Auf Nimmerwiedersehen, 2020.

Normalerweise steht an dieser Stelle ein Jahresrückblick, in dem jeder Monat aufgeführt ist. Dieses Jahr ist das, wie so vieles, anders.

Denn einerseits war dieses Jahr unglaublich lang und andererseits auch wie im Handumdrehen vorbei. Auf der Weltbühne geschah unglaublich viel, und für viele von uns blieb das Leben ein wenig stehen. Und ich glaube irgendwie waren wir alle zusammen ein bisschen einsam.

Aber darum soll es hier nicht gehen.

Das Gute

Nachdem ich nach Jahren der Planung 2019 endlich schwanger geworden war, brachte ich dieses Jahr einen gesunden Sohn zur Welt. Der hat unser Leben natürlich gehörig auf den Kopf gestellt – im positivsten Sinne.

Bocchan (spricht sich übrigens Bot-chan) ist ein unglaublich tiefenentspanntes Baby. Natürlich schreit er auch manchmal, aber das kommt wirklich selten vor und er ist auch immer schnell wieder zu beruhigen. Dafür schläft er, wenn er nicht gerade gejetlaggt ist, wirklich gut und trinkt so viel, dass wir dazu übergegangen sind seine Oberschenkel nur noch als „Schinken“ zu bezeichnen.

Und das Beste: Mein Mann blieb drei Monate mit uns zuhause. Das ist in Japan leider noch immer nicht selbstverständlich.

Weil ich mich weiterhin in der Elternzeit befinde konnte ich zusammen mit Bocchan sechs Wochen nach Deutschland reisen, um ihn meinen Eltern und Großeltern vorzustellen. Sechs Wochen ist die längste Zeit, die ich seit 2011 in Deutschland verbracht habe und es war auch das erste Weihnachtsfest in Deutschland seit 2010. Schön war es, auch wenn ich nächstes Mal sicher nicht wieder im Winter nach Berlin fliegen werde.

Apropos Reisen: Ich war dieses Jahr in Kagawa um mir ein wenig Kunst anzusehen, in Niigata um in einem Kunstwerk zu übernachten, in Hakodate um mich endlich von dem Ausblick auf die Stadt bei Nacht verzaubern zu lassen und in Chiba um in einem Onsen die Seele baumeln zu lassen.

Mehr: Kagawa im Winter: Teshima.
Mehr: In Niigata in einem Kunstwerk übernachten.
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Mehr: Onsen-Ryokan mit Baby.

Auch wenn ich meine Freunde dieses Jahr nicht so oft treffen konnte, wie ich es gern gehabt hätte, haben wir es doch irgendwie geschafft immer in Kontakt zu bleiben und die ersten Planungen für Treffen in besseren Zeiten laufen schon auf Hochtouren. 🙂

Und wer jetzt nach dem Guten das Schlechte erwartet hat, den muss ich enttäuschen. Jetzt gibt es einen …

Buchtipp!

Ich glaube, dass besonders die fortschreitende Spaltung der Gesellschaft dazu beigetragen hat, dass bei vielen das „Wir gegen das Scheiß-Virus“-Gefühl gefehlt hat. Wenn man die Nachrichten sieht kann es einem manchmal vorkommen, als gäbe es da einen Teil der Menschheit, der fast eine andere Spezies bildet, weil seine Lebensrealität so entfernt von der unseren ist.

Wer mal wieder spüren möchte, dass das nicht so ist, dem lege ich „Humans“ von Brandon Stanton ans Herz. Gerne beim unabhängigen Buchhändler eures Vertrauens kaufen!

Humans

Brandon Stanton

22,95€

448 Seiten

ISBN 3742316338

Brandon hat 40 Länder (auch Japan!) besucht und die Menschen auf den Straßen dort porträtiert und ihnen einfach zugehört. Herausgekommen ist ein wunderschönes Buch über das, was wir gemeinsam haben und was uns als Menschen auszeichnet. Letztendlich sind wir alle zusammen auf diesem Planeten.


In diesem Sinne, auf Nimmerwiedersehen 2020, du warst nicht nur schlecht!

2 Gedanken zu „Auf Nimmerwiedersehen, 2020.

  1. Anna sagt:

    Ich schaue immer mal wieder in deinen Blog und lese ihn gerne!
    Diesmal hat mir neben dem „Schinken“ gefallen, dass du die negative Abrechnung und das Thema Corona ausgespart hast. Ein schöner Buchtipp!
    Für dich und deine Familie ein gesundes, glückliches Jahr 2021!

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