Hiroshima im Herbst: Miyajima.

Diesen November bin ich 30 Jahre geworden. Um das gebührend zu feiern, kamen meine Eltern nach Japan.

Nun waren meine Eltern inzwischen schon zum fünften Mal hier, und Tokyo hält für sie nicht mehr viel Interessantes bereit. 2015 waren wir mit ihnen in Okinawa, 2017 in Kanazawa und diesmal stiegen wir in den Shinkasen und fuhren nach Hiroshima!

Auf Miyajima leben wilde Rehe

Leider versprach der Wetterbericht kein gutes Wetter, weswegen wir an einem Sonntag auf die berühmte Insel Miyajima, die vor Hiroshima liegt, fuhren. Auch wenn es auf den Fotos nicht so aussieht: Es war richtig voll. Die Seilbahn auf den Berg hinauf konnte nur benutzen, wer eine Reservierung hatte (also wir nicht) und auch in den Gassen staute es sich.

Dabei konnte man das Wahrzeichen der Insel gar nicht sehen! Das rote Torii im Meer ist derzeit wegen Restaurierungsarbeiten unter einer Plane versteckt. Bis wann diese noch andauern, ist im Moment noch unklar.

Wir bezahlten natürlich trotzdem den Eintritt für den berühmten Itsukushima-Schrein (厳島神社), um den ikonischen roten Schrein, der auf Stelzen aus dem Wasser ragt, zu besuchen. In ihm werden übrigens gleich drei Göttinen verehrt.

Für den Eintrag in mein Goshuinchō musste ich wegen der vielen Besucher fast eine halbe Stunde anstehen. Dennoch großen Respekt, dass sie trotzdem alles mit Hand und mit einem richtigen Pinsel schreiben.

In der Einkaufsstraße von Miyajima, die sich vom Hafen bis zum Schrein erstreckt, werden verschiedene Delikatessen verkauft. Leider war es überall sehr voll, aber wir hatten eh schon ein anderes Ziel für ein Stück Kuchen.

Austern sind eine Spezialität Hiroshimas
Die blattförmigen Momijimanjū gibt es mit verschiedenen süßen Füllungen

Etwas versteckt auf dem Hügel liegt das Café Tenshinkaku (天心閣), von dem man einen fantastischen Ausblick auf die Stadt hat. Das Café ist nur von Freitag bis Dienstag und nur zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet. Inzwischen wurde es wahrscheinlich in mehreren Reiseführern erwähnt, weswegen es recht voll ist und die Preise enthalten eindeutig einen Aufschlag für die schöne Aussicht, aber die ist es auch wert!

Derzeit wird direkt nebenan etwas gebaut, das wie ein Hotel aussieht. Von dort aus wird man demnächst also wahrscheinlich bald dieselbe Aussicht genießen können.

Nachdem wir uns gestärkt hatten, liefen wir ein wenig in den Momiji-Park hinein. Leider war die Laubfärbung nicht so ganz so schön, aber das ist dieses Jahr traurigerweise fast überall so. Mehrere Taifune und plötzlich absinkende Temperaturen haben wahrscheinlich nicht geholfen.

Wegen der vielen Leute liefen wir über eine Straße im Wald zurück zum Hafen. Auf diesem Weg fanden wir eine Omikuji-Orakel-Maschine, die sehr alt und unbenutzt aussah. Mein Mann war aber der Überzeugung, dass sie funktionieren würde und siehe da: Sie sagte ihm großes Glück in der Liebe voraus. 😉

Miyajima ist immer eine Reise wert, aber ich würde generell vom Wochenende abraten. Es war doch sehr voll.

Wir fuhren jedenfalls zurück aufs Festland und bereiteten uns auf einen Schlechtwettertag vor.

5 Gedanken zu „Hiroshima im Herbst: Miyajima.

  1. Lennart sagt:

    Achja: ich war auch im Herbst dort – vor mittlerweile 11 Jahren! Und es war für mich bis 2014 (Wandertour des Dewa Sanzan) der schönste Ort, den ich in Japan gesehen habe – unter der Woche 😉
    Die farbenprächtigen Ahornwälder im Hinterland der Insel waren für mich viel spektakulärer als das torii – und sogar eine japanische Hochzeit fand in dem Schrein statt!

    Mit Tokyo geht es mir wie deinen Eltern, nur: wie SCHAFFT man es denn, Tokyo zu vermeiden!? Alle Flüge landen in Narita, die (kostenlosen!) Weiterflüge starten alle von Haneda aus. Eine Anreise zum Narita-Flughafen für den Rückflug bietet sich von außerhalb Tokyos nicht an. Und dann muss man immer am alptraumhaften Bahnhof Shinjuku umsteigen – wo man nie Aufzüge oder Rolltreppen findet und mit vollgepackten Koffern durch die Menschenmenge muss…

  2. helma sagt:

    Man koennte noch erwaehnen das man auch hochwandern kann. Man muss nicht so Seilbahn nehmen. (Nach unten haben wir ehrlich gesagt dann auch die Seilbahn genommen)

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