Wie man an ein Visum für Vietnam kommt.

In zwei Wochen fliegen wir nach Vietnam, an den Strand. Nun brauchen Japaner kein Visum für Vietnam, weswegen ich davon ausging, dass ich auch keins bräuchte – schließlich bin ich Deutsche!

pass.PNGZum Glück fand ich rechtzeitig heraus, dass ich doch eines brauche. Leider hilft die Seite der Vietnamesischen Botschaft in Japan absolut gar nicht weiter, dort finden sich gar keine Informationen zu Visas. Also rief ich bei der Botschaft an, und um das anderen Leuten zu ersparen, hier eine Liste der Dinge, die man braucht um ein Touristenvisum für Vietnam zu erhalten.

① Das Antragsformular findet man auf der Seite der Vietnamesischen Botschaft in Deutschland, einfach nach unten scrollen. Notfalls könnte man die Informationen wohl auch auf ein Blatt Papier schreiben, ich habe aber lieber ein Dokument, so dass ich keine notwendigen Informationen aus Versehen auslassen kann.

② Ein Passfoto, ich habe einfach eines im Automaten anfertigen lassen. Eigenartigerweise ist auf dem fertigen Visum kein Foto, ich bin mir also nicht ganz sicher, wie es verwendet wird. Im Moment würde ich darauf tippen, dass die mein Gesicht mit dem Foto, eingespeist in ihr System, abgleichen, wenn ich ins Land einreise.

③ Reisepass. Das hat mir am meisten Kopfschmerzen bereitet, er ist aber nicht verlorengegangen.

④ Ein an sich selbst adressiertes Label für eine Nachnamesendung (着払い chakubarai), z.B. von クロネコヤマト (Kuroneko Yamato).

⑤Derzeit 8,500Yen (ca. 59,50€) in bar.

Wegen des Bargeldes muss man die Sendung als 現金書留 (Genkin Kakitome) schicken, wofür ein besonderer Umschlag verwendet wird. Es bringt also nichts einen normalen Umschlag zuhause schon vorzubereiten, man bekommt eh einen neuen.

visumDie Adresse der Botschaft lautet:

在日ベトナム大使館
〒151-0062 東京都渋谷区元代々木町10−4
Vietnamese Embassy
〒151-0062 Tôkyô-to, Shibuya-ku, Moto-Yoyogichô 10-4

Nach einer Woche des Wartens kam mein Pass gestern wieder, mit Visum. Es sieht etwas sehr simpel aus, vor allem verglichen mit meinem Japan-Visum, aber immerhin ist alles gutgegangen. 🙂

P.S.: Es gibt noch eine andere Art, an ein Visum zu kommen, und zwar sogenannte Visa on Arrival. Das habe ich aber nicht gemacht und kann deswegen nicht viel drüber sagen.

Wieder zurück.

Gestern früh bin ich in Haneda (Tokyo) gelandet.

Abgesehen von dieser unsäglichen Sommerhitze bin ich ganz froh wieder zuhause zu sein.

IMGP7999Es waren eher kleine Dinge, die mir in Deutschland sofort aufgefallen sind. In Deutschland ist alles für größere Menschen gemacht, die Türklinken sind höher, die Toiletten auch. Sehr eigenartig. Außerdem war das Bett, in dem ich bei meinen Eltern geschlafen habe, viel zu weich.

Ansonsten war die Stadt wie immer: Ganz hübsch, aber völlig verdreckt. ‘Tschuldigung, ich weiß, dass Berliner keine Tokyoter sind, aber wir haben hier gar keine öffentlichen Mülleimer und bei uns gibt es viel weniger Müll auf den Straßen. Falls es irgendjemandem ein Trost ist: Es war auch in London nicht anders.

Generell ist es immer ein sehr komisches Gefühl, nach Berlin zu reisen. Es ist, als hätte ich die ganze Zeit dort gelebt, als hätte es die Jahre in Japan gar nicht gegeben. Sehr mysteriös. Ich denke aber, je länger ich im Ausland lebe, umso schwächer wird dieses Gefühl werden.

Demnächst gibt es wieder Einträge über das Land der aufgehenden Sonne, aber diese Woche habe ich erstmal noch einiges zu tun.

Zurück zu alten Ufern.

Morgen geht es nach Deutschland. Genau wie letztes Mal im März 2012 (für unsere deutsche Hochzeit) fliege ich mit ANA. Es hätte zwar auch günstigere Flüge gegeben, aber die waren meinem Mann alle nicht gut genug. Das Flugzeug könnte ja abstürzen. Man muss dazu auch erwähnen, dass der Flug nicht von meinem Geld finanziert wurde, den haben zu gleichen Teilen meine Eltern und mein Mann bezahlt.

20130805_081509Nächste Woche ist nämlich お盆 (o-bon), und zu Obon bekommen viele Leute frei und fliegen in den Urlaub. Die Preise sind also absolut überzogen. Meine Flüge liegen beide knapp außerhalb der Urlaubszeit und haben trotzdem 180,000Yen (1380€) gekostet. Direktflüge nach Berlin gibt es natürlich nicht, ich muss also umsteigen. Auf dem Hinweg geht es über München, zurück dann über Frankfurt. Nicht komplett schrecklich.

Die Koffer sind also gepackt, mein Mann hat sich extra freigenommen um mich morgen mit dem Auto zum Flughafen (Narita, auf dem Rückflug komme ich in Haneda an) zu bringen. Er ist schon ganz traurig, ganze zwei Wochen alleine. 🙁 Wir haben da einen kleinen Schaden von der Zeit, als wir eine Fernbeziehung geführt haben: Sobald wir einander für länger als drei Tage nicht sehen, gehen unsere Köpfe in “Wir werden nie wieder sehen!”-Modus. Wir haben heute sogar eine 送別会 (Sôbetsukai; Abschiedsfeier) mit Kuchen, Eis und Alkohol. 😉

Sollte ich Zeit und Muße haben, wird es auch einige Einträge aus Deutschland geben, aber ich würde nicht drauf wetten. Ich komme wahrscheinlich gar nicht vom Flughafen weg, weil ich nicht automatisch öffnende Bahntüren einfach nicht mehr verstehe. Tatsächlich stand ich letztes Mal des öfteren in der Bahn und wartete und wartete, bis ein genervter Mitfahrer den Knopf drückte…

Bis denne!

Probleme muss man haben.

Eigentlich wollte ich den TOPIK dieses Jahr endlich in Angriff nehmen. Zwar auf dem niedrigsten Level (초급, chogeub), aber ich lerne die Sprache ja nun auch noch nicht so super lange. (Auch wenn ich mit meinen Fortschritten natürlich total unzufrieden bin, hauptsächlich weil ich seit neun Jahren keine neue Sprache mehr gelernt habe.)

Tests, auch der JLPT, eignen sich hervorragend zum Lernen. Mit einem festen Ziel und einer recht präzisen Liste des zu lernenden Vokabulars und der benötigen Grammatik lässt es sich viel leichter pauken, als wenn man einfach vor sich hin trödelt.

Wenn ich alte TOPIK-Tests durcharbeite, erreiche ich recht hohe Punktzahlen, eigentlich bin ich also vorbereitet und so wollte ich mich für den nächsten Test anmelden. Dummerweise ist der aber am 20. Oktober.

IMGP2630Vom 18. bis zum 20. Oktober werden mein Mann und ich höchstwahrscheinlich in dem Land sein, in dem wir bisher den tollsten gemeinsamen Urlaub hatten: Taiwan!

Für viel weniger Geld, als ich nur für meinen Flug nach Deutschland bezahlt habe, werden wir drei Tage lang in Taipei sein, diesmal mit Trips nach 淡水 (Danshui) und 新北投 (Hsin Peitou). Vor allem mein Mann freut sich schon riesig drauf, denn er ist seit unserer Reise ins eiskalte Seoul war er nicht mehr im Urlaub.

Nächstes Jahr geht es übrigens wahrscheinlich im Frühjahr nach Vietnam! Dinge, die man sich zu Tanabata wünscht, werden eben doch wahr.

Und wegen dieses harten Lebens, das ich führe, zwischen Teilzeitjob und Reisen ins Ausland, kann ich den TOPIK doch noch nicht dieses Jahr schreiben. Man, sowas aber auch. 😉