Von blauen Flecken, Veränderungen und dem Stillstand.

Auf Arbeit esse ich entweder Bento (aus dem Conbini, weil wir das mit dem Bento-Machen irgendwie in letzter Zeit aufgegeben haben) oder ich esse mit einer meiner Mitarbeiterinnen in einem der doch recht zahlreichen Restaurants in Laufentfernung vom Büro.

So lief ich auch letztens mit meiner Lieblingskollegin den Weg entlang, wir redeten über irgendetwas, ich sah meiner Kollegin ins Gesicht und lief direkt gegen einen Poller. Während ich in meinen Schuhen aber etwa 1,80m groß war, war dieser Poller winzig, was dazu führte, dass ich mich gehörig auf die Schnauze legte. Zur Mittagszeit. In einer Gegend mit vielen Büros. Super peinlich.

Die Rolltreppen zum Bahnhof lief ich dann nicht mehr herunter, sondern stand lieber.

Zurück im Büro entfernte sich übrigens beim Ausführen des Reperatur-Tools von Microsoft Office ebenjenes eingeständig von meinem System, was unglaublich viel Spaß macht, wenn man eigentlich nur mit Excel und Outlook arbeitet.

Irgendwie sind meine Tage in letzer Zeit so. Manchmal passiert etwas Gutes, aber es geht auch vieles schief. Das ist nichts, womit ich mich im Blog großartig befassen möchte („Was bringt es mir, mich noch mehr damit zu beschäftigen?“), aber es nagt an mir. Außerdem verbringe ich viel zu viel Zeit vor dem Bildschirm, und wie wir alle wissen, geschehen die meisten Dinge in der realen Welt. Das ist eindeutig etwas, woran ich arbeiten möchte.

Heute hatte ich frei, denn bis Ende Februar muss ich noch einiges an Urlaub aufbrauchen, und floh vor den Bildschirmen bis nach Harajuku (原宿). Leider musste ich feststellen, warum ich Harajuku selten besuche: Zu viele Touristen, zu viele Mainstream-Läden, und leider sagt mir die Mode dort auch nichts mehr. Ich bin eindeutig zu langweilig für Harajuku. Immerhin habe ich das schöne Wetter etwas genossen  und bin mit geöffnetem Mantel und der Sonne im Gesicht recht viel gelaufen.

Alles wird neu, viele der Läden, die ich vor inzwischen fast zehn Jahren bei meinem ersten Besuch, betreten habe, gibt es nicht mehr. Natürlich ist das der Lauf der Dinge, aber es macht mich auch immer etwas traurig. Ich habe viele Erinnerungen aus meinem ersten Jahr in Japan, und viele davon spielen in Harajuku.

„Bahnbrecher der Originalität“ vorm McDonald’s-Zeichen. 😉

 

Vielleicht ist das mein Problem: Alles bewegt sich weiter, und ich habe das Gefühl, dass ich stillstehe. Nicht einmal, weil ich mich nicht weiterbewegen möchte, sondern von äußeren Umständen zum Stillstehen verdammt. Stecke in einem Sumpf und kann mich nicht bewegen, weil ich sonst im Schlamm untergehe.

Ich melde mich wieder, sobald ich mich etwas aus diesem Sumpf befreit habe.

7 Gedanken zu „Von blauen Flecken, Veränderungen und dem Stillstand.

  1. hanna sagt:

    Liebe Claudia, ich bin mir sicher, dass der Stillstand bei dir auch bald ganz automatisch wieder verschwindet 🙂 Bis dahin genieße noch deinen Resturlaub! Bin ja ganz neidisch… ^^;

    • Claudia sagt:

      Du warst im Winter für gleich mehrere Wochen in Deutschland, ich bin auch super neidisch! 😉
      Der Stillstand wird hoffentlich irgendwann wieder aufgelöst werden, im Moment ist es aber kein schönes Gefühl. Können wir ja demnächst mal bequatschen. 🙂

      • hanna sagt:

        Ja, ich weiß, ich brauche mich eigentlich nicht zu beschweren. Aber noch so ein paar freie Tage…;) Zum Glück ist Montag ja ein Feiertag!
        Und demnächst bequatschen, sehr gerne 🙂

  2. zoomingjapan sagt:

    Das Gefühl hatte ich in Japan auch ein paar Mal.
    Ist aber dann in Deutschland auch nicht unbedingt viel besser geworden.
    Geht immer mal wieder auf und ab.

    Hoffe, du schaffst es, dich da selber bald wieder rauszuziehen.
    Und manchmal sind solche Phasen auch einfach notwendig. 🙂

    • Claudia sagt:

      Es liegt im Moment leider tatsächlich nicht an mir. Klar, dass mich das so runterzieht, ist natürlich mir selbst geschuldet, aber am Auslöser selbst kann ich derzeit null machen. Ich hoffe einfach, dass sich das bald in Wohlgefallen auflöst.

  3. Brunhild Siebert sagt:

    Vielleicht ein kleiner Winter-Blues ? Oder Vitamin D Mangel? Neue Pläne schmieden hilft auch. Es geht auch wieder weiter. Pausen sind nützlich, lass es Dir gutgehen!
    Alles Gute, Brunhild

  4. Verena Gö sagt:

    Dein Gefühl zu Harajuku kann ich absolut nachvollziehen: Ich war 2014 das erste Mal in Japan und habe auch unglaublich viele Erinnerungen an diesen Ort. Als ich nun 2017 wieder dort war, war ich ebenfalls etwas irritiert wieviele Läden in 3 Jahren dort gewechselt haben und dass dieser Ort nicht mehr derselbe ist, wie in meiner Erinnerung. Komisches Gefühl, wenn sich Dinge so krass verändern, man selbst aber irgendwie „diesselbe“ geblieben ist.
    Ich wünsch dir alles Gute und dass du bald wieder ein positiveres Gefühl hast! 🙂

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