Urlaubsplanung!

Eigentlich wollte ich schon länger einen Eintrag über Orte in Japan, die ich unbedingt besuchen will, schreiben. So als Motivation es endlich einmal umzusetzen. Gestern haben wir zumindest die Hotels für unseren Sommerurlaub gebucht – an einen dieser Orte. 🙂

Das Bild oben ist nämlich tatsächlich weder die Schweiz noch Kanada, sondern Kamikōchi (上高地) in den japanischen Alpen. Eigentlich wollten wir dort Anfang April mit meinen Eltern und meiner Schwester hinfahren, wegen des Schnees ist der Zutritt aber von Mitte November bis Mitte April nicht möglich. Stattdessen waren wir auf Ishigakijima, was auch ein fantastischer Urlaub war. 🙂

Weil Kamikôchi zur besten Reisezeit, wir fahren zu Obon, dem japanischen Totenfest, etwas teuer ist, haben wir uns ein günstiges Hotel* in Matsumoto (松本) gebucht. Von dort aus kann man mit Bahn und Bus nach in die Berge fahren.

* Dormy Inn ist eine Hotelkette, die vor allem von Geschäftsreisenden frequentiert wird. Für günstige Preise bekommt man dort nette Zimmer und Onsen, heißen Quellbäder.

Doch das ist noch nicht alles!

Japanese Snow monkey Macaque in hot spring Onsen Jigokudan Park,

Mit etwas Murren hat mein Mann sich bereiterklärt uns zum Jigokudani Yaen-Kōen (地獄谷野猿公苑) zu fahren. 😀 Dort leben wilde Affen, genauer gesagt Japanmakaken (ニホンザル) und erfreuen sich an den heißen Quellen.

Ich kann es auf jeden Fall kaum erwarten. 🙂 Nach Jahren des Flugzeugtourismus werden wir auch endlich wieder mit dem Zug verreisen. Ist eh viel besser als den ganzen Flughafenstress zu haben.

Was ist euer nächster geplanter Urlaub? 🙂

Japanische Reiseseiten.

Ich habe noch nie von Deutschland aus einen echten Urlaub nach Japan gebucht. Bei meinem Working Holiday hatte ich eine Unterkunft, das Guesthouse des Schreckens, und danach habe ich immer bei meinen jetzigen Schwiegereltern übernachtet.

Dafür habe ich innerhalb Japans schon so einiges gebucht. Fast alle Reisen, über die ihr unter Reiseberichte lesen könnt, habe ich selbst angeleiert. Auch jetzt auf Arbeit buche ich sämtliche Geschäftsreisen meiner Abteilung. Deswegen dachte ich mir, dass ich einmal Buchungsseiten die ich selbst nutze vorstelle. 🙂

じゃらん Jalan (Japanisch/Englisch)

Jalan nutze ich privat am liebsten. Vielleicht hat das etwas mit der superputzigen Werbung zu tun, letztendlich unterscheidet sie sich nämlich kaum von anderen Seiten. Auf der Seite kann man neben Hotelreservierungen auch Tickets für den 高速バス (Kôsoku-Basu; Express-Bus) und Flüge reservieren oder sich einen Leihwagen sichern. Seit neustem gibt es auch ein Erlebnis-Angebot, etwa “Schwimmen mit Delfinen” oder “In Kyoto Kimono tragen”.

Wir nutzen es aber für vor eines: 温泉 (Onsen; heiße Quellen). Weil Hotels mit Onsen vor allem in Hakone oft super teuer sind, buchen wir für 日帰り (Higaeri; 1-Tages-Trip mit Rückreise am selben Tag). 🙂

Leider scheint die englische Seite ausschließlich Hotels anzubieten.

JTB (Japanisch/Englisch) / H.I.S. (Japanisch/Englisch)

スクリーンショット 0027-07-12 9.53.52 スクリーンショット 0027-07-12 9.54.22JTB und H.I.S. sind Reiseportale, die sowohl Reisen sowohl ins In- als auch ins Ausland anbieten. Der Vorteil: Es gibt wirkliche Reisebüros, in die man gehen und die Mitarbeiter löchern kann. JTB sagt, dass es in ihrem Büro in Akasaka Informationen auf Englisch gäbe, H.I.S. scheint kein designiertes Büro in der Richtung zu haben.

Die englische H.I.S.-Seite ist an sich nur ein abgespecktes Angebot der japanischen, während JTB auf englisch geführte Touren im ganzen Land anbietet. 🙂 Sicher auch interessant, wenn man einen Individual-Urlaub gebucht hat und nur mal für einen oder ein paar Tage gern eine Führung hätte.

楽天トラベル Rakuten Travel (Japanisch/Englisch)

スクリーンショット 0027-07-12 10.09.52Ja, alle japanischen Reiseseiten sehen gleich aus. 😉

Rakuten ist ein riesiges Online-Kaufhaus. Rakuten Travel ist die zugehörigen Reiseseite. Das Angebot unterscheidet sich nicht großartig von den anderen Seiten, und auch hier bietet die englische Seite leider nur Hotels an. Ich persönlich mag die Seite nicht allzu gern, ich finde sie etwas unübersichtlich.

Wie ihr seht, ist das Angebot auf den englischen Seiten etwas eingeschränkt. 🙁 Selbst wenn man kein Japanisch versteht ist es vielleicht besser mithilfe von Google Translate das größere Angebot in Anspruch zu nehmen.

Hach, ich will wieder verreisen…♥

Auf ins Grüne!

IMGP2615Am Sonntag war es unerwartet sonnig. Generell ist es das in letzter Zeit viel, dabei haben wir eigentlich 梅雨 (Tsuyu; Regenzeit). Bei Sonne kann ich nicht einfach zuhause sitzen bleiben, und mein Mann, derzeit auch an Wochentagen je mindestens drei Stunden über seine Lehrbücher gebeugt, brauchte dringend einen Tapetenwechsel.

Also setzten wir uns in den Expresszug und fuhren nach 佐倉 (Sakura), den meisten Japanurlaubern wahrscheinlich nur von ihrem Weg vom Flughafen nach Tokyo bekannt. 😉 Sakura hat etwa 170,000 Einwohner, von denen 20% jeden Tag nach Tokyo hineinfahren.

Kommentar Mann: Wegen denen ist die Bahn also immer so voll…

In Sakura angekommen setzten wir uns in den Bus in Richtung 国立歴史民俗博物館 (Koku-ritsu Rekishi-Minzoku-Hakubutsukan; Nationales Museum für japanische Geschichte). Es liegt auf dem Gebiet des ehemaligen 佐倉城 (Sakura-jô; Schloss Sakura), von dem leider nicht mehr viel zu sehen ist.

IMGP2582Dafür gibt es so viel Grün auf einem Haufen, dass man angehalten ist einmal tief Luft zu holen. Ausladende Wiesen mit sanften Hügeln laden zum Picknicken ein, und mitten im Park steht ein adrettes Teehäuschen.

Obwohl es Sonntag ist, ist der Park nicht überlaufen. Es führt nicht nur ein Weg hindurch, neben der Parkanlage und Erklärungen zur Geschichte des nicht mehr stehenden Schlosses gibt es auch einen botanischen Garten und einen großen Teich mit Indischen Lotosblumen (ハス hasu) und Schildkröten.

Dank dunkler Ecken und schmaler, langer Treppen wirkt der Park dennoch sehr organisch, und weckt den Entdeckerdrang. 🙂

IMGP2600Für uns sollte es nicht nur beim Schlosspark bleiben, wir wollten an ein paar alten Samuraihäusern zurück zum Bahnhof laufen. Wir machten uns leicht schnaufend auf den Weg.

IMGP2635Vorbei an Libellen, und durch einen Bambuswald, der sicher eine wunderbare Filmkulisse für einen historischen Schinken abgeben würde. Dass es soetwas überhaupt in der 千葉県 (Chiba-ken; Präfektur Chiba) gibt…

Teils fühlten wir uns wirklich nicht, als wären wir in Sakura in unserer bescheidenen Präfektur, sondern entweder im Norden des Landes oder gleich in 京都 (Kyôto). Wir sind komplett ohne Erwartungen nach Sakura gefahren und waren positiv überrascht.

Vielleicht sollten wir auch einmal andere Gebiete besuchen, die wir bisher sträflich vernachlässigt haben. 😀

IMGP2640Die 武家屋敷 (Buke-Yashiki; Samurai-Residenzen) rissen mich dann leider nicht mehr komplett vom Hocker, aber das tun sie um ehrlich zu sein selten. Es sind schöne Häuser, aber für mich ist es schwer, sich vorzustellen, wie dort gelebt wurde. Vielleicht, weil ich einfach keine Ahnung davon habe, vielleicht, weil es sich meist um recht leere Räume handelt. Mein Mann schaut sich immer die Decken an, das ist seine 職業病 (Shokugyôbyô; Berufskrankheit). 😉

Auf dem Weg zurück zum Bahnhof gab es absolut nichts mehr zu sehen, aber von der ganzen Lauferei waren wir sowieso ziemlich fertig.

Letztendlich ist Sakura sicher kein Top-Ausflugsziel, vor allem wenn man nur kurz in Japan ist, aber für uns war es wunderbar um einfach von allem einmal wegzukommen. Fast allein durchs Grün zu laufen, dem Vogelgezwitscher zuzuhören und dem Rauschen der Bäume zu lauschen lädt die Batterien gleich wieder auf. 🙂

In Kawagoe.

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Nach unserem Besuch bei Glico fiel uns auf, wie nah Kawagoe (川越), seit Ewigkeiten als Wochenendsausflugsziel angepeilt, plötzlich war. Kawagoes größte Attraktion ist sicher das Klein-Edo Kawagoe (小江戸川越), eine Ansammlung von Straßen, deren Gebäude unter Denkmalschutz stehen.

Und was für Gebäude! Über 30 alte Lagerhäuser (蔵), vor über hundert Jahren statt aus Holz aus Ziegeln, Stein oder Lehm gebaut, um Wertgegenstände gegen Feuer zu schützen, stehen dort noch. Sie sind um einiges massiver als ihre Gegenstücke aus Holz und zeigen, dass hier mal reiche Menschen gelebt haben – Arme bauen keine Häuser für ihr Eigentum.

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Heutzutage befinden sich in den Häusern Teeläden, Restaurants und Souvenirläden. Was mich sehr fasziniert hat war, wie tief diese ganzen Gebäude sind. Die Läden sind alle viel größer, als man von außen erwarten würde, mit Durchgängen in Hinterhöfe. Vor allem an einem Teeladen roch es unglaublich gut, weil dort Tee geröstet wurde. Leider kann man kaum einmal stehen bleiben, dafür sind die Bürgersteige zu schmal und die Touristen zu vielzählig.

Wenn man mal von der Hauptstraße abschweift, merkt man, wie alt diese Stadt eigentlich auch abseits des Denkmalschutzes noch ist: Kleine Gassen mit großen Häusern, ein Tempel mit anschließendem Kindergarten, noch ein Tempel. Schön ist es, und entspannt. In den Seitenstraßen gibt es kleine Cafés und Läden, die zum Verweilen einladen.

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Für uns ist Kawagoe eine ziemliche Strecke, mit dem Auto dauert es über eine Stunde von uns, wenn der Verkehr nicht stockt. Allein für Kawagoe lohnt sich der Weg in meinen Augen nicht, dafür ist es zu überfüllt. In Verbindung mit einem anderen Ausflugsziel wie der Glico-Fabrik war es aber perfekt. 🙂