Yamaguchi, Teil 1: Chōfu.

Yamaguchi (山口県) ist die westlichste Präfektur auf der Hauptinsel Honshū und befindet sich zwischen den Präfekturen Hiroshima (auf Honshū) und Fukuoka (auf Kyūshū).

Wir hatten sie uns als Ziel ausgesucht, weil ich sie erstens noch nicht besucht hatte und wir zweitens davon ausgingen, dass es nicht so schrecklich voll sein würde wie in anderen Präfekturen. Außerdem wollte ich mal wieder schönes blaues Meer sehen.

Wir flogen diesmal aus logistischen Gründen (Bahntickets können nur drei Monate im Voraus gebucht werden und sind dann oft schnell weg) und kamen am Vormittag am leider unter einer Wolkendecke zugedeckten Flughafen von Ube an. Dieser ist sehr klein und beherbergt sämtliche Autoverleihe direkt in einem Nebengebäude, weswegen wir uns in Rekordzeit in unser schon etwas angeschlagenes Leihauto setzen konnten.

Unser erster Halt war Chōfu (長府), wo man ein paar historische Straßen und Gebäude besichtigen kann. Damals gehörte dieser Teil Yamaguchis zum Fürstentum Chōfu, dessen letzter Fürst oder Daimyō, Mōri Mototoshi, sich 1903 eine Residenz bauen ließ. Die Chōfu-Mōri-Tei (長府毛利邸) diente auch dem damaligen Kaiser als Übernachtungsstätte.

Solche Räume werden übrigens immer extra ausgeschildert, weil so ein Besuch natürlich etwas ganz Besonderes ist. Inzwischen gibt es keine Daimyōs mehr und ich gehe davon aus, dass der Kaiser in Hotels übernachtet.

Für nur 200¥ (ca. 1,60€) bekommt man hier ein sehr schönes Gebäude zu sehen (O-Ton Mann: „Hier würde ich auch wohnen.“) und kann den Garten außerdem nicht nur, wie vielerorts üblich, bestaunen, sondern tatsächlich auch betreten. Am Vormittag waren wir hier außerdem fast alleine.

Gleich in der Nähe der Residenz befindet sich der Kōzan-Tempel (功山寺). Dieser Zen-Tempel ist nationales Kulturgut und vor allem im Frühling und Herbst besonders schön anzusehen. Wir waren im späten April etwas zu spät für die Kirschblüte. Dafür grüßte uns, einmal oben angekommen, der japanische Blauregen. 🙂

Treppensteigen muss man bei Tempeln und Schreinen oft

Der Weg ist zwar nicht weit, aber für Leute, die Probleme mit Treppen haben, gibt es auch einen Parkplatz direkt am Tempel oben.

Eigentlich hatten wir vor in einer der alten Straßen hübsch zu Mittag zu essen, doch leider war das Restaurant bereits ausgebucht. Dieses Problem verfolgte uns übrigens durch ganz Yamaguchi. Die Präfektur ist relativ klein und zieht normalerweise kaum Touristen an, weswegen es nicht zu viele Restaurants gibt. Zu dieser Golden Week war es viel voller als normalerweise und die Restaurants waren oft komplett ausgelastet. Letztendlich begnügten wir uns mit Eis aus dem Touristenzentrum.

So wanderten wir noch ein wenig durch die Straßen, trafen auf unzählige Enten in einem kleinen Flüsschen und kehrten letztendlich wieder zu unserem Auto zurück, als es langsam anfing zu regnen.

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