Hightech-Haushaltsgeräte!

In eineinhalb Wochen ziehen wir um, und inzwischen haben wir immerhin die Haushaltsgeräte soweit ausgesucht und gekauft. Wenn ich jemals mit euch unterwegs und in einem Elektronikladen verloren gehen sollte – geht einfach zur Haushaltselektronik-Abteilung. Ihr werdet mich dort finden. Versprochen. 😀 Zugegebenermaßen habe ich keine Ahnung von Haushaltsgeräten, aber toll finde ich sie trotzdem. Deswegen möchte ich euch zwei teure Haushaltsgeräte vorstellen, die mit uns ins Haus einziehen werden, und warum es ausgerechnet diese sein mussten.

Klimaanlage: Daikin Urusara 7 (うるさら7)

urusara

Unser Haus ist kalt. Natürlich haben wir versucht, es durch den Umbau ein wenig wärmer zu gestalten, aber wir haben keine unbegrenzten finanziellen Mittel. Da wir eh eine neue Klimaanlagen anschaffen mussten, haben wir also nach einer gesucht, die besonders gut wärmt. So kamen wir auf die Urusara 7 von Daikin, gewissermaßen deren Zugpferd.

Was daran ist so toll? Es gibt mehrere Dinge, die für die Urusara 7 sprechen: Es ist die einzige Klimaanlage auf dem Markt, die die Luftfeuchtigkeit nicht nur senken sondern auch anheben kann. Das ist besonders im Winter durchaus nötig. Außerdem pustet sie warme Luft nicht stupide in den Raum, wo diese sich direkt an der Decke ansammeln kann, sondern wärmt den Fußboden. Um das zu bewerkstelligen bläst sie die warme Luft direkt nach unten. Ein anderes Problem bei Klimaanlagen ist, dass sie nicht mehr funktionieren, wenn es zu heiß oder zu kalt ist. Dann funktioniert der Wärmeaustausch nicht mehr. Diese Klimaanlage heizt auch bei -25°C noch. Ach, und dank einer Zusatzoption ist sie mit dem Internet verbunden, man kann sie also von unterwegs an- und ausschalten. Das ist bei einer vergesslichen Person wie mir durchaus praktisch. 😉

Normalpreis: ca. 300,000¥ (ca. 2450€)
Gekauft für: ca. 170,000¥ (ca. 1390€)

Günstig weil wir direkt nachdem die neuste Version herauskam zum Outlet rannten und uns die stark vergünstigte Ende 2015 erschienene Version kauften. Große Unterschiede gibt es nicht.

Kühlschrank: Mitsubishi MR-JX47A(N)

Den Kühlschrank, den wir die letzten fünf Jahre verwendet haben, bekam mein Mann damals gebraucht von einem Studienkollegen. Als wir zusammenzogen war einfach so viel zu kaufen, dass es für einen Kühlschrank nicht reichte. Er kühlt noch, aber ist erstens viel zu klein und zweitens friert er manchmal Dinge ein, die nicht im Gefrierfach sondern im Kühlfach sind.

Wir suchten nach einem Kühlschrank unter 500L. Derzeit gibt es einige Kühlschränke mit lustigen Funktionen auf dem japanischen Markt: Panasonic-Kühlschränke frieren etwas ganz leicht ein, um es lange frisch zu halten; Hitachi-Kühlschränke haben ein Vakuum-verschlossenes Fach. Wir entschieden uns für Mitsubishi. 🙂

kühlschrank

Was ist an dem Kühlschrank so toll? Erst einmal ist er nicht so riesig. Ich wollte keinen Kühlschrank, der viel größer ist als ich. Außerdem hat er neben einem großen Gefrierfach (das zweite von unten) ein kleines mit 切れちゃう冷凍 (Kirechau Reitô). Bei -7°C werden die Dinge zwar eingefroren, man kann sie aber noch immer schneiden oder anders portionieren. Das ist für uns besonders spannend, schließlich frieren wir all unsere Bento-Speisen ein, müssen derzeit aber vorher alles einzeln verpacken. Was mein Mann besonders toll findet ist das Fach im Kühlbereich, welches z.B. Bier auf -2°C kühlt. 😉 Für rohen Fisch oder rohes Fleisch sind -2°C natürlich auch nicht schlecht. Außerdem hält das Gemüsefach (ganz unten) Obst und Gemüse sehr lange frisch, dank… LEDs? Ich bin mir auch nicht sicher, aber das ist um ehrlich zu sein auch nicht die Funktion, wegen der wir diesen Kühlschrank gekauft haben.

Gekauft für: ca. 255,000¥ (ca. 2080€), von denen wir aber, dank der Spendabilität der Verwandtschaft meines Mannes, nur 10% selbst bezahlt haben.

Natürlich entwickelten wir bei unseren zahlreichen Besuchen in Elektronikläden noch andere Begehrlichkeiten. Eine neue Waschmaschine wäre z.B. echt toll. Das muss aber ersteinmal hinten anstehen, sonst haben wir zwar tolle Haushaltsgeräte aber nicht mehr genug Geld zum Essen. 😉

Auch dank des neuen Kühlschranks und der neuen Klimaanlage freue ich mich wirklich auf den Umzug. Sie waren zwar beide nicht gerade billig, aber ich hoffe, dass sie uns dafür umso besser begleiten.

Achtet ihr bei Haushaltsgeräten eigentlich auf Zusatzfunktionen? Habt ihr schon einmal etwas gekauft, weil euch eine Funktion so sehr zugesagt hat?

Ein Weihnachts-Möbel-Wunder!

 

In einem der schillernden Einkaufszentren um den Bahnhof Tokyo befindet sich das Möbelgeschäft meiner Träume. Jedes Mal, wenn ich in der Nähe bin, schaue ich vorbei und stelle mir vor, unsere Wohnung mit den schönen Sofas, Schränken, Tischen und Bänken einzuräumen. Die Preisschilder bringen mich immer recht schnell und unsanft zurück auf den Boden der Tatsachen.

Daher schmachteten wir zwar das Esszimmer-Set „Suk“ über Jahre immer wieder an, informierten uns über verfügbare Farben und Größen, wussten aber ganz genau, dass wir es uns nie kaufen würden. „Suk“ kostet umgerechnet etwa 2150€.

Am Samstag fuhren wir morgens zu Ikea, um eventuell etwas erschwinglichere Möbel zu sichten. Schließlich ziehen wir Ende des Jahres bzw. Anfang nächsten Jahres um, und suchen noch so einiges. Wir fanden absolut nichts. Nicht einmal die Weihnachtsdekoration konnte uns so wirklich begeistern. Es gibt Tage, da ist man in der richtigen Stimmung für Ikea, und dann gibt es Tage, an denen man so schnell wie möglich fliehen will. Am Samstag war der Fluchtreflex stärker.

Da wir nicht ganz umsonst in die Pampa gefahren sein wollten, besuchten wir noch ein riesiges Einkaufszentrum um die Ecke. Neben Kleidung, Spielzeug, Kosmetik und einem Supermarkt gibt es auch dort Möbel. Von unserem Besuch bei Ikea etwas demotiviert sahen wir uns einiges an, und landeten letztendlich wieder in dem Laden, den es auch am Bahnhof Tokyo gibt und der „Suk“ verkauft. An dem Preisschild angebracht war ein kleines rotes „30% off“-Papierchen. Als wir nachhakten, wurde uns gesagt, dass diese Reihe nicht mehr produziert werden wird. 生産終了 (Seisanshûryô; Produktionsstop). Deswegen befände sie sich, neben einigen anderen Möbeln, im Ausverkauf.

suk

Wir ließen uns also direkt einen Kostenvoranschlag machen. Tisch, Bank mit Rückenlehne, L-förmige Bank mit Rückenlehne, Hocker. Die Aussage des Verkäufers, dass nicht sicher sei, wie viele L-Bänke und Hocker noch auf Lager seien, beunruhigte uns. Am Wochenende ist scheinbar niemand im Lager, weswegen das Inventar nicht aktualisiert wird. Am Montag würden wir dann erfahren, ob wir das gesamte Set hätten ergattern können.

Warum aber um einen Hocker und eine Bank zittern, wenn sie doch im Laden direkt vorhanden sind? Man wollte uns aber nicht nur Hocker und Bank überlassen, wenn, dann sollten wir das gesamte Set nehmen – mit 50% Rabatt. Haben wir gemacht. Klar, der Tisch hat kleinere Kratzer, aber die würden wir auch selbst innerhalb kürzester Zeit verursachen. So ärgert man sich immerhin nicht beim ersten Kratzer maßlos. 😉

„Suk“ kommt nächstes Wochenende zu uns, auch wenn er eigentlich etwas zu groß für unser derzeitiges Esszimmer ist. Aber das kriegen wir schon hin. 😀 Wir sind auf jeden Fall maßlos glücklich, dass es uns am Samstag in den Laden verschlagen hat. Sonst hätten wir letztendlich wahrscheinlich etwas gekauft, das uns nicht 100% gefallen hätte.

Ein Glück, dass wir nicht noch geschätzte zehn andere Dinge haben, die wir eigentlich zum Umzug hin kaufen müssen. 😉

Projekt Haus: Umzug.

Am 3. Oktober werden endlich die Umbauarbeiten an unserem* Haus beginnen. Da unter anderem die Treppe im Inneren des Hauses rausgenommen wird, können meine Schwiegereltern natürlich nicht während der Bauarbeiten dort wohnen bleiben. Am Samstag war deswegen Umzug angesagt, in eine Wohnung etwa zwei Gehminuten von unserer entfernt.

* Also am Haus der Schwiegereltern, aber auch unserem. Irgendwie.

Zwar hatten meine Schwiegereltern in den letzten zwei Monaten schon unglaublich viel Zeug weggeschmissen (Schätzungen zufolge etwa 900kg!), aber trotzem hatten sie natürlich noch sehr viel Kram. Unter anderem könnten sie wahrscheinlich mit den ganzen Vorräten eine Drogerie eröffnen. Mit den Massen an Klamotten wäre wahrscheinlich auch eine Boutique drin.

imhaus

Das ganze große und schwere Zeug wurde glücklicherweise von einer Umzugsfirma in die neue Wohnung gebracht.

Umzugsfirmen gibt es in Japan viele. Da die meisten Vermieter recht pingelig sind, wenn es um den Zustand der Wohnung geht, werden die Wände mit Planen abgedeckt. Bei einem Haus, in dem sowieso die Wände neu tapeziert werden, wäre das natürlich eigentlich nicht nötig gewesen. 😉

Bei Wohnungen in den oberen Stockwerken werden sogar die Aufzüge mit Schutzplanen ausgestattet.

Die Schuhe werden natürlich auch ausgezogen, aber das ist hier sowieso gang und gäbe. Handwerker, die mit Schuhen in die Wohnung kommen, gibt es hier nicht. Dafür hatten die Umzugsmenschen sogar genormte Socken mit dem Firmenlogo. 😀 Und ja, ein putziger Pandabär und Umzugsfirma geht hier total zusammen.

Mocha**, der Hund der Schwiegereltern, wusste natürlich gar nicht, was um sie herum passierte. Folglich kam sie im Haus gar nicht zur Ruhe. Als ich mit ihr zum Fluss Gassi gehen wollte, weigerte sie sich an einem bestimmten Punkt aber einfach, weiterzugehen. Egal auf welchem Umweg ich sie dem Fluss näherbringen wollte – es brachte nichts. Wahrscheinlich hatte sie Angst, dass sie allein zurückgelassen wird. 🙁 Wir mussten sie dann tatsächlich auch für eine Zeit in einem Zimmer quasi einsperren, einfach weil es gefährlich gewesen wäre, sie herumlaufen zu lassen.

** Schreibweise variiert. Auf Japanisch ist es モカ (Moka), wird aber nicht mit langem „o“ gesprochen.

Nach zwei Tagen Umzug ist jetzt zum Glück endlich so gut wie alles in der neuen Wohnung.

Ende Dezember oder Anfang Januar wird das Haus fertig umgebaut sein. Dann werden wir und auch meine Schwiegereltern wieder umziehen. Mein Mann und ich haben beschlossen, dass wir nach Möglichkeit alles von einer Umzugsfirma transportieren lassen werden. So viel Kram haben wir zum Glück nicht, aber den Stress wollen wir uns trotzdem sparen. Den Muskelkater auch. 😉

Begrüßungsgeschenke.

Den Namen habe ich wegzensiert.

Den Namen habe ich wegzensiert.

Letzte Woche klingelte es nachmittags, und durch die Gegensprechanlage hörte ich

„Mein Name ist Tanaka, wir sind in die Wohnung 201* gezogen! Ich möchte uns vorstellen!“

Auf der Treppe ins Erdgeschoss überlegte ich noch, ob das vielleicht ein neuer Trick von Zeitungsverkäufern/der NHK, der japanischen GEZ/den Zeugen Jehovas/Massenmördern sei, aber immerhin wurde tatsächlich vor kurzem die Wohnung 201 neu vermietet. Ich würde es also vielleicht überleben.

Vor der Tür stand dann tatsächlich ein Ehepaar, etwas älter als wir, und der Mann hielt mir ein Begrüßungsgeschenk entgegen.

Das ist in Japan üblich, wir haben uns damals auch vorgestellt und 500-Yen-Gutscheine** verschenkt. Man erkauft sich damit natürlich den guten Willen der Nachbarn, außerdem weiß man wer um einem herum so wohnt. In einem riesigen Wohnhaus reicht es höchstwahrscheinlich aus, sich den Leuten auf der eigenen Etage vorzustellen.

In der Schachtel war übrigens ein kleines Handtuch. 🙂

Scheinbar keine Massenmörder.

* Die Zimmernummer ist meist dreistellig. Die erste Ziffer zeigt das Stockwerk an, danach wird durchgezählt. 102 (übrigens ichi-maru-ni gelesen, als eins-Kreis-zwei) ist also die zweite Wohnung im Erdgeschoss.

** 商品券 (Shôhin-ken; Warentickets) kann man an unglaublich vielen Orten einlösen und es wirkt besser, als einfach Geld zu verschenken.