz erklären. Viele japanische Katzen haben eine genetische Mutation, die ihre Schwänze verkürzt. Außerdem ist Yuzus Schwanz ein wenig gebogen, deswegen sieht er auf Fotos so bauschig aus. Das wird in Japan Schlüsselschwanz (かぎしっぽ) genannt und soll das Glück festhalten. Für europäische Augen ist das ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber keine Sorge, den Katzen bereitet das keine Schwierigkeiten. 🙂

2 Gedanken zu „Yuzu.

  1. Tara sagt:

    Oh, hallo Yuzu! 🙂
    Was für ein süßes Ding. Ich hoffe, dass sie sich schnell an euch und ihr neues zu Hause gewöhnt. Katzen mit かぎしっぽ finde ich super niedlich, haha.
    Viel Spaß mit eurem neuen Familienmitglied!

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