Ein Tunnel voller Kunst in Niigata.

Das „House of Light“ ist natürlich nicht die einzige Kunstinstallation in Niigata. Im Rahmen verschiedener Triennalen hat sich in Tōkamachi (十日町) und Umgebung so einiges angesammelt. An einigem fährt man quasi zufällig vorbei. Da wäre z.B. der riesige Fensterrahmen mit Vorhängen, der inmitten eines Feldes steht. Oder die knallroten Vogelscheuchen, die den Anwohnern nachempfunden sind.

Am „Tunnel of Light“ kommt man nicht einfach so vorbei.

Ursprünglich wurde der 750 m lange Tunnel gebaut, um jedem einen Blick auf die Schlucht Kiyotsu-Kyō (清津峡) im Jōshin’etsu-kōgen-Nationalpark (上信越高原国立公園) zu ermöglichen. Vom Tunnel gehen drei Abzweigungen ab, die einen Panoramablick bieten. Anfangs war der Tunnel gut besucht, doch auf Dauer war er den Besuchern doch zu langweilig und die Besucherzahl nahm ab.

Seit der Triennale 2018 werden im Tunnel unter dem Namen „Tunnel of Light“ Installationen des chinesischen Künstlers Ma Yansong gezeigt, was die Besucherzahl locker vervierfacht hat.

Als wir dort waren, war der primäre Parkplatz so weit überlaufen, dass wir einige hundert Meter weiter weg parken mussten. Im Tunnel selbst war es aber nicht störend voll.

Die letzte Aussichtsplattform ist die am meisten fotografierte. Weil es nicht direkt ersichtlich ist, zwei Hinweise dazu, wie diese Installation „funktioniert“: Der Wasserpool ist nur an den Rändern flach genug, um darin zu laufen. Wenn man sich vom Rand wegbewegt, hat man mit ziemlicher Sicherheit nasse Füße. Zwischen dem Tunnel und der Schlucht befindet sich eine Begrenzung aus Glas, die auf Fotos kaum zu sehen ist. 🙂

Leider war mein Schwiegervater hauptsächlich an diesem letzten Aussichtspunkt interessiert, weswegen mir kaum genug Zeit blieb, um mir auch den Rest in Ruhe anzusehen. Ich verreise zwar ganz gern mit den Schwiegereltern, aber eigentlich versuchen mein Mann und ich inzwischen etwas bewusster und langsamer unterwegs zu sein. Das können wir dann wieder machen, wenn wir auf eigene Kosten unterwegs sind. 😉

Eine der am Anfang erwähnten Kunstinstallationen, an denen man einfach so vorbeifährt, wollte mein Mann sich aber noch genauer ansehen.

„Asphalt Spot“ des französischen Architekturstudios R & Sie sarl d‘ Architecture ist ein funktioneller Parkplatz, der auf scheinbar unerklärliche Weise Wellen geschlagen hat.

Leider war unsere Reise auch diesmal wieder sehr kurz, aber man kann eben nicht alles haben. Hätten wir mehr Zeit gehabt und wären nur zu dritt gewesen, hätten wir uns wahrscheinlich noch mehr Kunst angesehen. Dank der Triennale befinden sich in der Umgebung über 150 Installationen, da sollte eigentlich für jeden etwas dabei sein. Eine Liste könnt ihr auf der Seite Echigo-Tsumari finden. Viel davon kann man sich einfach so ansehen und meist ist es auch nicht zu überrannt, um es auf sich wirken zu lassen.

Es ist schon echt überraschend, wie viel großartige Kunst überall verstreut ist, wenn man nur mal die Augen aufmacht.

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