Kagawa, Teil 5: Essen.

Ein großer Grund, warum wir uns für Kagawa entschieden haben, war das Essen. Mein Mann wollte unbedingt die Udon, für die Kagawa so berühmt ist, essen. Udon sind einfache Weizennudeln, die auch im Rest Japans gegessen werden. Allerdings essen die Bewohner Kagawas etwa doppelt so oft Udon wie der japanische Durchschnitt und das hat einen guten Grund: Bessere Udon gibt es nirgendwo.

Hier also drei Udon-Läden in Kagawa und zwei andere Restaurants.

Bei Udon gibt es einige verschiedene Möglichkeiten: Warm oder kalt, mit Fleisch, mit rohem Ei, in Suppe oder mit Sauce, etc. Das hat den großen Vorteil, dass man viel davon essen kann, ohne dass sich der Geschmackssinn zu sehr langweilt.

鶴丸 Tsurumaru

Das Tsurumaru ist für seine Curry-Udon bekannt, wir waren aber schon von einem anderen Restaurant sehr satt und entschieden uns für Niku-Bukkake* (肉ぶっかけ) und Tsukimi (月見). Niku-Bukkake sind Nudeln mit Fleisch und Sauce, Tsukimi ist in Suppe mit einem rohen Ei. Die Nudeln selbst waren sehr lecker, das Fleisch war aber nichts Besonderes.

* Für die, die jetzt kurz grinsen mussten: Bukkakeru (ぶっかける) heißt „übergießen“.

Da der Laden sich im Stadtzentrum befindet, ist er einfach zu Fuß zu erreichen.

手打うどん鶴丸 Teuchi Udon Tsurumaru
香川県 高松市 古馬場町 9-34
Furubabachō 9-34, Takamatsu, Kagawa
Täglich ab 20 Uhr geöffnet

うどんバカ一代 Udon Baka Ichidai

Um das richtige Kagawa-Gefühl für Udon zu bekommen, aßen wir am zweiten Tag unserer Reise zum Frühstück Udon. Man gönnt sich ja sonst nichts. 😉

Das Udon Baka Ichidai ist bereits am frühen Morgen geöffnet um den Hunger der Besucher zu stillen. Erst bestellt man seine Nudeln, dann nimmt man sich verschiedenes Frittiertes und dann zahlt man. Die beliebtesten Udon in diesem Laden sind Kama-Batā Udon (釜バターうどん), Udon mit Butter und rohem Ei, über die man Sojasauce gibt. Fertig vermischt schmeckte es ein wenig wie Spaghetti Calbonara.

Ich mochte die Udon in diesem kleinen Laden am liebsten und kann sie nur empfehlen. 🙂

手打十段 うどんバカ代 Teuchi Jūdan Udon Baka Ichidai
香川県高松市多賀町1丁目6−7
Tagachō 1-6-7, Takamatsu, Kagawa
Täglich von 6 bis 18 Uhr geöffnet

うどん本陣山田家 Udon Honjin Yamadaya 

Auf dem Rückweg von den Strudeln in Tokushima wollte mein Mann unbedingt einen Stopp beim Yamadaya einlegen. Der Laden befindet sich außerhalb der Stadt in einem sehr schönen alten Gebäude. Der Laden selbst ist ziemlich groß und in verschiedene Räume unterteilt.

Wir aßen Kama-Bukkake, also mit Ei und Sauce, mein Mann in kalt und ich in warm. Übrigens, selbst wer Udon normalerweise nicht mag, sollte sie in Kagawa zumindest probieren. Ich bin eigentlich auch kein großer Fan, aber die Nudeln in Kagawa sind so einfach zu essen, dass dieses pappsatte Gefühl nicht entsteht. 🙂

Wenn man in der Nähe ist, ist das Yamadaya einen Besuch wert, einfach schon für die Atmosphäre. Und wenn man es nicht nach Kagawa schaffen sollte, gibt es auch einen Ableger des Restaurants im Tokyo Skytree.

うどん本陣山田屋 Udon Honjin Yamadaya
香川県高松市牟礼町牟礼3186
Murechō Mure 3186, Takamatsu, Kagawa
Täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet

蘭丸 Ranmaru

Natürlich haben wir während unseres Urlaubs nicht nur Udon gegessen, das wäre vor allem mir etwas zu langweilig geworden. So aßen wir am ersten Abend in den Arkaden von Takamatsu in einem Restaurant, das für sein Hühnchen bekannt ist. Hühnchen mit Knochen (骨付鳥 Honetsukidori) ist genau das, wonach es klingt: Hühnchen am Knochen, relativ scharf.

Mit der Gewürzmischung passt es perfekt zu einem erfrischenden Bier oder Ginger Ale. Diese Art von Hühnchen bekommt man in vielen Läden in Kagawa.

Außerdem aßen wir Toripon (鶏ポン), Hühnchen mit Ponzu, einer Zitrussauce. Ganz Shikoku ist für seine Zitrusgewächse bekannt, und sie werden auch in der Küche eingesetzt. Tatsächlich findet man auch in Tokyo Ponzu aus Shikoku.

Außerdem wollte mein Mann Fisch essen, es gab also Gelbschwanz (Hamachi).

Ranmaru 蘭丸
香川県高松市大工町7−4
Daikumachi 7-4, Takamatsu, Kagawa
Täglich von 18 bis 1 Uhr geöffnet

おふくろ Ofukuro

Bei unserem Besuch im Ritsurin-Garten hatten wir einen sehr netten Guide, der uns dieses Restaurant empfohlen hat. Ofukuro ist eine Bezeichnung für die eigene Mutter und wird besonders im Zusammenhang mit dem Essen, dass die Mutter gekocht hat, verwendet.

Mehr:   Kagawa, Teil 2: Der Ritsurin-Garten in Takamatsu.

In diesem Restaurant gibt es dann auch Hausmannskost. Neben diversen Suppen gibt es noch allerlei, das auf dem Tresen steht. Man kann einfach drauf zeigen und bekommt dann einen kleinen Teller damit. Wirklich lecker und man wird davon auch nicht arm, kann ich jedem nur empfehlen. 😀

しるのお店おふくろ Shiru no Omise Ofukuro
香川県高松市瓦町1丁目11−12
Kawaramachi 1-11-12, Takamatsu, Kagawa
Montag bis Samstag von 17 bis 23 Uhr geöffnet, Sonntag geschlossen

9 Gedanken zu „Kagawa, Teil 5: Essen.

  1. Holger Drechsler sagt:

    Gefährlicher Blogeintrag – nicht mit leerem Magen lesen! Sehr schön sind die Adressangaben und Öffnungszeiten der Restraurants.

  2. Midori sagt:

    Die Bilder sehen wunderbar aus, auch wenn ich mit rohem Ei im Essen nichts anfangen kann.
    Meine japanische Freundin meinte dazu, dass die Eier in Japan chemisch behandelt seien, um roh gegessen zu werden bzw. Salmonellen aus dem Weg zu gehen. Weißt Du etwas darüber?

    • Claudia sagt:

      Tatsächlich werden die Eier gewaschen, aber das ist nicht nur in Japan so, sondern auch in z.B. Deutschland wird bei Salmonellenbelastung zurückgerufen, du hast also standardmäßig saubere Eier. 🙂 Auch in Japan verwendet man für sowas auch nur wirklich frische Eier. Dass man in Deutschland keine rohen Eier isst, ist ein Überbleibsel aus vergangenen Tagen, und viele kennen es auch einfach nicht, dabei werden frische Eier z.B. in Mayo aber auch in verschiedenen Süßspeisen verwendet.

  3. Fabian sagt:

    Ooooh man, sooo lecker sieht das aus! Das will ich alles essen – zumal ich meine Destinationen oft auch einfach nach dem Essen aussuchen 🙂

    Das mit den behandelten rohen Eiern würde mich auch interessieren- ich dachte, sie würden eher bestrahlt werden? Wäre ja nicht richtig „chemisch“…

    Den Witz mit dem Niku bukkake habe ich leider nicht verstanden. Ich spreche eigentlich nicht soooo schlecht japanisch und verstehe schon, dass es übergießen heißt – aber Ei auf Fleisch ist jetzt nicht so super lustig, oder? Da finde ich „Oyakodon“ lustiger. .. oder eigentlich eher makaber 😀 In jedem Fall alles lecker! Vielen Dank für den Beitrag!

    LG,
    Fabian

    • Claudia sagt:

      In Japan werden die meisten Eier wohl mit warmem Wasser abgewaschen. Ist also nicht so dramatisch.
      Bukkake ist eine Porno-Kategorie. Wenn ich von Bukkake-Udon erzähle, müssen manche Leute heftig grinsen. 🙂

  4. Naomi sagt:

    Oh ich muss ja sagen deine Reiseberichte sind allesamt ne Wucht. Vor allem machst du unheimlich gelungene Bilder! Ich mag deine Art zu fotografieren sehr gern anschauen. Grosses Kompliment. Leider sind sie nur hier und da in den Blogeinträgen eingestreut, es wäre toll wenn du noch viele viele mehr veröffentlichen könntest. Ein bildband mit 3000 seiten bitte 😀
    Danke dass du deine Eindrücke hier so detailliert zeigst und beschreibst!
    Lg

    • Claudia sagt:

      Danke für den lieben Kommentar. 🙂 Ich fotografiere wirklich gerne, deswegen freut mich dein Kompliment besonders. Die Balance zwischen Fotos und Text zu finden, ist oft gar nicht so einfach. Natürlich fotografiere ich viel mehr, als letztendlich veröffentlicht wird, aber die Leute, die lesen möchten, möchte ich auch nicht ewig scrollen lassen. Vielleicht poste ich mal wieder mehr Fotos auf Facebook. 🙂

      • Naomi sagt:

        Oder Instagram? Oder woanders? Lass es uns bitte wissen wenn du dich dazu entschließt vielleicht auch abseits des blogs (kann deinen einwand doch gut nachvollziehen) deine bilder freizugeben. Gibt ja auch recht nette seiten für Fotografen inzwischen. Wäre wirklich schön! Danke für deine Antwort und immer am Auslöser bleiben 😉

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