Strenger, teurer: Wie Japan seine Einwanderungsregeln verschärft

Letztes Jahr verzeichnete die rechtsradikale Sanseitō (参政党; Politische-Teilnahme-Partei) bei der Oberhauswahl starken Zuwachs. Die u.a. mit der AfD verbandelte Partei hatte sich den Slogan “Japanese First” (日本人ファースト; bezieht sich ausdrücklich auf japanische Bürger) auf die Fahnen geschrieben und damit vergleichsweise gut abgeräumt. In ihrem Wahlprogramm fanden sich Perlen, die Björn Höcke wahrscheinlich Freudentränen bescheren würden.

Unsere Regierungspartei, die LDP (Liberal Democractic Party, bzw. auf Japanisch 自由民主党 Jiyūminshutō) bekam offenbar Muffensausen und versucht nun diese Wähler zu erreichen.

Seitdem geistern so schöne Phrasen wie 外国人対策 (Gaikokujintaisaku; Maßnahmen gegen Ausländer) durch die Presse und wir haben jetzt eine Ministerin für die Förderung einer geordneten Koexistenz mit Ausländern (外国人との秩序ある共生社会推進担当大臣 Gaikokujin to no Chitsujo aru Kyōsei Shakai Suishin Tantō Daijin).

Klar, Politiker reden viel, wenn der Tag lang ist. Der Wahlerfolg unserer Premierministerin scheint zu bezeugen, dass zumindest die Laberei funktioniert. Aber was wird konkret gemacht?

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Fernseher im Wartezimmer und Eigenbeteiligung: Arztbesuche in Japan

Dieses Jahr ist bisher für mich sehr stressig. Ich weiß, das merkt man auf Instagram eher nicht: Stress bedeutet schließlich letztendlich meist einfach, dass ich weniger hochlade.

Ein Grund für diesen Stress, aber auch durch ihn ausgelöst, sind gesundheitliche Probleme. Da wäre natürlich mein Sohn, der dieses Jahr das erste Mal in seinem Leben eine Grippe hatte (Corona haben wir natürlich schon mehrmals durch), aber auch ich verbringe seit Neujahr mehr Zeit beim Arzt, als mir lieb ist. Da mein Körper gestresst ist, funktioniert mein Immunsystem nicht so gut und ich bekomme ständig etwas ab.

Weil ich in letzter Zeit also viel Erfahrung sammle, eine kleine Abhandlung darüber, was bei einem Arztbesuch in Japan ganz anders als in Deutschland ist.

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Ein Studentenviertel in Tokyo: Auf Gitarrensuche in Ochanomizu

Manchmal trifft man auf Ecken, in denen sich plötzlich eine bestimmte Art von Laden häuft. Auf meiner Seite des Bahnhofs stehen seit Kurzem drei Drogerien beinahe direkt nebeneinander. Was sich die Planer dabei gedacht haben, weiß ich nicht.

Es gibt aber auch Ecken in Tokyo, in denen die plötzliche Häufung von spezifischen Läden Sinn ergibt. Auf der Südseite des Bahnhofs Ochanomizu (御茶ノ水) findet man alles, was das Studentenherz begehrt. Was machen japanische Studenten, sobald sie die Oberschule abschließen? Natürlich, sie färben sich die Haare, lernen Gitarre zu spielen und schauen, wie sie am günstigsten in die Schneegebiete kommen, um Snowboard zu fahren.

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Das echte japanische Neujahr: Neujahrs-TV!

Es ist wieder soweit.

Das Ende des Jahres steht vor der Tür.

Nun wisst ihr wahrscheinlich schon, was man in Japan zu Neujahr macht: Man isst Soba-Nudeln (年越しそば Toshikoshisoba), geht am 1. Januar zum Schrein oder Tempel (初詣 Hatsumōde) und schlägt sich sonst den Bauch voll.

Ich liebe diesen gemächlichen und vor allem leisen Jahreswechsel in Japan. Was ich auch liebe: Das Neujahrsfernsehen.

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