Filmzeit: Wie ein Blitz von blauem Himmel.

晴天の霹靂 (Seiten no Hekireki): Ein Donnerschlag vom blauen Himmel; ein sehr unwahrscheinliches Ereignis.

(c)「青天の霹靂」製作委員会

青天の霹靂 Seiten no Hekireki (2014) (Trailer)

Regisseur: Gekidan Hitori

Darsteller: Ôizumi Yô, Shibasaki Kô, Gekidan Hitori

Haruo ist ein gescheiterter Trickmagier. Er lebt allein in einer winzigen und alten Wohnung und arbeitet in einer heruntergekommenen Bar mit Magieeinlagen, als er einen Anruf bekommt: Sein Vater, der ihn allein aufgezogen hat und mit dem er über 20 Jahre keinen Kontakt hatte, ist tot aufgefunden worden. Während eines verzweifelten Monologs trifft ihn plötzlich ein Donnerschlag und er wird 40 Jahre in die Vergangenheit versetzt. Dort trifft er seinen Vater und seine Mutter, die er nie kennengelernt hatte. Sie arbeiten beide in einem Comedy-Schuppen mit wenigen Besuchern. Mit seinem Vater gründet er ein Magier-Duo und erwartet seine eigene Geburt. Doch plötzlich stürzt seine Mutter, und vielleicht wird sie seine Geburt nicht überleben…

Persönliche Meinung: Ich dachte, der Film sei Comedy, weswegen ich etwas überrascht war, als es ziemlich tragisch anfing und später ziemlich dramatisch wurde. Die Geschichte ist durchaus berührend, es geht darum, wie sehr das Wissen um die eigene Geschichte einen Menschen formen.

Nur leider war es scheinbar nötig, dass Ôizumi Yôs Charakter in seiner Magie-Persona einen auf Inder und Gekidan Hitoris Charakter einen auf Chinesen machen – komplett mit schlechten Akzenten. Klar, die 70er, aber ich habe das Gefühl, dass das in einem westlichen Film wenigstens einmal thematisiert werden würde. :/

Heute ist Star Wars Day!

Der 4. Mai ist Star Wars Tag. Dieses Jahr habe ich sogar thematisch etwas beizutragen. 😉 Derzeit werden im 森タワー (Mori Tower), einem Hochhaus in 六本木 (Roppongi), Kostüme und Kunstwerke zum Thema Star Wars ausgestellt. Das ganze nennt sich Star Wars Visions.

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Darthy und ich sind BFFs. 😉

Leider durfte man abgesehen von der Eingangshalle mit einem Darth Vader und einem Miniatur-Todesstern keine Fotos machen. 🙁

Im Inneren der Ausstellung gab es einiges zu sehen – leider wurde man ziemlich durchgeschleust, es war schließlich der erste Tag der Frühjahrsfeiertage. So konnte man sich detailierte Modelle, Zeichnungen, Gemälde und Kostüme nicht genau ansehen. :/ Es ging leider auch sehr um von Star Wars inspirierte Kunst, was ja an sich nicht schlecht ist, ich hätte nur gern mehr technische Zeichnungen oder Konzeptzeichnungen gesehen, statt halbnackte Aliens im Kimono.

Dank meiner zwei Begleiter hatte ich natürlich trotzdem viel Spaß! 🙂 Star Wars war für uns alle natürlich ziemlich nostalgisch, und es hat mich riesig gefreut eine neue Generation zu sehen, die damit aufwächst.

schuheIm Moment ist auch sonst recht viel in Richtung Star Wars los, die Vorfreude auf den neuen Film wächst. 🙂

Lego bringt neue Sets raus, bei Uniqlo gibt es Star Wars T-Shirts und auch adidas hat eine Kinderkollektion. Von der ich Schuhe gekauft habe. Und zwei T-Shirts. Für unser zukünftiges Kind. Weil ich kann. 😀

Immerhin wird Star Wars: The Force awakens (der Titel wurde übrigens ausnahmsweise mal genau übersetzt: フォースの覚醒 Force no kakusei) hier am selben Tag herauskommen wie in Amerika. 😀

フォースと共にあらんことを! (Force to tomo ni aran koto wo!)

Der doppelte Baymax

 Baymax (Originaltitel: Big Hero 6; dt. Titel: Baymax – Riesiges Robowabohu) fand ich bekanntermaßen absolut großartig. Eine wirklich tolle Story mit viel Herz, in einer faszinierenden Stadt.

Es war also klar, dass ich uns die DVD kaufen würde. Am Freitag war es dann endlich so weit, doch mal wieder macht mir der DVD-Handel Probleme. Irgendjemand hat sich nämlich ausgedacht, wie man Blu-Rays unter die Leute bringt: Man verkauft sie einfach im Set mit der DVD. So ist es bei Disney-Filmen inzwischen leider üblich. Die einzelne DVD kommt erst mit großer Verspätung in den Handel.

Aber kein Problem, die Schwiegereltern haben einen Blu-Ray-Player und wollten den Film eh haben, ich könnte also ganz einfach Pluspunkte sammeln. Also DVD und Blu-Ray gekauft, und eine Nachricht an meine Schwiegermutter geschrieben: “Bitte kauft nicht die Baymax DVD, ich gebe euch die Blu-Ray!”. Smooth! 😉

Später dann die Antwort: “Wir hatten das Set vorbestellt und wollten euch die DVD geben”. Ojee, zwei Dumme, ein Gedanke. 🙂 Naja, immerhin gab es als Extra Aufkleber. Und falls wir uns irgendwann mal einen Blu-Ray-Player anschaffen sollten, haben wir zumindest schon einen Film.

Japanische Eigenheiten in sozialen Netzwerken.

(Inspiriert von diesem Artikel von Sandra Häfelin, die auch ein Comic Essay über Halbjapaner geschrieben hat. Wenn ich von “die Japaner” rede, meine ich immer “die Japaner, die ich kenne”.)

Japaner lieben ihre sozialen Netzwerke (in Japan “SNS”, von Social Networking Service). Als ich zuerst nach Japan gekommen bin, 2008, waren viele ausschließlich auf rein japanischen Plattformen anzufinden, besonders: Mixi. Für die Registrierung brauchte man eine japanische Handynummer, was im Ausland lebende komplett ausschloss. Wie Japan selbst war auch Mixi eine kleine Insel. 😉

Inzwischen sieht es etwas anders aus. Mixi verliert seit Jahren stetig an Usern, aber nicht, weil die Japaner generell weniger Lust auf soziale Netzwerke haben: Sie gehen einfach zu Facebook. 😀 Wichtiger als Facebook ist eigentlich nur noch Line. Auch Twitter ist sehr beliebt und hat nach dem Erdbeben vom 11.3.2011 eine sehr große Rolle gespielt. Informationen über Stromausfälle gab es dort immer zuerst. Außerdem kann man auf Japanisch in 140 Zeichen einfach mehr sagen als auf Englisch oder Deutsch.

Zwischen Deutschen und Japanern gibt es einige Unterschiede in der Nutzung dieser Plattformen, durchaus auch Dinge, gegen die ich immer mal pralle. 😉

Persönliche Informationen machen dich angreifbar

Ich habe das Gefühl, dass in Japan viel mehr drauf geachtet wird, wie leicht man identifiziert werden kann. Auf Twitter hat kaum jemand ein Foto von sich als Profilbild. Selbst auf Facebook, wo Japaner eher Klarnamen verwenden, haben viele Fotos ihrer Haustiere oder Kinder eingesetzt, oder sind anders nicht eindeutig zu erkennen. Arbeitgeber werden auch eher selten angegeben. Bloß nicht zu viel preisgeben. Wenn man sieht, was im Internet immer mal an Shitstorms losgetreten wird, ist das vielleicht gar nicht blöd. 🙂

“Ich teile das!” “Ich folge dir!”

Manchmal lassen Japaner einen wissen, wenn sie dir auf Twitter oder Instagram folgen oder auf Facebook etwas teilen werden. Dabei sagen mir die Plattformen das doch selbst? Egal. 「シェアさせて下さい!」 (Share sasete kudasai!; Lass mich das bitte teilen!), 「フォローさせて頂きます!」 (Follow sasete itadakimasu!; Ich lasse mich dir folgen!*). Eine Antwort brauchen beide Kommentare übrigens nicht.

* Japanische Höflichkeitsformen sind blöd zu übersetzen.

Öffentliches Bedanken

Etwas, was mir vor Lesen des Artikels von Sandra Häfelin gar nicht so bewusst war, aber absolut stimmt: Wenn ich etwas von jemandem bekomme, poste ich meist entweder auf Facebook oder Instagram ein Foto und bedanke mich dort noch einmal. 🙂 Das freut den Beschenker noch einmal und ich kann ein bisschen angeben. 😉

Nicht einfach Fotos posten

Es geht Hand in Hand mit dem ersten Punkt, aber ich frage vor allem bei Japanern (und sonst aber auch) nach, bevor ich irgendjemandes Foto im Internet poste. Vielleicht macht ihr in Deutschland das alle auch, aber ich hatte das damals nicht immer im Hinterkopf – hatte aber auch keinen öffentlichen Blog. Bei meinen Schwiegereltern und der weiteren japanischen Familie habe ich noch nicht einmal angefragt, sie würden ablehnen. Meinen Mann darf ich posten, aber auch das hat Zeit gebraucht. 🙂

Schaut: Kein Make Up!

Japanerinnen haben oft sehr viel Make Up im Gesicht. Viele Japanerinnen sind auch viel besser mit Make Up als ich, und können sich sogar in der schaukelnden Bahn schminken. Ich habe Geschichten gehört von jungen Frauen, die eine Stunde vor ihrem Freund aufstehen, damit er sie bloß nie ohne Make Up sehen muss. Mein Mann hat einmal ein Mädchen aus seiner Unigruppe nicht erkannt, weil sie nicht geschminkt war. Sein Gesicht ohne Make Up (すっぴん suppin) zu zeigen und zu taggen, ist etwas, was wahrscheinlich in Japan viel öfter vorkommt als in Deutschland – einfach weil es viel ungewöhnlicher ist sein Gegenüber ungeschminkt zu sehen.

Verlinkung? Welche Verlinkung?

Das ist etwas, was mich persönlich etwas nervt, aber wahrscheinlich aus der Mixi-Zeit stammt: Wenn man bei Facebook den Namen eines Freundes eingibt, erscheint eine Liste. Wenn man den Freund dort auswählt, findet im Text eine Verlinkung auf sein Profil statt und er wird benachrichtigt. Japaner machen das ganz oft nicht, und dann muss man jeden Kommentar durchlesen um zu sehen, ob geantwortet wurde. Im japanischen Text muss man ein @ vor den Namen setzen, sonst erscheint die Liste nicht, aber ein Zeichen mehr oder weniger…