Tokyo Café Tour: Tsuruya Yoshinobu.

Bevor die große Hitze über Tokyo hereingebrochen war, hatte mich eine ehemalige Mitarbeiterin und liebe Freundin zum Süßigkeitenessen eingeladen. Ich wagte mich also unserem letzten langen Wochenende doch vor die Tür und stieg in die Bahn nach Nihonbashi (日本橋). Vor einigen Jahren entstanden dort einige kleinere Einkaufszentren, und in einem davon, dem COREDO Muromachi 3 (コレド室町3) kann man dabei zusehen, wie Wagashi (和菓子), japanische Süßigkeiten, gemacht werden. Das Café heißt Tsuruya Yoshinobu (鶴屋吉信).

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MORI Building Digital Art Museum: EPSON teamLab Borderless.

In den letzten Tagen ist es in Tokyo sehr heiß. Nun hatten wir am Freitag Nachmittag aber beide frei, und wollten etwas unternehmen. Was macht man, wenn es zu heiß für Gärten ist? Man geht in ein Museum. Diesmal haben wir uns für eines der neusten Museen Tokyos entschieden: Das Digital Art Museum auf Odaiba.

Direkt am Eingang bekommt man einige Warnhinweise: Im Museum ist es dunkel, und da man sich innen drin leicht verläuft, ist es besser, sich nicht von seinen Begleitern zu trennen. Dann betritt man das Museum und steht direkt vor einer Entscheidung, denn weiter geht es in drei verschiedene Räume.

Mit Projektoren werden Blumen, Schmetterlinge, andere Tiere und Dinge an die Wände projeziert, alles bewegt sich und ist wunderschön. Eine wahre Goldgrube für Instagram. 😉 Von den großen Räumen geht es in kleinere, dann wieder in größere, und da sich teilweise auch die Projektionen ändern, verliert man wirklich sehr schnell den Überblick, wo man schon war, und wo noch nicht. Wir stellten im Nachhinein fest, dass wir mindestens einen Raum komplett übersehen haben.

Einige der Installationen sind interaktiv, bei anderen sieht man nur zu, aber es gibt kaum Erklärungen dazu. Einerseits gut, weil man so selbst erforschen kann, andererseits bekommt man vieles auch nicht mit.

Bei einigen Projektionen kann man zum Beispiel eingreifen, wenn man die Wand berührt und die Leuchtstränge, die ihr im oberen Bild seht, können über ein iPad beeinflusst werden. Am schönsten fand ich persönlich aber den Garten und das Aquarium, denn in beide konnte man Tiere entsenden. Dazu wurde erst auf einer Malvorlage ein Tier ausgemalt, dann eingescannt und auf die Umwelt projeziert. Vor allem für Kinder dürfte das ein riesiger Spaß sein.

Apropos Kinder, im Obergeschoss gibt es einige Installationen, mit denen nur Kinder spielen dürfen. 🙂 Es wird also garantiert nicht langweilig.

Leider ist der Spaß nicht ganz billig. Tickets gibt es bis Ende Juli 2018 noch vergünstigt für 2400¥ (ca. 18,60€) auf der Website zu erstehen, ab August kostet es dann 3200¥ (ca. 29€). Es empfiehlt sich im Vorfeld ein Ticket zu kaufen, derzeit gibt es an der Tageskasse meist nichts mehr.

Ach, und Vorsicht: Zwischen Bahnhof und Museum befindet sich der Toyota Show Room. Das hat uns noch einmal 30 Minuten extra gekostet. 😉

Laubjagen in Tokyo und Umgebung.

Dieses Jahr war der tokyoter Herbst leider verhältnismäßig kalt, weswegen die Laubfärbung etwas früher als normalerweise begann. Wenn man dann, wie ich, erst recht spät auf den Trichter kommt, dass man Fotos schießen gehen sollte, sind recht viele Bäume leider schon ziemlich kahl. Trotzdem zeige ich euch heute zwei Orte in Tokyo, die sich fürs Laubgucken hervorragend eignen, und einen außerhalb von Tokyo für die Pointe des Artikels. 😉

Die Gingko-Straße in Aoyama

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Wenn man aus der Bahn in Gaienmae (外苑前) steigt, ist der Weg zu den Gingko-Bäumen schon ausgeschildert – leider nur auf Japanisch. Die ganze Straße, von der Nähe des Bahnhofs bis zum Baseballfeld in der Nähe, ist vom tokyoter Stadtbaum gesäumt und ein beliebtes Ausflugsziel für Anwohner und Touristen. Dementsprechend ist es auch ein wenig voll, aber nicht so sehr, dass man nicht mehr laufen könnte.

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Beim Gingko besonders schön ist, dass die gefallenen Blätter erst einmal gelb bleiben und einen gelben Teppich bilden. 🙂 Besonders gefallen hat mir die Strecke auf dem Rückweg, als es schon ziemlich dunkel war. Die Kontraste sind einfach schöner.

Der Shinjuku Gyoen

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Letzten Samstag war ich mit verschiedenen deutschsprachigen Bloggern (Hanna (Daydream Tokyo), Susanne (hallo.hello.moshimoshi), Anika (Gingkoleafs), Tessa (Wanderweib) und Matthias (Tabibito)) und einer Nichtbloggerin im Shinjuku Gyoen (新宿御苑) verabredet. Der liegt, wie der Name schon vermuten lässt, in der Nähe des geschäftigsten Bahnhofs der Welt und auch hier wird es, besonders am Wochenende ein wenig voller. Zum Glück ist der Park riesig, so dass man sich trotz allem entspannen kann. 🙂

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Hier waren leider schon recht viele Bäume kahl, oder hatten die Farbe gar nicht erst gewechselt, aber schön war es trotzdem. Für 200¥ (ca. 1,50€) kann man sich außerdem ein Gewächshaus, ein Teehaus und allerlei Gärten ansehen. Zur Zeit blüht sogar ein Kirschblütenbaum.

Der Park um die Ecke

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Letztendlich muss man aber gar nicht in einen Park voller Menschen gehen um eine schöne Laubfärbung zu sehen. Vorletzte Woche nahmen mich meine Schwiegereltern mit in einen Park in der Nachbarschaft, und die Bäume dort waren kein bisschen weniger hübsch als an den bekannten Orten. Außerdem gab es streunende Katzen, und mit Katzen ist sowieso immer alles besser. 😉

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Letztendlich gibt es in Tokyo nicht nur drei Parks und 20 Bäume. Natürlich hat es meist einen Grund, warum beliebte Orte so beliebt sind, aber die schönsten Bilder der Herbstfarben habe ich dieses Jahr wirklich in diesem kleinen unbekannten Park geschossen. 🙂 Beim Reisen versteifen sich viele Leute, ich eingeschlossen, manchmal zu sehr darauf, alle bekannten Orte abzuhaken. Dabei sind die weniger bekannten Orte genau so schön, oder gar schöner – und man muss sie nicht einmal mit haufenweise anderen Leuten teilen.

 

Frisch vom Fischmarkt: Austern.

Jedes Jahr zur Weihnachtszeit lassen Büros noch einmal das Jahr Revue passieren und unternehmen etwas zusammen. In Japan ist es die Zeit der Bōnenkais (忘年会), was ich immer ganz lapidar als Jahres-End-Feier übersetze, aber eigentlich „das Jahr vergessen-Treffen“ heißt. Man trinkt Alkohol.

Zwar habe ich auf Arbeit eigentlich kein Team, dem ich angehöre (ich bin direkt unterm Chef, genau wie die drei Team-Manager), aber trotzdem lädt mich eines der Teams jedes Jahr ein. 🙂 Dieses Jahr fuhren wir zuerst gemeinsam zur Ginkgo-Straße, darüber werde ich ein andernmal schreiben, und dann zum Fischmarkt Tsukiji (築地).

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Der Fischmarkt an sich hat nur bis zum frühen Nachmittag geöffnet, weswegen die Gegend auf den ersten Blick sehr ausgestorben aussieht. Wenn man aber in eine der Seitenstraßen abbiegt, sieht man beleuchtete Schilder von Sushi-Restaurants und auch das des Kakikoya (カキ小屋), unserem Ziel für den Abend.

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Der Grund, warum man sich für dieses Restaurant entschieden hatte, war das Ganganyaki (ガンガン焼き), welches ihr im mittleren Bild sehen könnt. Allerlei Meeresfrüchte werden dafür in einer metallenen Kiste gekocht, bis sie gar sind. Weil das Getier natürlich heiß ist, bekamen wir alle einen Handschuh und einen Plastikhandschuh. Mit der behandschuhten Hand nimmt man dann z.B. eine Auster aus dem Behältnis und öffnet sie. Wirklich lecker! 🙂

Neben Meeresgetier gab es auch noch Salat und zum Schluss Eintopf mit Gemüse, Pilzen und Nudeln. Wir waren auf jeden Fall pappsatt. Pro Person hat uns der Spaß etwa 5400¥ (ca. 40,40€) gekostet, was für die Menge und Qualität absolut in Ordnung war.

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Vor allem am Freitag und am Wochenende sollte man sich aber sowohl hier, als auch bei den umliegenden Sushi-Restaurants, einen Tisch reservieren, denn es wird voll.

カキ小屋 東京都中央区築地 4-10-14
Kakikoya Tsukiji 4-10-14, Chuo-ku, Tokyo