In Japan gibt es eine Regelung, die viele Feiertage auf Montage legt und somit für lange Wochenenden sorgt. Der Sporttag im Oktober ist so ein Feiertag. Wir nahmen uns noch zwei Tage zusätzlich frei und flogen mit meinen Schwiegereltern nach Okinawa.
Okinawa ist die südlichste Präfektur Japans, mit wunderschönem blauen Meer und weißen Sandstränden. Ursprünglich war Okinawa ein eigenes Königreich, Ryūkyū, welches aber 1879 von Japan annektiert wurde. Für Menschen vom japanischen Festland ist Okinawa die zweitbeliebteste innerjapanische Reisegegend – die beliebteste ist Hokkaidō im hohen Norden.
Wie schon bei unserem letzten Besuch flogen wir auf keine der kleineren Inseln, sondern fuhren nach Sesoko (瀬底) auf der Hauptinsel. Wir übernachteten wieder im gleichen Airbnb nur wenige Minuten vom Strand entfernt. Dass wir uns dort inzwischen ein wenig auskennen, macht den Besuch natürlich noch entspannter.
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Die ersten beiden Tage hatten wir hervorragendes Wetter – die restlichen drei war es durchwachsen bis wirklich stürmisch. Aber irgendwie konnte mir das schlechte Wetter die Laune auch nicht verderben, von den tropischen Regenstürmen Okinawas hatte ich schließlich schon in mehreren Geschichten gelesen – jetzt habe ich es auch noch einmal erlebt. 🙂
Ansonsten war es wirklich wie bei unserem ersten Besuch vor eineinhalb Jahren: Viel am Strand spielen, baden gehen, leckere lokale Speisen essen, Sterne gucken. Am Samstag fand im Hotel Hilton wieder ein kurzes Strandfeuerwerk statt, das wir uns natürlich nicht entgehen lassen konnten.







Eine neue Gegend haben wir diesmal aber auch erkundet: Den Yambaru-Nationalpark (やんばる国立公園 Yanbaru Kokuritsu-Kōen)! Der befindet sich im Norden Okinawas und gehört seit 2021 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Yambaru ist ein Regenwald und Heimat von geschützten Tierarten wie dem Yanbaru Kuina, einem flugunfähigen Bodenvogel.
Das Yambaru World Heritage Conservation Center ist ein sehr modernes Naturkundemuseum, das über den Nationalpark und die darin beheimateten Tiere und Pflanzen aufklärt. Die Erläuterungen sind alle auch auf Englisch.


Unser Sohn wollte nach dem Besuch unbedingt selbst in den Nationalpark gehen. Leider waren wir weder ausgerüstet noch hat er die Stamina für eine richtige Wanderung. Als wir den Mitarbeiterinnen im Zentrum unser Dilemma schilderten, empfahlen sie uns Asmui Hikes (アスムイハイクス) am nördlichsten Zipfel der Insel. Bereits auf dem Weg dorthin waren wir von der wunderschönen Natur und der Aussicht begeistert.
Asmui Hikes ist nicht günstig. 2.500 ¥ (ca. 14 €) kostet der Eintritt pro Person. Dafür kann man einen wunderschönen Teil des Nationalparks auf gesicherten Pfaden erkunden. Für den langen Wanderpfad benötigt man etwa eineinhalb Stunden, für den kurzen nur 30 Minuten. Obwohl wir nur auf dem kurzen Pfad unterwegs waren, hat sich der teure Eintritt für uns absolut gelohnt. Unser Sohn kraxelte komplett begeistert durch den Wald und selbst der zwischendurch einsetzende Regen war weniger störend als atmosphärisch passend. Weil er so durchnässt war, bekam er zum Schluss auch noch ein neues T-Shirt, das ihn jetzt für jeden als Okinawa-Reisenden erkennbar macht. 😉




Bei unserem nächsten Okinawa-Besuch würde ich den Nationalpark gern noch mehr erkunden. Der Strand und das Meer sind wunderschön, aber Leute: Regenwald!
