Yamaguchi, Teil 3: Das Akiyoshi-Plateau.

Das Akiyoshi-Plateau (秋吉台) in Yamaguchi kennt in Japan jeder Grundschüler. Es wird im Erdkundeunterricht als Beispiel für eine Karstlandschaft unterrichtet.

Karstlandschaften zeichnen sich durch kohlesäurelösliches Gestein, wie hier z.B. Kalkstein, das mit der Zeit errodiert aus, und sind entweder oberirdisch in Form von Plateaus oder unterirdisch in Form von Höhlen. Wir sahen uns zuerst die Akiyoshi-Höhle (秋芳洞) an.

Ein Stück von der Höhle entfernt gibt es einen gut ausgeschilderten Parkplatz, der an diesem Tag ziemlich gut gefüllt war. Für den Besuch der Höhle muss man pro Person 1,200 ¥ (ca. 9,80 €) einplanen, aber ich denke das Geld wird für die Instandhaltung der Höhle benötigt.

Von den etwa 10,7 km der Höhle kann man einen zu Fuß erkunden. Wie in Japan recht typisch gibt es dabei nicht immer Absperrungen in Richtung Wasser, passt also vor allem auf kleine Kinder auf. Der betretbare Teil der Höhle hat dafür einen befestigten Gehweg und auch die Treppenstufen sind an den meisten Stellen befestigt und absolut ungefährlich.

Innerhalb der Höhle wird viel mit Scheinwerfern beleuchtet und an den wichtigen Stellen gibt es Schilder und auch gesprochene Erklärungen in verschiedenen Sprachen, u. a. Englisch. Wie bei allem, was wir in Yamaguchi gesehen haben, wird es auch hier außerhalb der längsten Golden Week in der Geschichte Japans nicht annährend so voll sein, wie ihr es auf den Foto seht.

Bis zu diesem Punkt kommt man vom Haupteingang (秋芳洞正面入口) auch mit einem Rollstuhl.

Die Höhle ist riesig und wartet mit allerlei interessanten Gesteinsformationen auf. Auf dem Foto oben seht ihr z. B. die „Hundert Teller“. In einigen Bereichen der Höhle kann man auch Tropfsteine sehen.

Man kann entweder den ganzen zugänglichen Bereich der Höhle durchlaufen oder nach ein wenig mehr als der Hälfte der Strecke mit einem Fahrstuhl nach oben auf das Akiyoshi-Plateau fahren.

Diese Landschaft erinnert weniger an Japan und mehr an Schottland oder Neuseeland. Wir hatten auf jeden Fall die ganze Zeit das Gefühl, dass wir gleich eine Schafherde sehen würden.

Vom Aussichtspunkt aus gibt es einige kürzere und längere Wanderwege durch die zumindest für Japan recht ungewöhnlichen Hügel aus denen der Kalkstein zu sprießen scheint. Eine irgendwie recht karge aber auch schöne Landschaft.

Etwas abseits von der Aussichtsplattform gibt es einen Bus zurück zum Parkplatz bei der Höhle, so dass man nicht den ganzen Weg wieder zurücklaufen muss.

Wer kein Interesse daran hat durch die oberirdische Karstlandschaft zu laufen, kann sie auch einfach durchfahren. Ich fand sie aber wirklich schön und hätte es schade gefunden, sie nur vom Auto aus zu sehen.

2 Gedanken zu „Yamaguchi, Teil 3: Das Akiyoshi-Plateau.

  1. Elisa sagt:

    Ich hatte es schon vermutet, dass der Cliffhanger darauf hinausläuft 😀 Ich hatte es ursprünglich auf der Liste für meine Reise, dann aber gestrichen, weil es sich zeitlich nicht ausging und ich zu kaputt war zum Wandern. Aber deine Bilder sind auch wieder so schön, ein andermal muss ich da hin.

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