Filmzeit: In dieser Ecke der Welt.

Wenn Japan etwas filmisches mehr auf die große Leinwand bringt als andere Länder, sind das Animationsfilme. Auch wenn viele Animes, wie auch dieser, nicht für Kinder geeignet sind, sind sie dennoch in unserem DVD-Verleih alle in der Kinderfilmabteilung. Ich hoffe, dass niemand diesen Film aus Versehen für seine Kinder ausleiht. Den Film gibt es übrigens auch in Deutschland zu kaufen, dort heißt er „In this Corner of the World“.

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© Universum Film

この世界の片隅に Kono Sekai no Katasumi ni (2016) (Trailer)

Regisseur: Katabuchi Sunao

Stimmen: Non, Hosoya Yoshimasa, Ono Daisuke

Suzu ist ein junges Mädchen mit einem Hang zum Zeichnen und Malen. Sie lebt in Eba, in der Stadt Hiroshima, und zieht, als sie verheiratet wird, nach Kure. Kure ist das Zentrum der japanischen Marine, und es ist der zweite Weltkrieg. Während Suzu sich an ihre neuen Pflichten als Hausfrau gewöhnt, kommen auch einige Dinge hinzu, die nicht alltäglich sind: Kure wird immer wieder bombardiert, und am 8.6.1945 wird die Atombombe auf die Nachbarstadt Hiroshima abgeworfen. Das Leben muss trotzdem weitergehen.

Persönliche Meinung: Den ersten Teil des Films fand ich um ehrlich zu sein ziemlich langweilig. Im Nachhinein kann ich verstehen, warum es genau so gezeigt wurde: Wenn man nur das Greuel des Krieges sieht, kann man nicht miterleben, wie sich der Alltag durch den Krieg verändert – Erst nur gering, und dann immer dramatischer. Genau das fand ich an dem Film auch so faszinierend: Hier wird uns nicht gezeigt, wie die japanischen Männer auf den Schiffen gearbeitet haben. Wir sehen nicht das Innere von Fabriken. Was wir sehen ist das ganz normale Leben der Bevölkerung. Ich weiß nicht, ob ich jemals einen Film über den Krieg gesehen habe, der genau das beleuchtet hat. Man merkt, wie stark die Menschen sich einschränken mussten, aber auch, dass es trotz allem noch ein normales Leben in den Städten gab. Zwischen Essensrationen und Luftschutzbunkern gibt es dennoch Zeit für Küsse, Zeit für Feiern, Zeit für Träumereien. Leider sind diese Träumereien der Hauptcharakterin etwas, was mich ziemlich gestört hat. Wenn sie statt in Richtung Luftschutzbunker in Richtung freies Feld rennt, weil sie einen Reiher vertreiben und damit retten möchte, will man sie einfach nur schütteln.

Fazit: Als Film über den Kriegsalltag sehr informativ, aber teils sehr langsam. Und Warnung: Der Film ist in Deutschland nicht umsonst erst ab 12 Jahren freigegeben.

Übrigens, dieser Film wurde (teils?) über Crowdfunding finanziert, also von Leuten, die das Endprodukt sehen wollten.

Veröffentlicht in: Filme

5 Gedanken zu „Filmzeit: In dieser Ecke der Welt.

    • Claudia sagt:

      Die letzten Glühwürmchen habe ich tatsächlich noch nicht gesehen, aber es gab in diesem Film einige Szenen, die wirklich absolut nicht für Kinder und/oder zärtere Gemüter geeignet sind.

  1. Reinhold Baldauf sagt:

    Vielleicht sollten Sie, falls noch nicht geschehen und technisch möglich, sich mal „Tadellöser und Wolff“ ansehen – eine normale großbürgerliche deutsche Familie vor und im zweiten Weltkrieg und bestimmt nichts Kriegsverherrlichendes. So stelle ich mir vor, dass sich der Alltag für Viele abgespielt haben muss, die von den Gräueln nichts ahnten – und Walter Kempowski gehört bestimmt nicht in die rechte Ecke, insbesondere, wenn man sich auch noch die Filme aus „Uns geht’s ja noch Gold“ ansieht. Einfach Realität – glaube ich, mit meinen Eltern, die dies mitgemacht haben, kann ich leider nicht mehr darüber reden.

  2. Carade sagt:

    für mich ist der film „die letzten glühwürmchen“ der schlimmste film den ich je gesehen habe. ich brauche heute nur daran zu denken und mir steigen die tränen in die augen, wenn der film auch so ist werde ich rotz und wasser heulen. weil es für mich sehr spannend klingt will ich ihn auf jeden fall sehen

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