Tokyo Character Street.

Nachdem es vor einigen Wochen darum ging, wo man Pokémon- und Ghibli-Merchandise kaufen kann, möchte ich euch abschließend die Tokyo Character Street (東京キャラクターストリート) vorstellen.

Diese befindet sich am Bahnhof Tokyo außerhalb der Schranken. Zwischen Yaesu Underground Central Gate (八重洲地下中央改札口) und Gransta muss man links abbiegen und schon steht man mitten drin.

Unten seht ihr eine übersetzte Karte der Character Street. 🙂

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Bei vielen Läden ist sofort klar, was sie verkaufen. Der Tomica Shop verkauft Tomica-Spielzeugautos, der Moomin Shop Mini verkauft Mumin-Sachen. Bei einigen anderen Läden ist das nicht so leicht vom Namen ersichtlich.

Die Nummern 9, 10, 11, 12, 13 und 15 sind die Läden zu TV-Sendern. Wenn man nach Anime-Merchandise sucht, sollte man schauen, wo die Serie in Japan ausgestrahlt wird und sich dann in den zugehörigen Laden begeben. “Attack on Titan” (進撃の巨人) ist bei TBS zu sehen, Anhänger etc. dazu findet man also im TBS Shop.

Nr.NameSender
 9フジテレビショップ Fuji Terebi Shop Fuji TV
 10 テレ東本舗。 Teretō Honpo. TV Tokyo
11 TBS StoreTBS
 12 日テレ屋 Nichi-Tere-Ya Nippon TV
 13 テレアサショップ Tere Asa Shop TV Asahi
 15 NHK Character Shop NHK

Leider ist die Gegend um den Bahnhof Tokyo so gut wie immer ziemlich voll, und viele kaufen in den unterirdischen Einkaufszentern noch schnell etwas, bevor sie wieder nach Hause fahren. Wenn man gern etwas mehr Platz hätte, gibt es auch in der Solamachi im Tokyo Skytree viele Läden in der Richtung. 🙂

Wir selbst haben übrigens außer unserem Porco Rosso lediglich Mumin-Handtücher.

Was habt ihr für Character Goods zuhause?

Das Wort zum Mittwoch: 気絶.

wortzummittwochAus gegebenem Anlass mal ausnahmsweise ein Wort, das nichts mit speziell Japan zu tun hat. 🙂

Ich bin in letzter Zeit etwas kränklich. Letzte Woche hatte ich mir schon den Mittwoch freigenommen, weil ich mich erkältet hatte. Langsam ging es mir auch wieder besser, bis gestern. Am Morgen ging es mir noch relativ gut, als ich in die Bahn zur Arbeit stieg.

Nach den ersten paar Stationen ging es mir immer schlechter, und wollte nur noch sitzen. Leider wurde aber einfach kein Sitz frei. Fünf Stationen nach dem Anfang meiner Reise wurde mir plötzlich schwarz vor Augen, ich hatte ein Dröhnen in den Ohren und konnte mich nicht mehr auf den Beinen halten.

気絶気絶 (Kizetsu) bedeutet “Ohnmacht”. Es besteht aus 気 (ki; Geist, Gefühl, Laune, etc.) und 絶 (zetsu; durchtrennen, jenseits, unterbrechen). Als Verb wird es mit する (suru; machen) gebildet, lautet demnach 気絶(を)する (kizetsu (wo) suru; ohnmächtig werden). Gebräuchlicher ist aber 気を失う (ki wo ushinau; wörtl. den Geist verlieren).

Ich wurde also kurz ohnmächtig. Irgendwie bugsierten mich aber meine Mitfahrer auf einen hastig freigemachten Platz – voll der Life Hack. Wenn man im Berufsverkehr sitzen will, muss man einfach nur ohnmächtig werden. 😀 *

* Scherz! Offensichtlich!

Wie genau das funktionierte, weiß ich nicht mehr. Nach dem Hinsetzen ging es mir langsam wieder besser, aber die Erinnerung an das ganze Geschehen wirkte mehr wie ein Traum.

Am Zielbahnhof angekommen ging ich erst einmal zum Arzt, war dann zwei Stunden auf Arbeit und ging wieder nach Hause. Der Arzt bescheinigte mir sehr niedrigen Blutdruck im Stehen, und ging davon aus, dass das zusammen mit der Hitze und den ganzen Menschen dazu geführt hat, dass ich umgefallen bin.

Aber immerhin, das war mein erstes Mal ohnmächtig werden. Mit schon 26 ist das doch gar nicht so schlecht?

Noch mal Ghibli.

Im Juli waren mein Mann und ich in der großen Ghibli-Ausstellung (ジブリ大博覧会). Die Ausstellung fand ich zwar dort auch schon toll, allerdings hatte ich dank der Menschenmassen kaum Spaß daran. 🙁

Doch manchmal habe ich Glück! 😀 Am Dienstag bekam ich eine E-Mail, dass man sich bewerben könne um am Freitag Morgen vor den Öffnungszeiten kostenlos und mit Führung die Ausstellung zu besuchen. Dieses Angebot bekamen alle in unserer Firma, wir arbeiten nämlich in einem Mori Building (森ビル), das sind großteils Hochhäuser von der gleichnamigen Entwickler-Firma. Die Ausstellung ist auch in einem von deren Gebäuden.

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Um acht Uhr morgens ging es los, mit einer kleinen Gruppe von etwa zehn Leuten, alle von meiner Firma, und drei Mitarbeitern des Museums.

Einer von denen hatte die Ausstellung zusammen mit dem Studio Ghibli konzipiert und erzählte uns viele spannende und lustige Geschichten. 45 Minuten lang wurden wir so durch die Ausstellung geführt, und hatten wirklich Zeit uns alles anzusehen.

Was ein riesiger Unterschied zu meinem ersten Besuch!

Kein Anstehen, man wurde nicht weitergeschubst, obwohl man noch einen Brief lesen wollte, und ein Foto im Katzenbus kam auch zustande.

Nach der Stunde, die wir in der Ausstellung verbringen durften, waren wir alle ziemlich aufgedreht. So schön kommt man in Tokyo normalerweise in gar keine Museum. 🙂 Ich hoffe, dass dieses Modell auch in Zukunft zur Anwendung kommt, auch wenn natürlich nicht alle davon profitieren können. Alternativ könnte man auch generelle Voranmeldungen einführen, überall. Fände ich um ehrlich zu sein gar nicht so schlecht.

Apropos Voranmeldung, in 17 Tagen sind wir im Ghibli-Museum in Mitaka. Wie man sich dafür anmelden kann, lest ihr hier.

Herbst.

Seit gestern hat sich die Dekoration geändert. Statt Strand und Sonne, bestimmen jetzt farbiges Laub und Schottenmuster die Einkaufszentren. Die Vorfreude auf den Herbst wächst ungemein!

Generell liebe ich diese Zwischen-Jahreszeiten, Frühling und Herbst. Dann ist es weder zu kalt noch zu heiß, man kann ohne Klimaanlage oder Heizdecke schlafen. Außerdem kann man auch mal wieder ordentlich essen, nicht umsonst heißt es im Japanischen 食欲の秋 (Shokuyoku no Aki; Herbst des Appetits). Im Sommer funktioniert ja meist nicht so gut. 🙁

Glücklicherweise ist der japanische Herbst auch keine Schlechtwetterzeit, von wegen Wind und Regen. Also Wind vielleicht doch, vor allem im September kommen immer ziemlich viele Taifune in Japan an. Aber abgesehen von denen ist der Herbst wirklich nicht grau, sondern sonnig und unglaublich angenehm. Eine leichte Brise, geringere Luftfeuchtigkeit, Herbstlaub.

Den ersten Herbsttee haben wir schon gekauft, jetzt muss es nur kühl genug werden, dass ich die einzige jahreszeitabhängige Dekoration in unserer Wohnung auswechseln kann: Für die Kissen auf unserem Sofa haben wir Frühling/Sommer- und Herbst/Winter-Bezüge. 😉

Ich kann schon gar nicht mehr darauf warten, endlich wieder richtig schöne langärmlige Oberteile anziehen zu können. Ohne zu schwitzen! Dann muss ich auch nicht mehr so viele Lagen tragen. Derzeit ist es draußen T-Shirt-Wetter, in den Bahnen, beim Einkaufen und im Büro ist es aber kalt. Also schleppe ich immer eine Strickjacke mit mir herum.

Damit wird es im Herbst endlich vorbei sein. Pullover, heißer Tee und rotes Laub – was könnte es Schöneres geben?

Wartet noch ein paar Monate, dann meckere ich über den Winter und freue mich auf den Frühling. 😀

Worauf freut ihr euch im Herbst?