Der geheime Knopf.

Japanische Autos haben einen geheimen Extra-Knopf. Alle Autos sind mit ihm ausgestattet und wenn man einmal herausgefunden hat, wofür er gut ist, kommt man nicht mehr von ihm weg. Es handelt sich hierbei um den magischen „Parke wo auch immer du willst“-Knopf. Er sieht genau so aus wie der Warnblinker.

Wenn man an die Straßen Asiens denkt, denkt man vielleicht an die vielen Mopeds in Vietnam oder den verrückten Verkehr in Chinas Großstädten. Zugegebenermaßen gibt es viele asiatische Länder, deren Verkehr gefährlicher ist als der japanische. Aber auch die japanischen Autofahrer haben außer dem Linksverkehr so einige Macken.

So ist das Parken mit Warnblinker eine absolute Epidemie. Die Straßen Tokyos sind sowieso schon eng und oft wird die linke Spur, wenn es sie denn gibt, einfach komplett von parkenden Autos mit Warnblinker besetzt. Das ist in Japan nicht nur genau so illegal wie in Deutschland, sondern geht der hiesigen Polizei auch genau so sehr am Allerwertesten vorbei.

Wenn wir aus unserer Einbahnstraße hinausgehen und auf die Hauptstraße, die übrigens so weit ist, dass sie in Deutschland auch eine Einbahnstraße wäre, abbiegen, laufen wir über einen Zebrastreifen. Nicht selten geschieht es, dass wir nicht über den Zebrastreifen laufen können, weil irgendein Idiot sich entschieden hat, dort zu parken. Ist ja egal, der Warnblinker ist ja an.

Apropos Zebrastreifen: Die werden in Japan offensichtlich auch eher als dekoratives Schmuckelement wahrgenommen. In Tokyo halten wohl gerade einmal etwas mehr als 5% der Autofahrer an einem Zebrastreifen, an dem jemand steht, an. Oft wird ohne Verringerung der Geschwindigkeit durchgebrettert. Dabei ist es nicht so, dass die Leute es nicht ordentlich beigebracht bekämen oder in den Jahren nach der Führerscheinprüfung vergessen würden: Sobald ein Polizist am Zebrastreifen steht, halten die Autofahrer brav an.

Zum Glück hat die große Kreuzung in Shibuya Ampeln.

Generell habe ich oft das Gefühl, dass die Straßen hier erst ohne Berücksichtigung von Autos geplant und dann nie korrigiert wurden. Wenn man ein wenig von den Touristengegenden oder den Hauptstraßen wegkommt, fällt einem sofort der Mangel von Bürgersteigen auf. Wenn es einen gibt, ist der oft zu schmal für zwei Personen oder wird immer wieder von Strommästen verengt. Das führt dazu, dass viele Fußgänger wohl oder übel auf der Straße laufen müssen, was kreuzgefährlich werden kann.

Vor allem, wenn den Autofahrern die Sicht von wild parkenden Autos versperrt wird.

5 Gedanken zu „Der geheime Knopf.

  1. zoomingjapan sagt:

    Ja, Autofahren in Japan war manchmal schon abenteuerlich, aber meistens eigentlich völlig okay. Vor allem darf man eh nicht sehr schnell fahren. Ich erinnere mich dunkel dran, dass einige einfach nicht blinken, was sehr nervig ist. Hellsehen kann ich schließlich nicht. 😉

    In Japan hab ich die Warnblinkanlage eigentlich nur angemacht, wenn ich irgendwo als Tourist unterwegs war und ein schönes Fotomotiv gesehen habe (z.B. in Okinawa oder Hokkaido). Schnell angehalten, Warnblinkanlage an, Foto gemacht. 🙂 …..

    Ich war jetzt gerade mit dem eigenen Auto in Italien unterwegs und während es in Südtirol noch so wie in Deutschland auf den Straßen zugeht, hab ich auf der Autobahn in Italien jenseits vom Gardasee wirklich mehrmals fast einen Herzinfarkt bekommen. Blinken ist sowieso nicht. Es wird kreuz und quer überholt, Geschwindigkeiten werden überschritten ohne Ende, Mindestabstand ist auch ein Fremdwort …. 😉

  2. Tobias sagt:

    … stimmt!
    Aber ich fand die Fahrräder auf dem Bürgersteig mindestens genauso scheisse.
    Wir sind ohnehin schon im Gänsemarsch gegangen und ständig hat sich so ein Mamakari noch durchgequetscht. Unheimlich nervig…

  3. Anika sagt:

    Ich habe tatsächlich gestern zwei Polizisten bei einem Warnblinker entdeckt! Der stand aber auch vor dem eingeschränkten Halteverbot Schild…

    Neulich habe ich mal wieder versucht über einen Zebrastreifen zu gehen obwohl Autos kamen.. Trotz Handzeichen und ein Fuß auf der Straße: Durchgebrettert…

    Aber ja.. mich nerven Mamacharis auf Gehwegen auch mehr als Falschparker und Zebrastreifenverweigerer. Die sind nämlich zumindest hier deutlich gefährlicher als die Autos. Ich gehe lieber auf der Straße als mit den Mamacharis zu teilen..

  4. Matthias sagt:

    Man sollte in Deutschland den Warnblinker sowieso nicht anschalten wenn man irgendwo unerlaubt parkt ,das kostet noch mal 5€ extra wegen des Missbrauchs von Warnzeichen.

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