Suchbegriffe: 18. Januar 2018.

Die Leute landen über die verrücktesten Suchbegriffe auf diesem Blog. Manchmal schüttele ich dann den Kopf und frage mich, wer denn nach so etwas sucht. Manchmal sind die Fragen aber auch berechtigt, deswegen dachte ich mir, dass ich sie in unregelmäßigen Abständen beantworten möchte. 🙂 Los geht’s.

„Warum heiraten japanische Männer keine Ausländerinnen?“

Das hält sich penetrant, aber Japaner heiraten Ausländerinnen. Die, die das kategorisch ausschließen, sind selbst schuld.

„Kleidung in Japan kaufen Größen“

Japanische Bekleidung gibt es leider oft nur in zwei bis drei verschiedenen Größen. Etwas mehr Auswahl bieten Läden wie Uniqlo oder GU. Besonders, wenn man ein wenig kräftiger gebaut ist, kann es aber sein, dass man in Japan kleidungstechnisch stark eingeschränkt ist.

„Auswandern als Deutscher nach Japan, welche Bestimmungen gibt es?“

Wenn man noch jung ist, kann man ganz unkompliziert mit einem Working Holiday-Visum nach Japan kommen. Falls das nicht mehr gehen sollte, muss einen im Normalfall ein Arbeitgeber sponsern. Dabei hilft es, wenn man einen Uni-Abschluss hat. Hat man ein Arbeitsvisum, kann man den Ehepartner und minderjährige Kinder mit nach Japan nehmen. Alternativ kann man immer einfach heiraten. 😉

„Obi Binden Kimono“

Leider habe ich noch keine Anleitung für einen Kimono-Obi, wenn’s einer für einen Yukata auch tut, findet ihr eine Anleitung hier.

„Japanisch di schreiben“

Wenn man auf der japanischen Tastatur einfach di tippt, kommt ji (ぢ) raus. Heißt man wie ich Claudia, braucht man aber ディ. Das bekommt man, wenn man „dhi“ tippt.

 

„Kanji schnelle Methode“

Es gibt keine schnelle Methode. Bei Kanji heißt es, sich reinzuknien und zu lernen. Etwas mehr Spaß kann das machen, wenn man einen Manga mit angegebenen Kanji-Lesungen (Furigana) liest.

Auf Japanisch:

Unglaublich – 信じられない (shinjirarenai) oder ありえない (arienai)

Halt den Mund – うるさい (urusai)

Ein neuer PC. Endlich.

2010, als ich noch in Deutschland lebte, arbeitete ich bei H&M und kaufte mir meinen ersten PC. Also ich hatte schon vorher PCs, aber dies war der erste, den ich mit meinem eigenen Geld kaufte. Es wurde ein MacBook Pro, das ich liebte. Mit diesem MacBook im Gepäck zog ich nach Japan, wo es 2015 das Zeitliche segnete. Letztendlich waren sowohl das Trackpad als auch die Festplatte nicht mehr so ganz zuverlässig, und mein Mann wollte sowieso einen größeren Bildschirm haben.

Also kauften wir ein 17″-Windows-Notebook. Leider mussten wir schnell feststellen, dass wir nicht genug recherchiert und uns eine Möhre ins Haus geholt hatten. Letztendlich gingen wir dazu über, einfach so gut wie alles auf dem Handy zu machen, weil es mit dem Notebook zu lange gedauert hätte.

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Ein neues MacBook ist aber gar nicht so günstig. 130,000 Yen (oder eine alte Monatsmiete) gehen da schon drauf. Um da etwas Abhilfe zu schaffen, fuhr ich am Wochenende zu Sofmap in Akihabara. Sofmap hat verschiedene Läden in der Gegend, einen auch speziell für gebrauchte Technik.

In Japan Sachen gebraucht zu kaufen, ist, zumindest für mich, eine andere Erfahrung als in Deutschland. Die Sachen sind meist so gut wie neu, und die Läden an sich sind meist auch annehmbar. In letzter Zeit haben wir eine Wii, Spiele dafür und BluRays gebraucht gekauft, und hatten nichts zu beanstanden.

MacBooks sind natürlich eine größere Anschaffung, aber letztendlich habe ich ein recht neues Model mit wenigen Ladezyklen für 2/3 des japanischen und sogar die Hälfte des deutschen Ladenpreises abstauben können. Da auf das Gerät keine Garantie mehr besteht, habe ich eine Zusatzversicherung mit Sofmap abgeschlossen: Für 310 Yen im Monat erstatten sie mir 70% der Reperaturkosten, egal ob es ein Gerätefehler ist, oder ich aus Versehen den Bildschirm kaputt gemacht habe. Das sind für mich annehmbare Konditionen, obwohl ich natürlich hoffe, dass alles heil bleibt. 🙂

Mit diesem Großeinkauf haben sich sowohl mein Geburtstag als auch Weihnachten dieses Jahr für mich erledigt. 😉 Dafür habe ich aber endlich wieder einen PC, mit dem ich gerne hantiere.

Habt ihr gute oder schlechte Erfahrungen mit Second Hand gemacht? Lasst mir doch einen Kommentar da. 🙂

Reinigen lassen.

Wir sind bekanntermaßen Großverdiener*, weswegen wir gestern Morgen eine unserer Klimaanlagen haben reinigen lassen. In Wirklichkeit hat das weniger mit übermäßig viel Geld zu tun, sondern damit, dass man Klimaanlagen nur ganz schlecht alleine säubern kann. Den Filter kann man reinigen, und sollte das auch tun, denn sonst ist es plötzlich im Winter bitter kalt.

* In Wirklichkeit sind wir absoluter Durchschnitt.

Als ich meinen ersten Winter in Japan verbrachte, stellte ich die Klimaanlage im Zimmer auf etwa 30°C, das Zimmer war trotzdem unglaublich kalt. Da ich vor Japan noch nie mit einer Klimaanlage zu tun gehabt hatte, kam ich erst nach Wochen auf die Idee, dass vielleicht der Filter gereinigt werden müsste. Dieser war, nachdem ihn wahrscheinlich jahrelang niemand gereinigt hatte, dermaßen voller Staub, dass ich fast aus den Socken fiel. Während meines restlichen Aufenthalts musste ich auf jeden Fall nicht mehr frieren.

Die Filter unserer zwei Klimaanlagen zuhause sind also immer blitzblank sauber, aber leider gilt das nicht für das restliche Innenleben der Geräte. Unsere Klimaanlage im Schlafzimmer haben wir seit über vier Jahren und sie wurde gestern zum ersten Mal gereinigt. Vor allem im Sommer sammelt sich in Klimaanlagen Kondenswasser, welches sämtliche Bakterien lieben, und so hatte sich auch in unserer Anlage einiges an Schimmel gebildet. Ist leider nicht so ganz ideal, wenn man nachts mit Luft, die durch ein schimmelverseuchtes Gerät geflossen ist, gekühlt schläft.

Wir meldeten uns also bei Duskin, einer Firma für Reinigungsmittel und Reinigung, und baten um Klimaanlagensäuberung. Durchgeführt wurde diese von einer mit Duskin verbundenen eingeständigen Firma aus unserer Nachbarschaft, und wir sind wirklich unglaublich zufrieden. Deswegen auch der Eintrag hier. 🙂 (Dies ist keine bezahlte Werbung. Schön wär’s.)

Um neun Uhr morgens standen zwei ältere Herren vor unserer Tür und fingen direkt an, den Fußboden und die Wand um die Klimaanlage herum abzudecken. Dann schraubten sie an dem Gerät herum, um es in seine Einzelteile zu zerlegen. Diesen Schritt bekommt man als Laie auch noch hin, und findet sicher einiges, was gereinigt werden sollte. Nur zur Sicherheit, falls das jemand vorhaben sollte: Kein fließendes Wasser auf Teile, die elektronische Bestandteile haben. Sprühzeugs und Abwischen sollte reichen.

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Danach war das alles wieder silbern.

Den nächsten Schritt kriegt man selbst nicht so hin: Reinigung mit Chemikalien. Dafür wird die Klimaanlage noch weiter abgedeckt und Chemikalien werden durch den sich noch an der Wand befindlichen Teil gejagt. Das Abflusswasser davon war tatsächlich tiefschwarz. Letztendlich hatten wir noch dazubestellt, dass eine anti-bakterielle Beschichtung aufgetragen wird, damit wir zumindest bis zum nächsten Jahr Ruhe haben.

Für eineinhalb Stunden Arbeit bekamen die Herren 15,120 Yen (ca. 113€), was weder besonders teuer noch besonders günstig ist. Wenn die Klimaanlage, wie unser tolles Ding im Wohnzimmer, eine Selbstreinigungsfunktion hat, wird es leider viel teurer. Uns wurde gesagt, dass jetzt die beste Zeit ist, um die Klimaanlage säubern zu lassen: Die Luftfeuchtigkeit ist gering, niemand macht die Kühlfunktion, über die Kondenswasser im Gerät landet, an, und wo keine Feuchtigkeit ist, fühlt sich auch Schimmel nicht wohl. 🙂

Zum Schluss bekamen wir noch ein Schneidebrett mit dem Charakter der Firma, dem Dusken (-ken 犬 heißt „Hund“). Ob wir dafür Verwendung finden werden, weiß ich nicht, aber süß ist es auf jeden Fall.

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Das Beste an der ganzen Aktion war, dass es uns gezeigt hat, dass man seine Klimaanlage immer mal reinigen lassen sollte. Unsere Klimaanlage war schon ziemlich eklig, aber scheinbar absoluter Durchschnitt. Falls ihr also eine ältere Klimaanlage zuhause hängen haben solltet…

Das Leben vorm Bildschirm.

In den letzten Wochen habe ich immer wieder Artikel gelesen und Videos gesehen, die sich damit befassten, dass es nicht sonderlich gesund ist zu viel Zeit vor dem Bildschirm zu verbringen.

Auf Arbeit lässt sich so etwas kaum vermeiden, ganz ehrlich möchte ich meine Excel-Tabellen auch nicht unbedingt handschriftlich füllen, aber in der Freizeit kann man die Stunden, die man vor dem Bildschirm verbringt, reduzieren.

Das Problem ist natürlich, dass heutzutage so gut wie jeder vor uns ständig einen Bildschirm mit sich herumträgt: Das Smartphone. Es ist einfach, es „nur mal kurz“ rauszunehmen, um dann eine halbe Stunde lang durch Facebook zu scrollen. Teilweise ist das bei mir eine unbewusste Reaktion, wenn ich nichts zu tun habe.

Das ist keine produktive Aktivität. Es gibt wohl Untersuchungen, die es nahelegen, dass mit vermehrter Nutzung von sozialen Medien (Facebook, Instagram, Twitter und Konsorten) eine höhere Anfälligkeit für Depressionen einhergeht (englischer Bericht). Es gibt auch Aussagen, nach denen unsere Freizeit zwar seit Jahren nicht weniger wird, wir aber immer weniger Freizeit fernab von Bildschirmen verbringen. Ich finde das traurig, denn wenn ich Geschichten erzähle, sind das in den seltensten Fällen Geschichten, wie ich Zeit vor dem Bildschirm verbrachte.

Die wertvolle Zeit ist die, die ich mit meinem Mann, meiner Familie und meinen Freunden verbringe. Die Zeit, in der wir reden, uns gegenseitig zum Lachen bringen und neue Erfahrungen sammeln. Wenn ich vor dem Bildschirm klebe ist viel der dort aufgewendeten Zeit eindeutig verschwendete Lebenszeit.

Das soll keinesfalls heißen, dass ich mein iPhone wegwerfe, den Blog schließe und auf Facebook mit niemandem mehr rede. Ein derartiger Umschwung ist unrealistisch und bringt mir wenig. Ich möchte bewusster mit meiner Freizeit umgehen.

Im Klartext heißt das, dass wir unsere iPhones abends zuhause auf die Ladestation legen und nur in die Hand nehmen, wenn wir wirklich etwas recherchieren möchten, oder wir eine Nachricht erhalten. Unsere Smartphones sind seit Jahren aus dem Schlafzimmer verbannt, da muss sich nichts ändern. Es heißt auch, dass ich versuche in der Bahn mehr Podcasts zu hören (heiße Empfehlung, auf Englisch: Reply All).

Ja, das beschränkt sich alles auf das Smartphone, aber das hat einen einfachen Grund: Apps sind nicht mit Stoppmechanismen ausgestattet. Wenn ein Film vorbei ist, ist er vorbei, und ich kann mich etwas Neuem zuwenden. Wenn ich am Ende eines Buchkapitels angekommen bin, kann ich das Buch zur Seite legen. Aber bei Facebook oder Instagram ist es einfacher, weiterzuscrollen. Die Apps sind darauf ausgelegt, mich nicht freizulassen, also vermeide ich es, sie ohne Grund aufzusuchen. Ganz einfach. 🙂

Mal schauen, ob es etwas bringt.

Habt ihr euch schon einmal ernsthaft Gedanken über eure Handy- oder PC-Nutzung gemacht? Mit welchem Ergebnis?