Der japanische Kalender: Minazuki.

Wer heutzutage Japanisch lernt, weiß, dass das Monatssystem in Japan furchtbar einfach ist: Statt Namen zu haben, sind die Monate einfach durchnummeriert. Doch das war nicht immer so, weswegen ich euch dieses Jahr an jedem ersten eines Monats den alten Monatsnamen und die traditionellen Feste, die in diesem Monat anstehen, vorstellen möchte.

Der Juni wird 水無月 (Minazuki) geschrieben, was verwirrenderweise „Monat ohne Wasser“ bedeutet – dabei weiß doch jeder, dass im Juni in Japan Regenzeit herrscht.

Es gibt verschiedene Theorien, wie es dazu kam, doch die für mich am wahrscheinlichsten klingende ist, dass das 無 (ohne) für den Partikel な (na) dort steht, den man damals anstelle von の (no), dem Posessivartikel, verwendet hat. Statt „Monat ohne Wasser“ würde es dann „Monat des Wassers“ heißen.

Beginn und Ende der Regenzeit sind in Japan eigentlich ein recht großes Ding. Für die Bauern, weil der viele Regen für die Reisernte wichtig ist, für die Großstädter, weil man einen Monat die Wäsche drinnen trocknen muss.

In den letzten Jahren habe aber nicht nur ich das Gefühl, dass die Regenzeit immer kürzer wird. Nichts mehr mit wochenlangem Dauerregen. Natürlich ist das für mich angenehmer, aber die Frischwasserreserven sind daher im Sommer regelmäßig sehr gering und Lebensmittel werden teurer.

Im Juni werden übrigens gar keine Feste begangen, er ist derzeit auch der einzige Monat in Japan, in dem es keinen einzigen Feiertag gibt. Vielleicht wollten sich die Japaner von anno dazumal auch einfach nicht durch den Regen ihre Feste verderben lassen. 😉

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