Brettspiele in Tokyo.

Wer kennt es nicht? Es regnet, auf Facebook ist nichts los, auf Netflix hat man alles schon gesehen, und eigentlich sollte man mal wieder mit dem eigenen Partner kommunizieren. Da hilft nur eins: Ein gutes Brettspiel. 😀

Ich glaube vielen Menschen ist gar nicht bewusst, wie zentral Deutschland im Brettspielmarkt ist. In keinem anderen Land kommen jedes Jahr so viele neue Brettspiele in den Handel.

Die Szene in Japan hingegen ist relativ klein, wird aber größer, wie ich letztens am eigenen Leib erfuhr:

In Akihabara gibt es einen kleinen Laden, in dem sich alles um Brettspiele und Kartenspiele dreht: Yellow Submarine. Hinter einem schmalen Aufgang im 8. Stock versteckt findet man den recht kleinen Laden.

Vor vielen Jahren war ich schon einmal dort, damals war es noch ein wenig enger und gefühlt über die Hälfte der Spiele war in der Originalsprache (meist Deutsch) mit einer extra Anleitung auf Japanisch.

Wer genau guckt, findet so einige deutsche Spiele

Inzwischen sind sie in der Minderheit, die meisten Spiele sind komplett auf Japanisch. Einerseits für mich natürlich etwas schade, andererseits freut es mich auch, weil es bedeutet, dass die Japaner vielleicht langsam mal aus ihrer Monopoly-Spiel-des-Lebens-Eintönigkeit ausbrechen. Natürlich kennt diese Spiele jeder und die Regeln sind einfach zu verstehen, aber es gibt so viele bessere Spiele…

Der Grund für meinen Besuch bei Yellow Submarine war, dass wir im September ein bisschen aufs Land fahren und uns dafür ein Brettspiel kaufen wollten. Nach etwas Recherche auf den zahllosen deutschen Webseiten über Brettspiele, entschied ich mich für Imperial Settlers. Das Strategiespiel kommt ursprünglich wohl aus Polen, hat es aber inzwischen in die verschiedensten Länder und Sprachen geschafft. Bei uns steht die japanische Version im Regal, denn für Strategiespiele reicht das Deutsch meines Mannes dann doch noch nicht.

Es gibt übrigens auch einige Karten- und Brettspiele aus Japan. Bei vielen davon geht es aber mehr um Party-Spiele im Stil von Cards Against Humanity.

In Bob Jiten (Bobs Wörterbuch) z. B. soll man in Japan häufig genutzte ausländische Begriffe beschreiben, ohne ausländische Begriffe zu verwenden. In Pictell bastelt man Szenen aus Piktogrammen. In Cat & Chocolate bekommt man zwei Gegenstände und eine brenzlige Situation, aus der man sich mit ebendiesen herausfantasieren muss.

Allesamt natürlich lustige Spiele, aber eher für mehr als zwei Spieler geeignet. Wenn wir Imperial Settlers gemeistert haben, werden wir uns aber vielleicht auch mal an ein Spiel aus Japan trauen. 🙂

Spielt ihr Brettspiele? Wenn ja, was sind eure Empfehlung für zwei Personen?

12 Gedanken zu „Brettspiele in Tokyo.

  1. Tim sagt:

    Also ich spiele mit meiner japanischen Freundin gerne „Die Siedler-Das Duell“. Im gegensatz zum Orginalspiel kann man diese Variante auch zu zweit spielen und die Regeln sind auch nicht zuu kompliziert. Aber ich kann natürlich nicht sagen ob es das Spiel auch in Japan gibt bzw. ob das ein Spiel ist das euch auch gefallen könnte.

    • Claudia sagt:

      Die Siedler ist weltweit so beliebt, ich denke, dass es die Duell-Version auch in Japan gibt. Danke für den Tipp. 🙂

  2. Judith sagt:

    Uiuiui, mein erster Kommentar bei dir. Ich habe es eigentlich gar nicht mit Brettspielen, aber habe ich
    da auf deinem Foto die japanische Version von „Kuhhandel“ erspäht? Zumindest daran habe ich sehr gute Erinnerungen aus meiner Kindheit/ Jugend.

    Viele Grüße!

  3. Gabriele sagt:

    Wir spielen immer wieder gern Rummycub.
    Haben wir in jedem Urlaub in kleiner Version dabei. Im Moment üben wir schon. Nächste Woche kommt unsere Familie aus Frankreich für 3 Wochen zu Besuch. Die Enkelkinder, 9 und 7
    Spielen es auch mit Begeisterung

  4. zoomingjapan sagt:

    Lustig, ich komme gerade von der Arbeit, wo wir heute mal wieder einen Brettspieleabend veranstaltet haben. Ja, ich mag Brettspiele sehr. 🙂

    In Japan habe ich glaube ich nie Brettspiele gespielt, nur Kartenspiele. 🙂

    Aber gut zu wissen, dass das in Japan langsam auch Anklang findet.

  5. Vinni rabensturmig sagt:

    Ich spiele mit meine Mama quasi seit Jahren an den Wochenenden Carcassonne – das wird nie langweilig und geht auch gut zu zweit (wir haben inzwischen einige Erweiterung und so eine annehmbare Menge an Karten).

    Ansonsten ist mein all time favourite Scrabble.

    • Lennart sagt:

      Bei uns genauso. Carcassonne ist auch nicht sprach-gebunden und begeistert weltweit.
      Ich habe erst im Ausland bemerkt, wie „deutsch“ Gesellschaftsspiele sind. Mittlerweile bin ich nicht mehr überrascht, deutsche Spiele in Cafés auf der ganzen Welt zu sehen. Das Konzept des „Spieleabends“ ist aber noch einmal etwas anderes.

      An Spielen, die keinen Text haben, kann ich noch empfehlen: Blokus, Einfach Genial, Jenga, Kakerlakensalat, Speed, Clans, Bohnanza, Hanabi, Alhambra, Verflixxt, Café International.
      Verflixxt hatten wir sogar 2013 einer begeisterten Inderin geschenkt.

      Mir kommt da übrigens gerade eine Idee: Wir spielen (leider selten) ganz gern „Nobody is perfect“ aber ohne das Spiel. Sondern nur mit einem Fremdwörterbuch. Man könnte das mit Japanern spielen und deutsche Begriffe verwenden, wozu sich die Mitspieler dann eine falsche Definition ausdenken und die richtige erraten müssen. 🙂

  6. Michael Hanke sagt:

    Wir, meine Freundin und ich, besorgen uns meist die „Spiel des Jahres“ Spiele. Keltik ist ganz gut oder wie schon erwähnt Carcassonne. Aber ich glaube das meist gespielt Spiel bei uns ist Uno, auch wenn es kein Brettspiel ist.

  7. Irene sagt:

    Ich mag „Quarto“ und „Kahuna“.
    Quarto ist ein reines Strategiespiel – eigentlich ganz simpel von der Aufmachung, es funktioniert nach dem Prinzip von „4 gewinnt“. Die Gemeinheit: es gibt bei den Spielfiguren 8 Eigenschaften, die man beachten muss (hell/dunkel, gross/klein, rund/eckig, mit Loch/ohne Loch). Ausserdem wählt man den zu setzenden Spielstein nicht für sich selber aus, sondern für den Gegner. Man muss also den Vorrat im Blick haben, die bereits gesetzten Steine und mindestens 2 Züge voraus planen, damit man beim Setzen des überreichten Steins nicht sich selber zum Verlieren bringt *g*. Mein Mann spielt gern Schach, aber die „Quarto“-Strategie liegt ihm gar nicht, da habe ich mal eine Chance 😉
    Kahuna dagegen hat durch die Spielkarten auch ein Glückselement dabei.

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