Kurz eingeschoben: Die Miyazaki-Uhr.

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Zum internationalen Vatertag wollten wir meinem Schwiegervater eine spezielle Spirituose zukommen lassen und fuhren zwecks dessen nach Shinbashi (新橋). Zum Glück konnte ich mich daran erinnern, dass in Shinbashi irgendwas war mit Ghibli, und so sah ich zum ersten Mal die größte Uhr aller Zeiten. 😀 Unten rechts auf dem Foto könnt ihr die Köpfe von Besuchern sehen.

Der Regisseur Miyazaki Hayao hat sie für Nippon TV entworfen, und an der Zentrale des Senders tut sie ihren Dienst.

Eigentlich gibt es um 10*, 12, 15, 18 und 20 Uhr eine kleine Vorführung, doch als wir dort waren, war die Uhr aus unbekannten Gründen beurlaubt. Ein Video findet man aber z.B. hier (Vorsicht, lautes Geräusch im Video, Ton leiser stellen!), und irgendwann werde ich sicher mal wieder dort vorbeilaufen.

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Totoro-Windbeutel bei Shirohige.

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Eigentlich wollten wir direkt nach unserem Besuch im Ghibli-Museum zur Ghibli-Bäckerei, aber irgendwie passte es dann doch nicht. Also fuhren wir am Sonntag Morgen etwa eine Stunde in Richtung Setagaya Daita (世田谷代田).

Nur wenige Laufminuten vom gleichnamigen Bahnhof entfernt befindet sich Shirohige’s Cream Puff Shop (白髭のシュークリーム工房). Dort zu kaufen gibt es, wie der Name schon vermuten lässt, Windbeutel – und was für welche. 😀

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Bei Shirohige gibt es Totoro-Windbeutel! 🙂

Insgesamt gibt es immer vier Geschmackssorten, wovon sich zwei jahreszeitlich bedingt ändern. Derzeit gibt es, neben den immer zu habenden Pudding- und Schokocreme-Varianten, auch welche mit Matcha- und welche mit Erdbeerfüllung. Ein Glück, dass ich für vier Personen eingekauft habe. 😀

Für solche putzigen Desserts sind sie übrigens nicht einmal so richtig teuer. Pudding- und Schokoladencreme kosten 400Yen (ca. 3,20€), alle anderen Sorten 440Yen (ca. 3,50€). Außer Windbeuteln gibt es im Laden auch Kekse.

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Sofern man sie nicht durch die Gegend wirft, muss man sich auch keine großen Gedanken machen, ob sie heil zuhause ankommen. Selbst nach über 30km Fahrt sahen die Windbeutel noch super aus.

Apropos „super“: Sie schmecken auch wirklich gut. 🙂 Sie sind mit viel mehr Creme gefüllt, als ich angenommen hatte, und daher am einfachsten mit der Hand zu essen. Man darf sich halt nur nicht zu schuldig fühlen. 🙂

Wenn wir nicht so weit weg wohnen würden, würde ich sicher öfter mal dort vorbeischauen.

Würdet ihr es übers Herz bringen, Totoro zu essen? 😉

Ghibli Museum Mitaka: Die neue Ausstellung.

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Am Samstag war ich das zweite Mal im Ghibli Museum in Mitaka (三鷹の森ジブリ美術館). Nachdem ich letztes Jahr mit meinem Mann dort war, hatte mein Schwiegervater angemerkt, dass er das Museum noch nie besucht hatte. Wir versprachen also, noch einmal hinzugehen, wenn eine neue Ausstellung anläuft.

Gesagt, getan: Am zehnten April kaufte ich Tickets für Ende Mai, und am Samstag waren wir mit die ersten, die die neue Ausstellung sahen. Dazu muss man sagen: Der Großteil des Museums bleibt gleich, nur zwei Räume sind vom Ausstellungswechsel betroffen.

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Zuerst begaben wir uns aufs Dach, wo der große Roboter-Soldat steht. Als wir letztes Jahr das erste Mal im Museum waren, regnete es ziemlich stark, es war also gar nicht daran zu denken, über die Wendeltreppe aufs Dach zu steigen. Am Samstag hatten wir zum Glück besseres Wetter.

Unser zweiter Anlaufpunkt war dann auch gegen den Strom gewählt: Wir waren im Souvenirladen. 🙂

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Die Bratpfanne, die Stäbchen und die Plastikfolie gehören zur neuen Ausstellung. Den Rest gibt es immer dort zu kaufen. Übrigens: An den Museums-exklusiven Sachen hängt ein „Museo d’Arte Ghibli“-Schild. Alles andere bekommt man auch im normalen Merchandise-Laden Donguri Kyōwakoku (どんぐり共和国).

Erst danach sahen wir uns die Sonderausstellung, die aber wahrscheinlich auch ein Jahr laufen wird, an: 食べるを描く (Taberu wo egaku; Essen zeichnen). Die Fotos von der Ausstellung habe ich nicht gemacht, im Museum drinnen darf man nämlich nicht fotografieren, sondern sie sind vom Ghibli Line-Account.

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via Ghiblis Line

Im ersten Raum werden zuerst Plastikversionen der Speisen aus den Filmen gezeigt, was schon extrem lecker aussieht. Wer würde sich nicht gern durch das Essen in „Chihiros Reise ins Zauberland“ futtern?

Wenn man weiter in den Raum hineingeht, hängen an den Wänden große Tafeln, die erklären, warum etwas wie gezeichnet wurde. Wie viele Gedanken darein gesteckt werden, wie Limonade aus einer Flasche getrunken wird („Porco Rosso“), oder wie sich die Fettbläschen, wenn man Eier mit Speck macht, bilden („Das wandelnde Schloss“), ist wirklich unglaublich. Tatsächlich wird in so gut wie jedem Ghibli-Film gegessen, und sieht dann auch verdammt gut aus.

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via Ghiblis Line

Im zweiten Raum sind das Esszimmer und die Küche des alten Hauses aus „Mein Nachbar Totoro“ nachgebaut worden. Da das Museum mit Kindern im Hinterkopf konzipiert wurde und wird, kann man so gut wie alles anfassen und sich genauer ansehen: Im Topf auf dem Herd befindet sich Miso-Suppe! 🙂 Man zieht seine Schuhe aus, geht ins Esszimmer, dann in die Küche, zieht die Schuhe wieder an, und verlässt dann das „Haus“.

Dahinter befindet sich die Bordküche des Luftschiffes der Luftpiraten aus „Das Schloss im Himmel“. Die ist zwar ziemlich eng, aber auch hier kann man sämtliche Schubladen und Regale aufmachen, und überall ist etwas drin.

Im ersten Raum ist sehr viel auf Japanisch erklärt, was es ausländischen Besuchern vielleicht nicht allzu leicht macht, aber es ist trotzdem sehr spannend anzusehen – nur hatte ich danach riesigen Hunger.

Nachdem wir uns den Rest der Ausstellung und den Kurzfilm (es lief Chūzumō (ちゅうずもう)) angesehen hatten, kauften wir beim Take Out Corner des zugehörigen Cafés Mugiwarabōshi (麦わらぼうし)  etwas zu essen und trinken, unter anderem das hübsche Bier auf dem Bild unten.

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Das „Tal der Winde“-Bier gab es in zwei Versionen, ich habe aber keine probiert. Meinem Mann und meinem Schwiegervater zufolge, war es aber durchaus gut. Das Bier ist japanischem Ursprungs und wird in Shizuoka gebraut, deswegen auch das Bild vom Fuji. Die Brauerei hatte wohl, durch Zufall, ein Bier mit dem Namen „Tal der Winde“, und Ghibli beschloss, es im Museum zu verkaufen – halt mit einem hübscheren Label.

Zum Essen verließen wir das Museum und setzten uns in den angrenzenden Park. Am liebsten hätte ich natürlich direkt im Café gegessen, aber die lange Warteschlange hielt uns davon ab. Dafür sahen wir im Park eine auf einem Baum schlafende Katze. Das ist auch etwas wert, oder? 🙂

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Für Ghibli bis zum Fuji.

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Ein Foto von der Autobahnraststätte

Letzte Woche sah ich auf dem Blog von Tara, dass in Shizoka derzeit Werke aus der Entstehungsphase verschiedener Ghibli-Filme ausgestellt werden. Das Ganze nennt sich Ghibli Layout-Ausstellung (ジブリ・レイアウト展), und wurde über die Jahre hinweg in verschiedenen japanischen Städten gezeigt. Zuerst zu sehen war sie 2008 in Tokyo, aber ich war mit meiner Begeisterung für Ghibli ziemlich spät dran, und habe es mir deswegen nicht während meines Working Holidays angesehen und leisten gekonnt hätte ich mir den Besuch eh nicht.

Am Samstag Abend erzählte ich meinem Mann von der Ausstellung drei Präfekturen weiter, und ging komplett davon aus, dass er meinen Wunsch sie zu sehen, abschmettern würde – falsch gedacht, er hat direkt ein Auto gemietet und so sind wir am Sonntag Morgen die fast drei Stunden nach Shizuoka gefahren.

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Am Kunstmuseum Shizuoka (静岡市美術館) kamen wir, trotz ausgedehnter Pausen, viel zu früh an, was aber nicht sonderlich tragisch war. So kamen wir direkt mit dem ersten Schwung Besucher hinein und mussten nicht anstehen. 🙂 Als wir nach über einer Stunde wieder herauskamen war die Schlange nämlich ziemlich lang – wahrscheinlich hat man, anders als bei der Ghibli-Ausstellung in Roppongi, festgelegt, wie viele Leute gleichzeitig in die Ausstellung können, damit wirklich alle etwas davon haben.

Aber – was wird überhaupt gezeigt? Layouts. Wer Japanisch lesen kann, kann sich hier eine Erklärung von Goro Miyazaki durchlesen. Der Rest muss mit meiner behelfsmäßigen Erklärung auskommen. 😉 Wenn man einen Animationsfilm produziert, beginnt alles mit dem Plan (企画 Kikaku), dann schreibt man das Drehbuch (脚本 Kyakuhon). Außer natürlich man heißt Hayao Miyazaki, dann schreibt man kein Drehbuch, sondern geht direkt zum nächsten Schritt: Dem Storyboard (絵コンテ Ekonte). Dort werden die Szenen entschieden, wie lange sie dauern, was darin gesagt wird, etc. Der nächste Schritt ist das Layout (das heißt auch auf Japanisch Layout bzw. レイアウト). Dort wird festgelegt, wie genau jede Szene auszusehen hat, wo die Kamera hinschaut, was auf Cells kommt, was im Hintergrund passiert, wie schnell sich die Wolken bewegen, usw. usf.

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Ein Layout zu „Das wandelnde Schloss“ (©Ghibli)

In der Ausstellung wurden über 1300 dieser Layouts gezeigt. Leider war Fotografieren nicht erlaubt, aber Tara war eine krasse Rebellin – Ein paar Fotos also bei ihr. 😉

Da zu eigentlich jedem Film etwas ausgestellt war, kam auch wirklich jeder auf seine Kosten. Angefangen mit „Nausicaä aus dem Tal der Winde“, dem ersten Film von Studio Ghibli*, ging es über „Mein Nachbar Totoro“ und „Prinzessin Mononoke“ bis zu „Erinnerungen an Marnie“, dem neusten Film.

* Ich weiß, dass es strenggenommen kein Ghibli-Film ist. Aber irgendwie schon, oder?

Zu einigen Filmen gab es natürlich mehr als zu anderen, leider sind zu „Kikis kleiner Lieferservice“ nur noch zwei Layouts vorhanden, aber was wir von „Chihiros Reise ins Zauberland“ sehen durften sprengte unsere Vorstellungskraft: Ein ganzer Raum, von oben bis unten voller Layouts, an denen man den Film nachvollziehen konnte. Unglaublich toll. 🙂

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Wir hatten unglaublich viel Spaß. Nachdem wir aus der Ausstellung kamen, sah ich mir den Museums-Shop einmal an. Dort gab es ausstellungsexklusive Dinge, Merchandise aus dem Ghibli-Museum in Mitaka, und Produkte vom Donguri Kyōwakoku (どんぐり共和国). Ich schwankte ziemlich, ob ich mir nicht den Ausstellungskatalog kaufen sollte, aber die Zeichnungen sind dort leider nur stark verkleinert abgebildet. Stattdessen kam ein schöner Druck eines Layouts aus „Chihiros Reise ins Zauberland“ mit zurück nach Hause.

Das kommt jetzt in einen hübschen Rahmen und dann an die Wand zwischen den Türen zur Toilette und zum Bad. Einen Noren (のれん), also einen dieser typisch japanischen Vorhänge, in Dunkelblau mit ゆ (Yu), wie im Film, haben wir uns auch schon ausgeguckt. 😉

Zurück zuhause waren wir zwar beide total fertig, aber auch glücklich. Wenn die Ausstellung es noch einmal in die Nähe schaffen sollte, würden wir auch noch einmal hingehen. Vielleicht gäbe es dann auch wieder Drucke von „Porco Rosso“ zu kaufen, die haben wir nämlich schmerzlich vermisst. :/

Die Ausstellung wandert immer mal, findet aber auch nicht ständig statt. Eine (japanische) Übersicht findet ihr hier auf der Seite der Ausstellung.