Schmerzlich vermisst: Motivation.

Alle guten Dinge gehen zuende, so auch die Golden Week. Nachdem ich eine Woche zuhause war (davon habe ich aber 1.5 Tage gearbeitet – nur halt vom Sofa aus), musste ich am Montag Morgen wieder in die Bahn steigen und zur Arbeit fahren.

Scheinbar hatte nicht nur ich die Müdigkeit in den Knochen, denn die Bahn tuckerte langsam vor sich hin und verspätete sich weit mehr, als allgemein als „Morgenverkehrstandardverspätung“ gewertet werden kann. Zum Glück gibt es Podcasts, sonst würden mich solche Verspätungen noch mehr nach unten ziehen (derzeit höre ich „The Habitat“ und „Caliphate„).

Auf Arbeit angekommen versuchte ich mehrmals zumindest einigermaßen aufzuwachen, entschied mich letztendlich aber für die chemische Variante: Kaffee. Normalerweise trinke ich keinen Kaffee, sogar schwarzen Tee gibt es bei mir nicht täglich, aber trotzdem bekam ich keinen Koffein-Kick. Stattdessen war ich plötzlich einerseits müde, andererseits konnte ich mich aber auch nicht mehr entspannen. 1:0 für den Montag gegen mich.

Die Feiertage waren einfach nur schön. Wir fuhren in die Berge, grillten mit Freunden der Familie,  guckten Filme, ich traf mich mit deutschen Freundinnen und einem putzigen Hund, und insgesamt ließen wir es uns einfach gut gehen. Dass das Wetter an den meisten Tagen mitgespielt hat, war natürlich ein hervorragender Bonus, und dass es am ersten Tag zurück auf Arbeit erst einmal wie aus Kübeln regnete sprach nicht unbedingt für einen frohen Start in die Arbeitswoche. Montag 2, Claudia 0.

Für dieses Tief nach der Golden Week gibt es natürlich einen Namen: Mai-Krankheit (五月病; Go-gatsu-byō). Natürlich ist es nicht wirklich eine Krankheit, sondern eher ein „ich will aber mehr Urlaub haben.“ Japaner können sich oft nicht für längere Zeit freinehmen, weswegen die Golden Week und Obon im August so wichtig sind. Nur haben sie danach jeweils gar keine Lust, in den stressigen Alltag zurückzukehren.

Mein Mann und ich, wir haben uns einen kleinen Stoßdämpfer eingebaut: Ab Freitag haben wir noch einmal vier Tage frei. Dann geht es mit der Bahn auf die Insel Shikoku (四国). Vielleicht finden wir ja dort die schmerzlich vermisste Motivation wieder. 😉

Wie geht es euch nach längeren Urlauben? Seid ihr motiviert?

5 Gedanken zu „Schmerzlich vermisst: Motivation.

  1. Seiya sagt:

    Ich war in Kanazawa (金沢) und habe Kenroku-en(兼六園) besucht, die war sehre schöne Japanische Garten. Und natürlich habe ich viele leckere Japanische Essen …. Obwohl ich Japanisch bin, es war meine zuerst Besuch bei Kanazawa.

  2. Anika sagt:

    Selbstverständlich bin ich nach dem Urlaub nicht motiviert.
    Bisher war mein Erfolgsrezept: einfach keinen nehmen!
    Inzwischen bräuchte ich ab und zu mal Urlaub vom Kind, aber das ist leider nicht möglich :/

  3. Lennart sagt:

    Liebe Claudia, in Japan ist es ja Brauch, aus dem Urlaub oder der Dienstreise etwas von dort für die Kollegen mitzubringen.
    Was hast du deinen Kollegen aus Deutschland mitgebracht?
    Und was habt ihr (neben Blu-Ray-DVDs) für euch selbst mitgebracht?

    (Bei mir ist es meist Käse (auch jeder, der mich besucht, muss Käse dabei haben ^^), Schokolade, Gummibärchen, Marmelade und Brühe)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.