Neuseeland, Tag 1: Neujahrsflug und Auckland.

Wir ließen unser Jahr diesmal statt zuhause im Flugzeug auslaufen.

Unser Flug nach Auckland ging am 31.12. um 18:30 und wir hatten ihn aus zwei Gründen gewählt: Einerseits war er günstiger als der gleiche Flug am 1. Januar und zweitens bedeutet einen Tag früher zu fliegen natürlich auch, einen Tag länger in Neuseeland sein zu können. Das traditionelle Neujahr mit der Familie meines Mannes wurde kurzerhand am 29. Dezember gegangen, nur im Tempel waren wir noch nicht. Wer weiß, ob die Götter bei so etwas Spaß verstehen. 😉

Der Flug mit Air New Zealand an sich war durchschnittlich, aber sicherlich angenehmer als jeder Flug von Deutschland aus. Zehn Stunden saßen wir auf unseren ziemlich engen Plätzen (Premium Economy bei Air New Zealand ist unglaublich teuer), aßen mittelmäßiges Flugzeugessen (Finnair ist besser) und beschäftigten uns entweder mit dem recht umfangreichen Entertainment-Angebot oder schliefen. Es war schließlich ein Nachtflug. Zu Neujahr gab es eine Durchsage vom Kapitän und wohl auch Sekt, der es aber nie bis zu uns schaffte. Das war nicht ganz so hervorragend geplant.

Als wir um neun Uhr morgens ankamen, zwischen Tokyo und Auckland bestehen in unserem Winter vier Stunden Zeitunterschied, war der Himmel bewölkt, nichts von Sommerfeeling. Da der Flughafen recht überschaubar ist, konnten wir ziemlich schnell mit dem Bus in die Stadt fahren, einchecken, duschen und uns ein wenig die Stadt ansehen.

Am Nachmittag kam die Sonne raus

Auckland ist nicht die Hauptstadt Neuseelands, ein Drittel der Einwohner des Landes wohnt jedoch dort. Es ist also die größte Stadt Neuseelands, mit ca. 1,4 Millionen Einwohnern aber für Berlin oder gar Tokyo gewohnte Menschen ziemlich klein. Da wir viel zu Fuß unterwegs waren, haben wir nur die Innenstadt erkundet, aber es war bei weitem nicht so großstädtisch wie bei uns – was auch mal ganz schön ist. 🙂 Unser Hotel, das Rydges Auckland, befindet sich leider in einer nicht ganz so schönen Ecke der Stadt in der Nähe des Sky Towers. Auckland hat leider ein ziemliches Problem mit Müll und Betrunkenen auf der Straße, was unangenehm sein kann. Dafür gibt es aber einen schönen Hafen und recht viel Grün.

Der 1. Januar war auch nicht der beste Tag für Touristen, denn viele Läden hatten verständlicherweise geschlossen, so dass die Innenstadt bis auf kleine Teile ziemlich ausgestorben wirkte. An unserem letzten Tag in Neuseeland waren wir noch einmal in Auckland, das Wetter war besser, wir waren ausgeschlafener und es war mehr los, was die Stadt sehr viel sympathischer wirken ließ.

Dass Neuseeland ein großes Ziel für vor allem junge Reisende ist, bemerkt man auch sofort: Überall gibt es Hostels, kostenloses Wi-Fi und Gruppen von Reisenden aus den verschiedensten Ländern. Japaner haben wir kaum gesehen, dafür viele Deutsche und Franzosen, einige Chinesen und Koreaner.

Bei Velvet Burger am Sky Tower

Essenstechnisch fanden wir nicht nur Auckland, sondern ganz Neuseeland ziemlich teuer. Nachdem wir das erste Mal in einem Supermarkt waren, erschloss sich das uns aber: Lebensmittel sind einfach teuer. Für die wirklichen guten Burger bei Velvet Burger bezahlten wir zu zweit etwa 50$, das sind fast 30€ oder 3,700¥! Die anderen wenigen Male, die wir in Neuseeland essen waren, war die Rechnung noch höher. Aber wir waren ja nicht fürs Essen in Neuseeland. 🙂

Da in Neuseeland Hochsommer war, unser erster Tag war nur etwas kühl, war es jeden Tag bis etwa neun Uhr hell. Diese langen Sommertage sind immer etwas, was ich in Tokyo vermisse, weswegen ich sie in Neuseeland umso mehr genossen habe. Auckland ist auch sehr entschleunigt, was am ersten Tag etwas frustrierend, dann aber wunderbar war. Einfach mal raus aus dem Hamsterrad.

Zum Ausklang unseres ersten Abends liefen wir Eis essend vom Hafen zurück zum Hotel und konnten kaum fassen, dass es wirklich der 1. Januar sein sollte. Ob die Neuseeländer ein kaltes Neujahr genau so komisch fänden?

Auch wenn wir an unserem ersten Tag nicht sonderlich begeistert von Auckland waren, war es auf jeden Fall eine gute Entscheidung, einen Tag Pause zu machen, bevor wir ein Auto mieten und das Land weiter erkunden würden.

Wir haben uns übrigens auf die North Island beschränkt, einfach weil wir nur eine Woche Zeit hatten und nicht hetzen wollten. Tatsächlich sind wir nach acht Tagen entspannt und braungebrannt wieder nach Hause gekommen und versuchen uns derzeit die innere Ruhe, die Neuseeland uns gegeben hat, beizubehalten. Gar nicht so einfach, aber vielleicht müssen wir einfach noch einmal nach Neuseeland reisen. 😉

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