Japanische Reiseseiten.

Ich habe noch nie von Deutschland aus einen echten Urlaub nach Japan gebucht. Bei meinem Working Holiday hatte ich eine Unterkunft, das Guesthouse des Schreckens, und danach habe ich immer bei meinen jetzigen Schwiegereltern übernachtet.

Dafür habe ich innerhalb Japans schon so einiges gebucht. Fast alle Reisen, über die ihr unter Reiseberichte lesen könnt, habe ich selbst angeleiert. Auch jetzt auf Arbeit buche ich sämtliche Geschäftsreisen meiner Abteilung. Deswegen dachte ich mir, dass ich einmal Buchungsseiten die ich selbst nutze vorstelle. 🙂

じゃらん Jalan (Japanisch/Englisch)

Jalan nutze ich privat am liebsten. Vielleicht hat das etwas mit der superputzigen Werbung zu tun, letztendlich unterscheidet sie sich nämlich kaum von anderen Seiten. Auf der Seite kann man neben Hotelreservierungen auch Tickets für den 高速バス (Kôsoku-Basu; Express-Bus) und Flüge reservieren oder sich einen Leihwagen sichern. Seit neustem gibt es auch ein Erlebnis-Angebot, etwa “Schwimmen mit Delfinen” oder “In Kyoto Kimono tragen”.

Wir nutzen es aber für vor eines: 温泉 (Onsen; heiße Quellen). Weil Hotels mit Onsen vor allem in Hakone oft super teuer sind, buchen wir für 日帰り (Higaeri; 1-Tages-Trip mit Rückreise am selben Tag). 🙂

Leider scheint die englische Seite ausschließlich Hotels anzubieten.

JTB (Japanisch/Englisch) / H.I.S. (Japanisch/Englisch)

スクリーンショット 0027-07-12 9.53.52 スクリーンショット 0027-07-12 9.54.22JTB und H.I.S. sind Reiseportale, die sowohl Reisen sowohl ins In- als auch ins Ausland anbieten. Der Vorteil: Es gibt wirkliche Reisebüros, in die man gehen und die Mitarbeiter löchern kann. JTB sagt, dass es in ihrem Büro in Akasaka Informationen auf Englisch gäbe, H.I.S. scheint kein designiertes Büro in der Richtung zu haben.

Die englische H.I.S.-Seite ist an sich nur ein abgespecktes Angebot der japanischen, während JTB auf englisch geführte Touren im ganzen Land anbietet. 🙂 Sicher auch interessant, wenn man einen Individual-Urlaub gebucht hat und nur mal für einen oder ein paar Tage gern eine Führung hätte.

楽天トラベル Rakuten Travel (Japanisch/Englisch)

スクリーンショット 0027-07-12 10.09.52Ja, alle japanischen Reiseseiten sehen gleich aus. 😉

Rakuten ist ein riesiges Online-Kaufhaus. Rakuten Travel ist die zugehörigen Reiseseite. Das Angebot unterscheidet sich nicht großartig von den anderen Seiten, und auch hier bietet die englische Seite leider nur Hotels an. Ich persönlich mag die Seite nicht allzu gern, ich finde sie etwas unübersichtlich.

Wie ihr seht, ist das Angebot auf den englischen Seiten etwas eingeschränkt. 🙁 Selbst wenn man kein Japanisch versteht ist es vielleicht besser mithilfe von Google Translate das größere Angebot in Anspruch zu nehmen.

Hach, ich will wieder verreisen…♥

Japanische Regeln: Schuhe aus!

IMG_2327Weil ich immer mal im Internet Listen á la “Dinge, die ihr in Japan nie machen dürft, weil ihr sonst mit einem Samurai-Schwert in zwei geteilt werdet!” sehe, dachte ich, dass ich selbst mal eine kleine Serie zum Thema verfasse. In dieser möchte ich aber miteinbeziehen, wie schwerwiegend ein “Regelverstoß” ist. Denn ganz im Ernst, Japaner verlangen von nicht-Japanern nicht, dass sie wissen, wie man sich in jeder Situation richtig verhält.

Die größte, wichtigste und universellste Regel ist aber: Schuhe aus. Jede Wohnung, die ich bisher in Japan gesehen habe, hat so eine Schwelle am Eingang. Oft findet man ähnliches auch in 居酒屋 (Izakaya; japanischen Kneipen) oder traditionellen Restaurants. Auch in Tempeln gilt: Wo Stufe da Schuhe aus!

Der Grund ist natürlich ganz simpel: Straßenschuhe sind dreckig. Es ist also eher ein praktische denn eine kulturelle Regel. Japaner wollen keinen Dreck im Haus, weswegen ihr immer eure Schuhe ausziehen solltet. Außer jemand sagt, dass ihr sie anbehalten könnt und selbst da solltet ihr zumindest der Form halber ein- bis zweimal protestieren.

Wenn ihr euch das Bild oben anschaut fällt auch sicher, neben der Tatsache, dass wir zu viele Schuhe haben der Eingang zu eng ist, auf, dass alle Schuhe in Weggehrichtung stehen. Das ist Absicht. Macht man so. Müsst ihr nicht machen.

Oh, und für die unglaublich kulturelle versierte Sicht* eines echten Japaners:

Mein Mann: “Nur Tote tragen im Haus Schuhe.”

Stimmt natürlich.

* Mein Mann kann einem in 9 von 10 Fällen nicht erklären, warum Japaner machen, was sie so machen.

Gibt es in Deutschland eigentlich Haushalte, in denen man die Straßenschuhe anbehält? Wo? Warum?

Tanabata-Matsuri mit Awaodori und Yukata.

IMG_2180Am 7. Juli ist in Japan Tanabta (七夕), das Sternenfest. Anlässlich dessen fand in Asakusa auf der Kappabashi Hondōri (かっぱ橋本通り) das Shitamachi Tanabata-Matsuri (下町七夕まつり) statt. Wie es sich für Ende Juli mit gleich drei sich bedrohlich näherenden Taifuns gehört, natürlich im Regen.

Meine Freundin Sachie (spricht sich Sachi-e) und ich trafen uns um zehn Uhr morgens, und liefen über die fast leere Straße. Wir waren eindeutig zu früh. Dafür hatten wir aber viel Zeit uns die Tanzaku (短冊), Papierstreifen auf die man zu Tanabata Wünsche schreibt, durchzulesen und auch unsere eigenen zu verfassen. Für solche Wünsche gibt es übrigens eine recht feste Satzkonstruktion. Nehmen wir mal die beiden am einfachsten lesbaren Wünsche im Titelbild.

河童に会えますように (Kappa ni aemasu yō ni; Auf dass ich einen Kappa treffen kann*)
また海外で働けますように (Mata kaigai de hatarakemasu yō ni; Auf dass ich wieder im Ausland arbeiten kann)

Es ist jeweils der Wunsch (河童に会う Kappa ni au; Einen Kappa treffen bzw. また海外で働く Mata kaigai de hataraku; Wieder im Ausland arbeiten), mit dem Verb im Konjunktiv und dem Anhängsel ように (yō ni), das unter anderem für Wünsche benutzt wird.

* Kappa sind magische Wesen die an sich ungefährlich sind (und Gurke lieben, deswegen heißt Gurken-Sushi Kappa-Maki) solange sie sich an Land befinden. Im Wasser ertränken sie Menschen und Tiere.IMG_2188

Alles, was ein Matsuri so braucht, gab es natürlich. Goldfische-schöpfen (金魚すくい), Wasserballons an einer elastischen Schnur (ヨーヨー), geschabtes Eis mit Sirup (かき氷), usw. usf. Wir teilten uns eine Portion gebratene Nudeln (焼きそば).

Weil noch immer nicht viel los war, gingen wir Yukata (浴衣), einfache Baumwollkimonos für den Sommer, angucken. Bloß gucken, nicht kaufen! Ein Vorsatz der ganze zehn Minuten hielt. Zu Matsuri gehört Yukata dazu, und wenn man uns 20% Rabatt gibt und uns auch noch umzieht…

IMG_2278

Bitte entschuldigt mein… alles auf dem Bild, aber ich hatte tatsächlich nicht geplant Yukata zu tragen. Eine Obi-Platte (帯板) wäre ganz gut gewesen, so ist der Obi arg faltig, und auch meine Haare… Nun ja.

Es ist nicht ganz leicht zu erkennen, aber das Muster meines Yukatas ist an sich ein Fluss mit Leuchtkäfern (蛍 Hotaru). 🙂 An sich ein eher ungewöhnliches Motiv, aber ich war gleich davon angetan.

Um elf hörten wir dann in der Ferne Musik. Der Awa Odori (阿波踊り) hatte begonnen. 😀

Awa Odori ist eine Art des Totenfest-Tanzes Bon-Odori (盆踊り) und kommt ursprünglich aus Tokushima, einer Präfektur auf der kleinsten der vier Hauptinseln Japans, Shikoku. Bon-Odori sind Tänze für die Seelen der Verstorbenen, die über Obon, das japanische Totenfest, die Lebenden besuchen. Wer irgendeinen traurigen Tanz erwartet, wird aber enttäuscht. 😉 Bei Instagram habe ich einen 14-Sekunden-Film hochgeladen, ihr könnt aber natürlich auch einfach bei Youtube 阿波踊り oder 盆踊り eingeben. 🙂

Da wir vom Fest genug gesehen hatten, machten wir uns auf den Weg zum Sensō-Tempel (浅草寺).

Sachie war ganz überrascht, dass ich mich in der Gegend so gut auskenne – ich bringe einfach jeden Besuch nach Asakusa und wir sind dort auch gern mal. 😉

IMG_2277

Am Tempel zogen wir Omikuji (おみくじ), um uns die Zukunft vorhersagen zu lassen. Mal schauen, ob unsere Tanabata-Wünsche schon gewirkt haben. 😉 Ich zog tatsächlich “Großes Glück” (大吉), das beste Ergebnis. 😀 Da kann ja nichts mehr schiefgehen.

Leider fing es dann wieder an zu regnen, woraufhin wir uns in ein nahegelegenes Café zurückzogen und noch ein bisschen quatschten. Den ganzen Tag in Yukata rumzulaufen ist schließlich auch ziemlich anstrengend. 🙂

Heute kein Eintrag. 

Eigentlich hatte ich mich psychisch schon darauf vorbereitet einen Jubel-Eintrag zu schreiben.

JA, DIE JAPANISCHEN FRAUEN BLEIBEN WELTMEISTER!!

Blieben sie dann aber nicht. 5-2 verloren gegen die USA. Denen gönne ich es natürlich, dennoch bleibt mir, in meinem Nationalmannschaftstrikot*, nichts anderes übrig als ein wenig Trübsal zu blasen.
* zugegebenermaßen von der Männer-Mannschaft

Außerdem war ich am Wochenende zu beschäftigt um Einträge zu schreiben, da macht sich so ein verlorener Weltmeistertitel als Ausrede ganz gut. 😉

Wir hören am Mittwoch wieder voneinander. 🙂