Die Schreine des Togakushi-Jinja in Nagano.

Als wir im September in Nagano waren, hielt mein Mann es nicht aus, sich mal auszuruhen und suchte fast verzweifelt nach Ausflugszielen. So fuhren wir also von Sakuho-Machi im Süden Naganos fast zwei Stunden bis in den Norden Naganos um den Togakushi-Schrein (戸隠神社) zu sehen.

Der Togakushi-Schrein besteht genau genommen aus fünf verschiedenen Schreinen:

  1. Hōkōsha (宝光社), in dem die Göttin Amenouwaharu verehrt wird;
  2. Hinomikosha (火之御子社), in dem unter anderem die Göttin Amenouzume verehrt wird;
  3. Chūsha (中社), in dem die Gottheit Omoikane verehrt wird;
  4. Kuzuryūsha (九頭龍社), in dem der neunköpfige Drachengott Kuzuryū-Ōkami verehrt wird; und
  5. Okusha (奥社), in dem Amenodajikarawo verehrt wird.

Der bekannteste der fünf Schreine ist Okusha, den wir jedoch zum Schluss besuchten. Erst mussten wir auf den Berg, auf dem sich die Schreine befinden, fahren.

Dort hörten wir plötzlich vor uns einen der recht typischen Politikerwerbewagen:

グレート無茶、グレータ無茶でございます。どうぞよろしくおねがいいたします。

Hier ist Great Mucha, Great Mucha. Bitte seien Sie gut zu mir [und wählen mich].

Great Mucha ist ein Wrestler. 😀 Tatsächlich hat er bei der Wahl gewonnen und ist jetzt im Stadtrat der Stadt Nagano aktiv – mitsamt seiner Maske. Manche Sachen kann man sich einfach nicht ausdenken.

Mir war leider die Batterie meiner Kamera leergegangen und in meiner ewigen Weisheit hatte ich vergessen, das Ladekabel von zuhause mitzunehmen. Deswegen habe ich von den Togakushi-Schreinen leider nur Handy-Fotos.

Vom Schreingebäude her am schönsten fand ich den Hōkōsha-Schrein. Dieser besteht in seiner jetzigen Form seit fast eintausend Jahren und wirkt im Inneren viel geräumiger als andere Schreine. Leider darf man in Japan nicht in die Schreine hineinfotografieren, das bringt Unglück.

Die Togakushi-Schreine liegen relativ weit auseinander, weswegen es sich anbietet mit dem Auto anzureisen, und sie sind auch allesamt nicht behindertengerecht und erfordern einiges an Ausdauer. Japanische Schreine und Tempel stehen oft auf Bergen oder Hügeln und nur über lange, ziemlich steile Treppen zu erreichen.

Aussicht vom Hōkōsha-Schrein nach unten

Dem setzt der Okusha-Schrein allerdings die Krone auf: Vom Eingang des Schreins bis zum Schreingebäude sind es zwei Kilometer!

Und wir hatten uns schon gewundert, warum an dem Getränkeautomaten am Parkplatz „Der letzte Getränkeautomat auf dem Weg zum Schrein“ stand. 😀

Den ersten Kilometer bis zu dem Tor, dass ihr auf dem unteren Foto erkennen könnt, läuft man noch auf einer ebenen Strecke. Das ging für uns ganz flott und wir dachten schon, dass es ja gar nicht so schlimm sei.

Der Schrein ist besonders für diese japanischen Zedernbäume bekannt

Dann erblickten wir die ersten Treppenstufen. Es geht hier ziemlich lange nach oben, ohne dass es richtige Plätze zum Verschnaufen gäbe. Immerhin wird man am Ende dieser Tortur mit nicht nur einem, sondern zwei Schreinen belohnt: Dem Okusha und dem Kuzuryūsha.

Leider sind diese Schreine beide nicht wirklich interessant. Der Okusha wirkt sehr neu und vor allem im Vergleich zum Hōkōsha ziemlich klein.

Aber für die Erfahrung lohnt es sich. 🙂 Nur sollte man nach Möglichkeit entweder Wechselklamotten dabei oder einen Onsen-Besuch geplant haben, wir waren danach so verschwitzt, dass wir den Zenkōji-Tempel (善光寺) nicht mehr besuchen konnten.

Dafür habe ich jetzt ein Goshuin mit dem möglicherweise coolsten Schrein-Namen. So gleicht sich das aus.

links: Kuzuryūsha oder Neunköpfiger-Drachen-Schrein! 😀
rechts: Togakushi-Jinja Okusha

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