Shikoku, Teil 2: Dogo Onsen.

Die, neben der Burg, bekannteste Sehenswürdigkeit in Matsuyama (松山) ist der Dôgo Onsen (道後温泉). Nachdem wir von unserem Ausflug auf die kleinen Inseln zurückgekehrt waren, setzten wir uns also in eine der putzigen Straßenbahnen und fuhren hin.

Der Dogo Onsen ist wirklich alt, seine Geschichte reicht angeblich etwa 3000 Jahre zurück. Doch auch, wenn diese Legenden nicht stimmen sollten, einer der ältesten Onsen Japans ist er trotzdem. Das jetzige Onsengebäude wurde 1894 erbaut.

Eines der Symbole des Onsens ist der weiße Reiher, den ihr auf dem Foto oben auf dem Dach sehen könnt. Der Legende zufolge badete ein verletzter Reiher im Onsen und seine Verletzung heilte. Nachdem die Menschen das sahen, begannen sie im Onsen zu baden.

Der Onsen ist durchaus voll, als wir abends ankamen hätten wir eineinhalb Stunden warten müssen, um reinzukommen.

Darauf hatten wir keine Lust, und gingen stattdessen in das Tsubaki no Yu (椿の湯), einen anderen Onsen ganz in der Nähe. Dort kommt man direkt hinein. 🙂 Es ist aber durchaus nicht so, wie man sich bei uns in Tokyo einen Onsen vorstellt, mit verschiedenen Becken, Aussicht und Entspannung – nein, das hier ist mehr wie ein Sentô (銭湯), ein Badehaus. Die Becken sind aus Stein, es gibt keine bereitgestellte Seife, und Handtücher gibt es auch nur in klein. Wir haben kurzerhand große Badehandtücher gekauft.

Das Badeonsenhaus war ganz anders, als ich es kenne, aber deswegen auch spannend. Würde ich jedem empfehlen. Was ich außerdem jedem empfehlen würde: Das Dôgo-bakushu-kan (道後麦酒館 ).

Dieses Restaurant befindet sich direkt neben dem Dogo Onsen, und bietet zu, zumindest aus tokyoter Sicht, moderaten Preisen lokale Küche und lokalen Alkohol. Ganz besonders gefreut hat mich, dass man in dem Restaurant nicht rauchen darf. Oft kommen wir aus solchen Lokalen nur mit starkem Rauchgeruch an unserer Kleidung und in unseren Haaren heraus, aber wenn keiner raucht, ist das natürlich kein Problem. 🙂 Die lokale Küche ist, sofern ich das einschätzen kann, wirklich lecker und vor allem leicht.

Nach dem Essen fuhren wir ins Hotel, um am nächsten Morgen früh aufzustehen und doch noch in den Dogo Onsen zu gehen. Es gibt verschiedene Angebote für die beiden Bäder 神の湯 (Kami no Yu; Bad der Götter) und 霊の湯 (Tama no Yu; Bad der Seelen). Wir entschieden uns für das Bad der Götter und Tee und Kekse in einem extra Raum nur für Leute, die dasselbe Programm gebucht hatten. Einen Yukata bekommt man auch ausgeliehen. Pro Person kostete das 840 Yen (etwa 7€). Das Bad der Seelen ist teurer.

Das Bad an sich war sehr klein, und es gab wieder nur ein Becken, an dessen Rand die Besucherinnen saßen. Also wieder ein Badeonsenhaus. 😉 Dennoch war es ziemlich spannend, mal so einen alten Onsen zu sehen. Das Gebäude an sich ist auch wirklich schön, und beherbergt unter anderem ein Bad für die kaiserliche Familie. Das darf natürlich sonst niemand verwenden.

Der Dogo Onsen hat übrigens das Badehaus in „Chihiros Reise ins Zauberland“ inspiriert. Ein bisschen sehe ich das auch, obwohl natürlich das Badehaus dort sehr viel größer ist. Aber der Eingang und die Lichter – haut hin. 🙂

4 Gedanken zu „Shikoku, Teil 2: Dogo Onsen.

  1. Dommie sagt:

    Dachte immer die Inspiration zu Chihiro soll von Taiwan kommen?

    In einen Onsen gehts bei mir wohl, wenn ich demnächst meine Eltern irgendwie zwei Wochen unterhalten muss, da sie der Meinung waren es wäre toll mich zu besuchen 😀

  2. Maike sagt:

    Ich war 2007 mir meinen Mann in Bepu im Onsen und fand das sehr befremdlich.
    Aber nun habe ich das mal gemacht und ich glaube wenn man mit seinem japanischen Partner im Onsen ist wird man nicht so angespart wie zwei westliche Europäer.
    Zumindest lachen wir heute noch über dieses Erlebnis.

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