Yamaguchi, Teil 4: Hagi.

Auf dieser Reise brachte uns das Wetter unsere Pläne ein wenig durcheinander, doch die Hotels waren natürlich fest gebucht und so fuhren wir vom Akiyoshi-Plateau nach Hagi (萩) um die dortige Altstadt zu besichtigen.

Mehr: Yamaguchi, Teil 3: Das Akiyoshi-Plateau.

Hagi hatte einst eine Burg, die jedoch während der Meiji-Restauration zerstört wurde und von der heute nur noch Ruinen stehen.

Hier ein kleiner Ausflug in die Geschichte Japans: Vor 1886 war Japan in so genannte Shōgunate oder Fürstentümer aufgeteilt und wurden so dezentral verwaltet. Der Meiji-Kaiser wollte ein zentrales Kaiserreich nach westlichem Vorbild schaffen. In dieser Zeit kamen vor allem viele Einflüsse aus dem Westen nach Japan und die Gesellschaft veränderte sich rapide. Ein sehr schöner Film, in dem das auch eine Rolle spielt ist „Zakurozaka no Adauchi“ (柘榴坂の仇討), wird leider wahrscheinlich nicht mehr im Ausland erscheinen. 🙁

Mehr: Filmzeit: Rache auf dem Granatapfelhügel.

Auf jeden Fall wurde damals die Zerstörung beinahe sämtlicher Burgen beschlossen. Japan sollte ein Kaiserreich mit einer Burg werden. Anders als in Deutschland, wo viele Schlösser als reine Wohnsitze für Adelige gebaut wurden, handelt es sich bei japanischen Burgen ausschließlich um kriegsbereite Gebäude. Wo kein Schloss, da auch kein Widerstand, war damals wohl der Gedanke. Einige wenige Schlösser überstanden diese Zeit unbeschadet, viele wurden nach dem zweiten Weltkrieg erneut gebaut. Die alt aussehenden Gebäude sind also meist noch recht jung.

Die Parkanlage der Burg Hagi ist zwar ganz schön, aber um ehrlich zu sein mangelt es mir an Vorstellungskraft um kaum erhaltene Ruinen allzu spannend zu finden.

Am Straßenrand gibt es Amanatsu, eine süße Zitrusfrucht, zu kaufen.

Zum Glück ist die Altstadt aber ganz hübsch, mit schwarz-weißen Wänden und Amanatsu-Bäumen. Auch während der Golden Week, wo es überall sonst ziemlich voll war, war es hier sehr entspannt.

Es gibt einige Museen und alte Häuser, die man sich ansehen kann. Wir entschieden uns für das Wohnhaus der Familie Kikuya (菊屋家住宅) das zu den ältesten noch erhaltenen Häusern eines Händlers in Hagi gehört. Der Handel lief offensichtlich sehr gut, denn das Grundstück ist mit 6600 m² riesig und beherbergt verschiedene Häuser und einen großen Garten.

Nachdem wir dort einige Zeit verbracht hatten, fuhren wir aber zu unserem Hotel. Für unser zweites Hotel in Yamaguchi hatten wir ein wenig mehr Geld in die Hand genommen, es handelte sich hierbei nämlich um einen traditionell japanischen Ryokan mit japanischen Zimmern, einem heißen Quellbad und japanischem Frühstück. Nach einem Tag voller Laufen gibt es nichts besseres, als heißes Wasser.

Am nächsten Morgen begrüßte uns nicht nur ein sehr gutes und reichhaltiges Frühstück, sondern auch die Sonne!

Was kann ich sagen? Städte am Wasser brauchen einfach das Licht. Obwohl wir uns das Japanische Meer immer etwas rauher vorgestellt hatten, war es wunderschön türkisfarben.

Die Weichen waren also gestellt, um endlich die ganzen Orte zu besuchen, für die man wirklich gutes Wetter braucht. 🙂

2 Gedanken zu „Yamaguchi, Teil 4: Hagi.

  1. Anika sagt:

    In Hagi war ich sogar schon mal 🙂
    2006 wegen einer Romanreihe…

    Und schon 2006 war die Burg nicht sonderlich spannend xD
    Aber ich habe immer noch meinen Teebecher, den ich damals gekauft habe. Hagi ist ja auch für Töpferware bekannt 🙂
    Warum ich damals so viele Gärten verpasst habe ist mir übrigens schleierhaft…
    Vielleicht lag es hier aber an dem furchtbaren Wetter… Bei meinem Ausflug gab es nämlich Dauerregen und als meine Schuhe komplett durch waren und ich nur noch fror, bekam ich super schlechte Laune und wollte nur zurück nach Hiroshima *lach*

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