Liebster Blog Award.

 

Kerstin von Peking – Ní háo war so lieb und hat mich für den “Liebster Blog Award” nominiert, um mehr Leuten mehr Expat- und Auswandererblogs vorzustellen. 🙂

Also los. 😀

1. Kannst du dich noch an deinen ersten Blog erinnern den du gelesen hast? Wenn ja, welcher war es?
Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich habe damals viele Arbeitsblogs gelesen. Taxifahrer, Bestatter, Kinderarzt, usw. 🙂

2. Was motiviert dich weiter zu machen, auch wenn es nicht immer Rückmeldungen oder Kommentare auf deine Posts gibt?
Ich habe das Glück inzwischen eine recht große Leserschaft zu haben, weswegen ich meist Likes und Kommentare bekomme. 🙂 Diese Rückmeldungen helfen wirklich sehr mit der Motivation, aber wenn das mal nicht gegeben sein sollte, weiß ich dass meine Eltern und Großeltern mitlesen. 🙂

3. Über was schreibst du am Liebsten?
Reisen! 🙂 Mir macht reisen unglaublich viel Spaß, und ich stelle vor allem gern Orte vor, in die halt nicht jeder Tourist fährt. Auch das Alltagsleben ein bisschen zu ent-exotisieren macht Spaß, in Japan ist eben nicht alles total verrückt – manchmal aber schon. 😉

4. Was macht einen guten Blog aus?
Lesbarkeit. Wenn jemand nett schreibt, lese ich mir auch Einträge über Darmspiegelungen durch. Ich persönlich folge aber irgendwie nur Blogs von deutschen im Ausland, von daher ist ein gutes Thema natürlich genauso wichtig.

5. Wie gelingt ein guter Start im Ausland?
Gute Vorbereitung und sich dann auf das neue Land einlassen. Wer die ganze Zeit nur über seine neue Heimat meckert kann gar nicht die ganzen schönen Seiten sehen – und die gibt es überall.

6. Was wird dir fehlen wenn du wieder zurück in deine Heimat gehen musst?
Zum Glück muss ich nie wieder nach Deutschland ziehen. Ich habe ewiges Bleiberecht (永住権 Eijûken), selbst wenn meine Ehe in die Brüche gehen und ich meinen Job verlieren sollte dürfte ich in Japan bleiben.

7. Vermisst du etwas aus Deutschland?
Guten Käse. Außerdem: Leute, die wenn sie ein Problem haben etwas sagen. Die ganze Höflichkeit hier kann einem ziemlich auf die Nerven gehen, weil Meinungsverschiedenheiten nie vernünftig ausdiskutiert werden.

8. Was möchtest du unbedingt noch von deiner momentanen Wahlheimat sehen?
Da gibt es so viel! Der große Plan ist sowieso die 全国制覇 (Zenkoku Seiha), also alle 47 Präfekturen zu bereisen. 🙂 Außerdem würde ich gern einige Events besuchen, z.B. das 雪まつり (Yukimatsuri; Schneefest) in 札幌 (Sapporo).

9. Was ist das Lustigste oder Peinlichste was dir im Ausland passiert ist?
Das für mich witizgste war, als mich dieses Jahr in Oita eine Blogleserin angesprochen hat. 🙂 Hätte ich nie im Leben für möglich gehalten.
Am peinlichsten war eindeutig おしり大根 (Oshiri Daikon).

10. Wo auf der Welt bist du am Liebsten?
Japan ist für mich inzwischen mein Zuhause, von daher bin ich am liebsten hier, am besten mit meinem Liebsten. 🙂 Wenn ich aus dem Ausland zurückkomme bin ich immer ganz froh wieder in Tokyo zu landen.

11. Wie sieht dein perfekter Tag aus?
Warmes Wetter, leichter Wind, keine Arbeit, mit meinem Mann picknicken. Ich bin da recht simpel. 😉

Ich nominiere: Anika von Gingkoleafs, Nagarazoku, Shaoshi in Shanghai und Karen von Suomalainen Päiväkirja.

Die Fragen:

1. Warum bist du in dem Land, in dem du gerade bist?
2. Kannst du dir vorstellen wieder in dein Heimatland zurückzukehren?
3. Welches Ziel verfolgst du mit deinem Blog?
4. Welche Dinge über dein neues Land verstehen Deutsche irgendwie immer falsch?
5. Was sind drei Orte in deinem Land, an die du Touristen mitnehmen würdest?6. Auf was in deinem neuen Land könntest du gar nicht mehr verzichten?
7. Was kochst du zuhause?
8. Was war für dich der schwierigste Teil der Auswanderung?
9. Was würdest du Leuten, die in dein Land auswandern wollen, sagen?
10. Ohne welches Essen könntest du gar nicht mehr leben?
11. Was ist das Beste daran zu wohnen, wo du wohnst?

 Regeln:

  • Beantwortet die 11 Fragen, die euch gestellt wurden und veröffentlicht sie auf eurer Seite. Wer über die Fragen hinaus Fakten über sich präsentieren möchte, kann dies in einem eigenen Blog tun: Fakten über mich (bis zu 11 möglich); wer mit den Fragen gar nichts anfangen kann, darf sie ausnahmsweise auch mal gegen Fakten austauschen; sollte das dann aber auch entsprechend begründen.
  • Bedankt euch bei der Person, die euch nominiert hat, und verlinkt sie auf Eurer Seite. Falls möglich, hinterlasst auf ihrem Blog einen entsprechenden Kommentar, in dem ihr auch für andere sichtbar den Award annehmt.
  • Kopiert das Emblem oder holt euch ein zu euch passendes aus dem Netz und stellt es sichtbar auf die Award-Seite, so dass der Liebster Award nach außen hin sichtbar ist und bleibt.
  • Denkt euch 11 neue Fragen für die Blogger aus, die ihr nominieren wollt und stellt die Fragen auf euren Blog.
  • Kopiert die Regeln und stellt sie ebenfalls auf euren Blog, damit die Nominierten wissen, was sie zu tun haben.
  • Nominiert zwischen 2 und 11 neue Blogger, die ihr gerne weiterempfehlen wollt. Das sollten möglichst solche sein, die noch wenig bekannt sind, aber empfehlenswerte Inhalte bieten.
  • Stellt die neuen Nominierungen auf eurer Seite vor und gebt den jeweiligen Bloggern eure Nominierung persönlich bekannt. Empfohlen wird, dafür die Kommentarfunktion auf den jeweiligen Blogs zu nutzen, falls diese passend ist. Empfohlen wird auch, die jeweils Nominierten vorab zu fragen, ob sie überhaupt mitmachen wollen, damit sie sich nicht überfallen fühlen. Viel Spaß!

Wegzehrung: 駅弁.

Wir fahren seit letztem Jahr vermehrt mit der Bahn in den Urlaub. Bis Mie (三重) oder Nagano (長野) mit dem Auto zu fahren ist anstrengend, da setzen wir uns lieber in eine Bahn und nutzen erst vor Ort einen Mietwagen.

Bevor wir aber in die Bahnen steigen, suchen wir uns am Bahnhof Ekiben (駅弁) aus. 🙂 Ekiben sind Essensboxen (弁当 Bentō), die man am Bahnhof (駅 Eki) als Wegzehrung kauft. Am Bahnhof Tokyo, von denen viele Shinkansen-Schnellbahnen abfahren, gibt es Ekiben mit Spezialitäten aus den verschiedensten Regionen. An den kleineren Bahnhöfen findet man vor allem lokale Speisen. 🙂

Ekiben sind für mich auch ein Zeichen dafür, wie wichtig Japaner Essen auf Reisen nehmen – ungefähr die Hälfte japanischer Reiseführer ist lokalen Leckereien gewidmet, und die erste Frage, die mein Mann bei der Reiseplanung stellt ist, was wir essen werden. Die Reise gleich mit Essen zu beginnen ist da nur konsequent.

Wenn ihr also mit der Bahn in Japan unterwegs sein solltet, vielleicht mit dem Japan Rail Pass (Eintrag bei Yoko Lost in Japan), würde ich euch absolut empfehlen bei einem Ekiben-Laden vorbeizuschauen. Japanische Esskultur in Reinform. 😉 Und falls ihr mit dem Flugzeug innerhalb Japans unterwegs seid: Dort heißt es Soraben (空弁), von 空 (Sora; Himmel) und 弁当 (Bentō; Essensbox), ist aber längst nicht so weit verbreitet.

Generell rate ich jedem, zu schauen, was im besuchten Ort als Delikatesse gilt. Wenn ihr euch in Kōbe (神戸) wiederfinden solltet, ist das natürlich recht einfach: Kobe-Rind (神戸牛). Aber wie schaut’s aus in Hiroshima (広島)?* Eine Gegend ist nicht durch Zufall für eine bestimmte Speise bekannt, es schmeckt meist wirklich wirklich gut. 🙂

* Dort ist’s unter anderem Okonomiyaki (お好み焼き).

Wenn ihr im Internet auf Japanisch danach suchen wollt, googlet nach eurem Zielort und ご当地グルメ (Gotōchi Gurume; Lokale Gourmet-Speisen).

Guten Hunger!

Wasserfälle in Yamanashi.

Derzeit ist Golden Week, eine Ansammlung von Feiertagen. Zu Golden Week groß zu verreisen ist meist verdammt teuer, weswegen wir beschlossen haben, nur für einen Tag kurz wegzufahren. Tagesausflug heißt übrigens Higaeri (日帰り), “am Tag zurückkehren”.

So fuhren wir am frühen Morgen mit dem Super Azusa (スーパーあずさ) nach Kōfu (甲府) in der Präfektur Yamanashi (山梨県). Von dort aus ging es mit dem Auto in die Berge, zur Nishizawa-Schlucht (西沢渓谷).

Die ist Teil des Chichibu-Tama-Kai-Nationalparks (秩父多摩甲斐国立公園), und für ihre Wasserfälle bekannt. Durch die Schlucht führt ein etwa zehn Kilometer langer Wanderweg – laut Internet “auch für Anfänger geeignet”. Das traf sich natürlich gut, wir sind schließlich blutige Anfänger. Selbst unsere Schuhwahl war nur marginal besser als letztes Jahr in Kamikōchi. 😉

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Woran wir nicht gedacht hatten, war, dass Wasserfälle von irgendwo fallen müssen – wir verbrachten ziemlich viel Zeit damit auf recht steilen Wegen nach oben zu klettern. Der Hinweg, der unten direkt am Wasser vorbeiführt, ist zwar machbar, aber wirklich anstrengend. Zum Glück kann man sich immer wieder am kalten Wasser erfrischen. Es ist wirklich so blau, wie auf den Fotos! 🙂

Zumindest am Montag Vormittag war es auch nicht halb so überrannt wie eben Kamikôchi oder unser kleiner tokyoter Berg Takao. Zwar trafen wir ein paar andere Gruppen, aber wir kamen einander kaum in den Weg.

Am Nanatsugama-Godan-no-Taki (七ツ釜五段の滝), dem Sieben-Töpfe-Fünf-Stufen-Wasserfall, gelangt man über eine Brücke auf die andere Seite der Schlucht um den Heimweg anzutreten. Dort geht es zwar erst sehr steil nach oben, doch der Rest des Rückwegs gestaltet sich sehr viel entspannter.

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Damals wurden Karren über Schienen auf den Berg gezogen, um Holz zu transportieren. Die Schienen sind teils noch vorhanden. 🙂 Auch wenn der Abstieg recht sanft ist, ist es noch immer eine Schlucht – es geht gefährlich weit nach unten.

Gleich zwei Brücken sind nach Leuten benannt, die mit ihren Pferden in die Tiefe gestürzt sind, was nicht unbedingt beruhigend ist. Insgesamt ist es zwar weniger anstrengend als der Weg nach oben, aber auch etwas langweiliger. Die ganzen Highlights hat man eben schon auf dem Hinweg bestaunt.

Nach etwa drei Stunden kamen wir wieder bei unserem Leihwagen an, und fuhren als Belohnung für unsere harte Arbeit zum Fruits Onsen Pukupuku (フルーツ温泉 ぷくぷく). Um den herum stehen Felder, Yamanashi ist für seine Trauben und Pfirsiche bekannt. Leider ist aber noch nicht Erntezeit. 🙂 Vom Onsen tiefenentspannt fuhren wir wieder nach Hause.

Heute stellt sich für mich die Frage, ob man eigentlich von Muskelkater sterben kann… 😉

Mehr Fotos findet ihr auf der Facebook-Seite! 🙂

Gleicher Name – andere Kanji.

name kanji

In Deutschland haben wir Maier, Meyer, Meier und Schulz, Schultz und Bäcker, Becker. In Japan ist die Schreibweise der meisten Worte sofort klar*, zumindest wenn es um die Silbenschriften (Hiragana und Katakana) geht. Dummerweise haben wir aber auch Kanji.

* Das bekannteste Gegenbeispiel ist wahrscheinlich 雰囲気 (ふんいき fun’iki; Atmosphäre), was ふいんき (fuinki) gesprochen wird.

Es gibt für viele Namen eine oft verwendete Schreibweise: Suzuki ist 鈴木 (Glockenbaum), Nakamura ist 中村 (Mitteldorf), Ôtani ist 大谷 (Großtal). Wenn jemand diese Namen hört, wird er zuerst davon ausgehen, dass sie in der üblichen Schreibweise geschrieben werden. Allerdings gibt gleich zwei Gründe, warum das eventuell nicht hinhaut:

Alte Kanji

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde eine Liste mit “Kanji für den allgemeinen Gebrauch” (当用漢字 Tôyo-Kanji) erstellt. In diesem Zuge wurden einige Kanji vereinfacht – allerdings nicht immer auch in Namen.

In einer anderen Abteilung arbeitet eine Frau Okuni (Kleinland). Nach jetziger Schreibweise wäre das 小国 – sie schreibt sich aber 小國, mit dem alten Kanji.

Mit mir direkt zusammen arbeitet Herr Watanabe. Watanabe wird allgemein 渡辺 geschrieben, er schreibt sich aber 渡邉. Dummerweise gibt es für das kompliziertere Kanji keine billigen Namensstempel (シャチハタ shachihata) überall zu kaufen – er benutzt einfach einen mit 渡辺. Das ist als würde Herr Meier mit Mayer unterschreiben. 😉

Übrigens wurden zwar auch in China die Schriftzeichen vereinfacht, aber oft anders oder andere Schriftzeichen. Während in China aus wurde, wird es in Japan 経 geschrieben.

Homophone

Die meisten Kanji haben verschiedene Lesungen, und für viele Lesungen gibt es die verschiedensten Kanji. Wenn der Name in diesem Fall von der “Norm” abweicht, ändern sich nicht nur die Kanji selbst, sondern auch die Bedeutung des Namens.

“Hasegawa” ist für gewöhnlich 長谷川 (Lang-Tal-Fluss) – und selten 沙魚川 (Sand-Fisch-Fluss).

荒川 und 新川 werden beide “Arakawa” gelesen, aber ersteres ist “rauher Fluss” und letzteres “neuer Fluss”.

Wir haben auch so einen Namen, aber unserer taucht für gewöhnlich nicht einmal in der Kanji-Liste auf, wenn man ihn eintippt.

Apropos “eintippen”: Wenn man mit verschiedenen Leute mit demselben Nachnamen aber verschiedenen Schreibweisen zu tun hat, muss man immer etwas aufpassen. Der Computer merkt sich, was man öfter oder zuletzt verwendet hat, und wandelt zuerst dahin um. Kann halt keine Gedanken lesen. 😉