Happiness Year.

IMGP6168Letzten Montag war ich mit meinen Freunden aus Deutschland im Disney Land. Am Mittwoch davor war ich mit meinem Mann auch im Disney Sea, weil man nie genug Disney haben kann* und die Clubkarte tatsächlich angekommen ist.

* Doch, man kann. Mein Mann wollte diesen Mittwoch wieder mit mir gehen, ich habe ihm abgesagt.

Dieses Jahr ist zum Happiness Year ernannt worden, um das 30-jährige Bestehen Disney Lands zu feiern. Zum Vergleich: Disney Land Paris ist erst 21 Jahre alt.

Aus diesem Anlass gibt es natürlich eine neue Parade und neues Merchandise zu kaufen. Weil Japaner verrückt sind und nicht warten können, waren am ersten Tag des Events natürlich haufenweise Leute im Park nur um die Parade zu sehen. Wir mussten aber am Montag hin, an anderen Tagen hätte ich mir nicht freinehmen können.

Minnie bei der Electrical Parade

Minnie bei der Electrical Parade

Wir konnten die neue Parade also kaum sehen, dafür aber mit vielen Dingen fahren. Es gibt natürlich Attraktionen, bei denen man normalerweise länger ansteht und solche, die man ohne Probleme einschieben kann. Dummerweise hängt das meist natürlich auch direkt damit zusammen, wie spannend die jeweilige Attraktion ist: Achterbahn oder mit einem Boot gemächlich herumschippern? Zum Glück gibt es aber für die beliebten Attraktionen FastPasses. Die bekommt man an Automaten in der Nähe der Eingänge der Attraktionen.

Die Warteschlange bei allen Attraktionen mit FastPass hat zwei Eingänge, einen für die normale Schlange (Stand-By) und einen für die FastPasses. Mit FastPass kann man also einfach an der Standy-By-Schlange vorbeilaufen und spart sich so meist unglaublich viel Wartezeit. Wenn es aber nicht zumindest einen Nachteil gäbe, würden alle dort anstehen: FastPasses sind zeitlich begrenzt und je nachdem wie viele andere Leute einen FastPass gezogen haben wird die Zeit, für die die Passes ausgegeben werden später oder es gibt gar keine mehr. Wenn wir also z.B. um zehn Uhr morgens einen FastPass für Splash Mountain* ziehen, können wir den trotzdem erst von ein Uhr nachmittags bis zwei Uhr nachmittags verwenden**. Je später man den FastPass zieht, umso größer wird diese Zeitdifferenz meist, es kann also passieren, dass man um 15 Uhr einen FastPass für kurz nach neun Uhr bekommt.

* Für die Mountains (Big Thunder Mountain, Splash Mountain und Space Mountain) lohnt sich ein FastPass meist.

** Wenn auf dem FastPass 13:00 – 14:00 steht kann man ihn um 14:30 nicht mehr verwenden, man muss also wirklich innerhalb dieser Stunde zur Attraktion gehen.

IMGP6263Außerdem kann man keinen weiteren FastPass ziehen, bis der vorherige FastPass benutzbar geworden ist (wenn der erste FastPass ab 13 Uhr nutzbar ist, kann man nicht um zwölf Uhr 30 einen weiteren ziehen, sondern erst ab 13 Uhr).

Es lohnt sich also vorher einen Schlachtplan aufzustellen, und zu schauen, bei welchen Attraktionen man wie lang warten muss. Für eine Übersicht lohnt sich diese Seite, leider ist sie nur auf Japanisch verfügbar und auch weniger hübsch als zweckmäßig.

Weil wir dermaßen nah an Maihama, der Disney-Resort-Station, wohnen, gehen wir eh nur an Tagen mit niedrigen Besucherzahlen, weswegen wir meist keine Zeitprobleme haben***, aber unsere Ansprüche an einen Abend im Disney Land oder Disney Sea sind natürlich entsprechend höher. 😉

*** Eher im Gegenteil, letztes Mal im Disney Sea sind wir mit so viel gefahren, dass mir schlecht wurde…

 

Die neue Wohnung: Bad.

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Weil ich weder Toilette noch Schlafzimmer zeigen möchte und darin auch nichts zum Zeigen ist, ist das hier der letzte Teil zur neuen Wohnung.

Im Bad hat sich nicht viel verändert, nur haben wir jetzt ein größeres Waschbecken, bzw. überhaupt eines im Vorraum zu Dusche und Bad, sogar mit Spiegel.

Das Bad in unserer neuen Wohnung ist viel größer als das alte. Dazu muss man erstmal kurz erklären, was in Japan anders ist: Die Badewannen in Japan sind kurz und tief. Während man in Deutschland den Platz hat um sich beinahe komplett in die Wanne zu legen, sie dafür aber nur zur Hälfte mit Wasser füllt, wird hier die Badewanne komplett vollgemacht. Was passiert mit einer komplett gefüllten Badewanne, wenn sich jemand hineinsetzt? Sie läuft über.

Das ist in Japan aber komplett mit einkalkuliert, wie zu sehen ist der Raum mit der Badewanne vom Rest des Bads komplett abgetrennt und hat einen Abfluss auf dem Boden. Gleiches gilt für die Dusche: Der ganze Raum ist deine Duschkabine. In Japan hüpft man eigentlich nicht ungeduscht in die Badewanne, sondern setzt sich erstmal auf einen kleinen Stuhl und duscht. Die Badewanne ist für die Entspannung gedacht, nicht für die Hygiene.

IMGP6109Unsere alte Badewanne war eine typisch japanische Sitzwanne, in der es zu zweit arg eng wurde. Unsere neue Badewanne ist im Vergleich riesig, in etwa so groß wie eine normale deutsche Badewanne, wir passen zu zweit rein und sind glücklich. Außerdem können wir übers allgegenwärtige Kontroll-Panel die Badewanne automatisch volllaufen lassen. Wenn sie voll ist klingelt das Panel im Wohnzimmer und das Wasser wird immer weiter warmgehalten. Wir können auch das gesamte Wasser zum Beispiel über Nacht in der Wanne lassen und dann am nächsten Tag noch einmal aufheizen lassen.

IMGP6108Das Bad ist einrichtungstechnisch nicht ganz so spannend, vor allem, weil wir nicht viel eingerichtet haben. Das meiste war schon da, und um ehrlich zu sein habe ich in Bad und Toilette keine großen Ambitionen… Lediglich Handseife, Waschlotion, Shampoo und Conditioner sind umgefüllt worden, diesmal anders als in der Küche nicht in Flaschen von IKEA sondern von MUJI.

Das eigenartige Ding, das über der Waschmaschine trohnt, haben wir aus der alten Wohnung mitgenommen, der Rest war schon da. Immerhin ist es nicht mehr komplett klaustrophobisch, und wir haben sogar jeweils ein Minifenster in jedem Raum.

Ansonsten ist nicht viel zu sagen, ich hoffe euch hat der kleine Einblick in unsere Wohnung gefallen, obwohl es glaube ich bei den meisten Japanern mit Wohnungen in unserer Preisklasse anders aussieht.

Nehmt uns also nicht als Paradebeispiel für “So sieht eine japanische Wohnung aus” 😉

Claudia fährt mal wieder weg.

Ich fahre mal wieder in den Urlaub. Diesmal aber ohne meinen Mann, der muss zu viel arbeiten und außerdem hat er gar keine Lust auf das Reiseziel: Seoul, schon wieder.

Wir waren nach Neujahr schon dort, allerdings war es viel zu kalt um die Stadt zu erkunden oder den Urlaub zu genießen. Deswegen gibt es im Mai ein Rematch! Mit meiner Schwiegermutter und einer Seoul-erfahrenen Freundin von ihr geht es los, diesmal in der besten Urlaubszeit und in einem anständigen Hotel.

Falls jemand wissen will, wie schrecklich kalt unser erster Besuch war:

Seoul, Tag 1: In der Schneehölle

Seoul, Tag 2: Kein Funken Wärme im Norden

Seoul, Tag 3: Flucht aus Eisland

Der Mann wird für drei Tage allein zuhause sein, ich hoffe er überlebt und die Wohnung ist danach noch zu erkennen.

Falls sich irgendjemand Sorgen wegen Herrn Kim und seinen Freunden machen sollte – Kaum jemand in Japan geht ernsthaft davon aus, dass Nordkorea irgendetwas tun wird. Lässt sich ganz einfach anhand der ausgebuchten Flugzeuge in Richtung Seoul nachvollziehen. 😉

Willkommen zurück, Madame!

Endlich habe ich es geschafft.

Drei Freundinnen (eine mit Blog 😉 ) und ich waren im Maid Café! Maid Cafés habe ich in meinem Mini-Eintrag über Akihabara schon einmal erwähnt, allerdings auch, dass ich noch nie in einem guten war. Eigentlich wollte ich schon im Sommer mit Anna zum @Home Cafe, wir haben es dann aber sein gelassen, wahrscheinlich um stattdessen ins Disney Land zu fahren. 😉

Weil das @Home Cafe scheinbar das Maid Café in Akihabara ist und wir nicht lange warten wollten, sind wir am Freitag Nachmittag um vier hingegangen. Dort bekam ich erstmal eine Erklärung des Systems auf Englisch in die Hand gedrückt, unter anderem, dass man im Laden nur die Speisen fotografieren und die Maids nicht anfassen darf. Weil ich ein guter Mensch bin, habe ich mich natürlich daran gehalten.

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Beim Maid Café ist schon die Terminologie anders: Während in einem normalen Café oder Restaurant “4名様ご来店です” (“Yon-mei-sama, go-raiten desu”; “4 Leute betreten den Laden”) gerufen wird, war es hier “お嬢様4名様ご帰宅です”  (“Ojō-sama yon-mei-sama go-kitaku desu”; “4 Ojō-sama* sind nach Hause gekommen”). Begrüßt wird man mit “お帰りなさいませ、お嬢様!” (“Okaerinasaimase, Ojō-sama”, “Willkommen zuhause, Ojō-sama”).

* Ojō-sama ist eine höhergeborene Tochter. Das männliche Equivalent in Maid Cafés ist ご主人様 (Goshujin-sama), der Herr des Hauses.

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Bei dem Café, in dem wir waren, kann man zwei verschiedene Sets buchen oder Getränke und Essen einzeln bestellen. Wir haben uns alle für’s A-Set entschieden, mit einem Getränk, einem Polaroid-Foto mit einer Maid unserer Wahl und einer Souvenir-Keksbox. Allein dafür zahlt man bereits 1,600yen, zuzüglich 600yen “Sitzgebühr”*. Drei von uns haben dann noch ein Dessert dazubestellt, was noch einmal jeweils 400yen mehr gekostet hat.

* Das gibt es auch in anderen Läden, vor allem wenn man trinken geht.

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Mein Moe-Parfait.

Zuerst kamen unsere Getränke, und alle mit Schaumgetränken (Kaffee Mocha) wurden gefragt, was sie gern mit Sirup draufgemalt hätten. Bekannterweise mag ich Katzen, also hat mir unsere Maid eine gemalt. Danach mussten wir noch Liebe in unsere Getränke zaubern, indem wir mit unseren Händen ein Herz formten und “Moe, Moe, Kyun!” sagten. Das klingt und ist auch total lächerlich, macht aber Spaß. Beim Dessert wieder dasselbe Spiel.

Ich hätte übrigens gedacht, dass es schlechter schmeckt. Irgendwie war es in meinem Kopf eingebrannt, dass man in Maid Cafés eher drittklassige Ware für teures Geld vorgesetzt bekommt, aber mein Parfait war wirklich gut und sah auch wirklich unglaublich niedlich aus.

Die Maids waren auch alle echt niedlich, wenn auch natürlich mit einer fetten Schicht Make-Up. Bei anderen Maid Cafés habe ich gehört und auch selbst erlebt, dass die Mädels im Laden nicht halb so süß sind wie die, die auf der Straße Flyer verteilen. Bei Maid Cafés zahlt man nun aber eigentlich dafür, dass man von hübschen oder niedlichen Mädchen bedient wird…

IMGP6097Für das im Set inbegriffene Polaroid-Foto wurden wir getrennt nach vorn gerufen, um mit einer Maid, die wir uns vorher ausgesucht hatten, fotografieren zu lassen. Überhaupt nicht peinlich als ausländische Frau vor all den Leuten zu posieren… Ich bin natürlich hochrot geworden, zumal ich die erste von uns Vieren war. Zehn Minuten später bekam ich es dekoriert wieder und habe jetzt eine schöne Erinnerung – denn ganz im Ernst:

So schnell werde ich nicht wieder in ein Maid Café gehen. Es macht Spaß und ist mal ganz witzig, aber es ist auch schweineteuer und die anderen Besucher sind teilweise etwas unangenehm. Viele Leute, vor allem Männer, die in ein Maid Café kommen, suchen eigentlich nur jemanden, der ihnen Aufmerksamkeit schenkt, oder sind irgendwo etwas kaputt. Wie der ältere Herr, der mit sich selbst sprach und mindestens fünf Mal Spiele mit einer der Maids gespielt hat: Vier gewinnt, für 600Yen pro Spiel.

An sich bin ich der ganzen Otaku-Kultur in Japan sogar recht verbunden, denn ich habe meine halbe Jugend* vorm PC verbracht, Animes geguckt, Manga gelesen, mich nach Japan geträumt, etc., aber manche steigern sich in ihre Maid-Träume ziemlich hinein. Das finde ich traurig und tragisch, und will es aus einem vermutlich ganz gewöhnlichen Abwehrreflex heraus nicht sehen. Aber es ist eben ein Geschäft, und ich glaube die verdienen nicht schlecht daran.

* Mit 23 ist man nicht mehr jugendlich. Jung schon noch.

Aber immer dran denken: 萌え萌えきゅん! (Moe, Moe, Kyun!)

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Tokyo, Chiyoda, Sotokanda 1-11-4 Mitsuwa Building 4. – 7. Etage