Eine Berlinerin in Berlin. Mit einem Japaner.

Wir sind wieder zurück. Nach einer sehr unruhigen Nacht im heimischen Bett, konnte ich die letzte Nacht sehr gut schlafen und habe schon fast wieder genug Energie, um einen Eintrag zu schreiben. Aber nur fast, deswegen gibt es diesmal mehr Fotos und weniger Worte.

In Berlin übernachteten wir natürlich bei meinen Eltern. Sie wohnen in einem der Vororte, und dank hervorragend grüner Straßen kann man im Sommer auf dem Balkon unter einer Kastanie speisen. Für uns wurde freundlicherweise auch immer ein großes Frühstück aufgeräumt, mit Brötchen, Käse und anderen leckeren Dingen.

Zwar war es in Berlin ziemlich heiß, aber der berliner Sommer ist einfach viel schöner als der tokyoter Sommer. Während man bei uns wegen der Hitze nicht vor die Tür möchte, kann man sich in Berlin in Cafés und Restaurants bis spät abends nach draußen setzen und die Sonne genießen.

Die erste Woche verbrachte ich noch allein, mein Mann konnte sich nun wirklich keine 18 Tage freinehmen, also traf ich mich mit Freundinnen und Freunden zum Essen und Quatschen. Vielen Dank an Kathrin, Stefi, Julia, Melissa, Flo, Marco und Anna, dass ihr euch Zeit genommen habt! 🙂

Einige dieser Freundschaften unterhalte ich seit inzwischen 12 Jahren, und es ist jedes Mal als wäre keine Zeit vergangen. Solche Freundschaften schließt man nicht oft im Leben, und um so froher bin ich, dass ich in Berlin immer jemanden habe – also außer meiner Familie.

Was an Berlin auch absolut fantastisch ist, sind die vielfältigen Restaurants. Ob indonesische und thailändische Küche oder türkisches BBQ (absolute Empfehlung!), es gibt alles. Als eine Dame in einem anatolischen Restaurant nach einem richtig authentisch japanischen Restaurant in Berlin fragte, konnte ich ihr aber leider nicht so richtig dienen. Wir haben einfach in keinem gegessen. Letztendlich empfahl ich das Mamecha, ein japanisches Café.

Als mein Mann dann in Berlin eintraf, lautete die Devise für den Rest unseres Aufenthalts „Bier“. 😀 Er liebt einfach deutsches Bier und Currywurst, und schließlich hatte er sechs Jahre ohne Deutschlandaufenthalt auskommen müssen.

Tatsächlich konnte ich ihn sogar dazu überreden Milchreis zu essen. Milchreis klingt für viele Japaner erst einmal schrecklich eklig. Reis mit Milch und dann auch noch süß? Bäh! Dementsprechend zurückhaltend war er, als ich ihn endlich mit dem Essen meiner Kindheit vertraut machen wollte. Der Reis wurde erst skeptisch beäugt, bevor er sich dann, mit vorsorglich bereits verzogenem Gesicht, ans Essen traute. Als der Löffel es dann endlich in seinen Mund geschafft hatte, löste sich die Anspannung aber sofort:

„Oh, das ist ja lecker.“

Aber mir erst einmal Jahre vorheulen, was für schreckliche Dinge wir Deutschen mit Reis anstellen. 😉

Komplette Berlinisierung

Wir waren natürlich nicht nur in Berlin, sondern auch in Köln, Stockholm und dem Spreewald, aber das erzähle ich ein andern Mal. 🙂

Habt ihr noch Sommerurlaub, oder ist er schon vorbei? Wo geht/ging es hin?

24 Gedanken zu „Eine Berlinerin in Berlin. Mit einem Japaner.

  1. Tin sagt:

    Schöne Urlaubsbilder! Der Sommer in diesem Jahr ist wirklich gut hier in Deutschland.
    Lecker gedeckter Frühstückstisch Bestimmt vermisst Du deutsches Brot usw in Japan.
    Nächste Woche muss ich auch kurz nach Berlin, da werde ich das Restaurant Transit und Cafe Mamecha besuchen.:) Ich bin in Indonesien geboren und bin seit 30 Jahren hier in Deutschland.
    Wir verreisen erst später … im September und Oktober, nach UK und Indonesien/Bali.

    LG

  2. Isabella sagt:

    Haha, wenn ich meinem Freund vorschlage Milchreis zu essen, macht er ein Gesicht als hätte ich ihm gerade gesagt, er solle drei lebendige Babykatzen verspeisen 😉 Irgendwann wird er auch noch überzeugt 😉

  3. Juliane sagt:

    Echt, Ihr wart im Spreewald? Mensch, hätte ich das gewusst, hätte ich den Tag mit euch verbracht.

    Ich freue mich, wenn Ihr Spaß hattet.

    LG Juliane

  4. Lennart sagt:

    Mir kommt das alles so bekannt vor… V.a. der Japaner, der den deutschen Sommer und das Bier genießt.* Dass es euch Beiden gefällt, ist sehr wichtig. Und was denkt er sich, wenn er sieht, wie glücklich du mit den Cafés, Brötchen und Käse bist?

    Mein Sommerurlaub ging nach Kopenhagen und Schweden – wir entfliehen dem Monsun jedes Mal entweder nach Japan oder Europa. Frische Luft, geringste Bevölkerungsdichte, Ruhe.
    Ich bin auch deinem Beispiel gefolgt und habe meinen ersten Blogeintrag von vor 10 Jahren wieder herausgekramt.

    * Fall in meinem Freundeskreis. Er fand es letztendlich so toll, dass er nach Deutschland wollte. Und da leben die Beiden jetzt.

    • Claudia sagt:

      Mein Mann findet an Deutschland zwar auch viele Dinge eigenartig (darüber ein andern Mal mehr), aber insgesamt schon nett. Ich muss auch zugeben, jetzt wo ich wieder im geschäftigen Tokyo bin, sehne ich mich nach dem etwas gemütlicheren Berlin.

      In Kopenhagen war ich auch noch nie! Generell habe ich in Europa so viel noch nicht gesehen, das muss jetzt über die nächsten paar Jahre geändert werden. 🙂

    • Claudia sagt:

      Er sieht keinem von den beiden ähnlich. Die Brille ist zwar gleich, aber das ist nun wirklich auch die beliebteste RayBan-Sonnenbrille aller Zeiten.

  5. Fürstenau, Werner sagt:

    Wir haben uns sehr über Euren Besuch bei uns gefreut und dein Mann hat nun eine Vorstellung von dem
    Haus Deiner Grosseltern und ihrem Garten, in dem Du einen Teil Deiner Ferien verbracht hast.

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